Solothurn

Im Uferbau wird über die Zukunft nachgedacht

Das vierköpfige Gründungsteam.

Das vierköpfige Gründungsteam.

In Solothurn wurde das erste sogenannte «Zukunftbureau» eröffnet: ein Ort, sich auszutauschen und Ideen zu entwickeln.

Nun gibt es in der Stadt ein Zukunftbureau, welches vergangene Woche virtuell – aber dennoch sehr feierlich – eröffnet wurde. Solothurn reiht sich damit ein in eine Liste von über 20 Gemeinden der Schweiz, die bereits über ihre eigenen Zukunftbureaus verfügen. Das in der ganzen Schweiz schnell wachsende Netzwerk scheint Erfolg zu versprechen und richtet sich an alle, die ihre Ideen, Projekte, Geschäftsmodelle, Vereins- oder Karrierefragen vorantreiben wollen. Denn was braucht man eigentlich, um Zukunft zu gestalten?

«In allererster Linie Menschen», sagt Stefanie Moser vom Zukunftbureau Solothurn. Sie gehört mit Simone Reinmann, Philipp Erb und Tobias Bussmann zum vierköpfigen Gründungsteam, welches die Initiative der bereits bestehenden Zukunftbureaus aufgegriffen hat und den Funken nun auch nach Solothurn springen lassen will. Als Gastgeber wollen sie einen Gestaltungsraum bieten, in dem man gemeinsam an der Zukunft arbeiten kann. Rohe Gedanken festigen, laufende Projekte besprechen oder neue Geschäftsmodelle entwickeln, fast alles ist möglich. Beheimatet ist das Büro im Coworking Uferbau und öffnet dort zweimal monatlich am Mittwochmorgen seine Tore, aber auch digitale Sprechstunden werden angeboten.

Bereits Erfahrung gesammelt haben die Zukunftbureau-Erfinder Florian Wieser und Niki Wiese, die letztes Jahr in Tuggen ihre Idee verwirklichten und den Stein ins Rollen brachten. Sie nahmen ebenfalls an der Solothurner Online-Eröffnung teil und inspirierten mit ihren Anekdoten. Als «Resonanzraum, wo man das positive Denken gemeinsam trainieren kann, ohne gleich auf den Schragen liegen zu müssen», so beschreibt Florian Wieser die Kernidee.

Das Erfolgsmodell bestehe darin, dass man eine Schatzinsel aus lauter Experten baue, wo immer jemand sei, der weiterhelfen könne und alle von Ideen profitieren würden. Expertenwissen sei gar nicht unbedingt nötig, oft reiche eben schon die neue Perspektive, der andere Rucksack, der im Austausch zu wertvollen Ideen führe. Als ihn eine Bäuerin gefragt habe, wie sie die Heuballen am besten von A nach B hieven würde, habe er sich zuerst gefragt, ob er im falschen Film sei, weil er von dieser Materie ab­solut keine Ahnung gehabt habe. Durch Nachfragen und gemeinsame Gespräche sei man aber immer kreativer geworden, habe über Farm-Hacks und Me-Time gesprochen und Aspekte angeschnitten, die eine völlig neue Welt eröffnet hätten.

Bezahlen nach eigenem Ermessen

Zum Konzept des Zukunftbureaus gehört auch, dass für die Sprechstunden kein Preis fixiert ist. Man bezahlt nach eigenem Ermessen, und zwar das, was es einem wert ist. Mögliche Fragen sammelten die über 30 Eröffnungsteilnehmer im Zoom-Meeting gleich selber: Wie mache ich meine Selbstwirksamkeit erlebbar?

Wie kann ich mich vernetzen oder neu orientieren? Die Krise sinnvoll nutzen? Wo finde ich Helferinnen für mein Projekt? Ideen scheinen da zu sein und die Hosts warten nur darauf, nun auch in Solothurn den Funken springen zu lassen, den Zukunftsfragen auf die Spur zu kommen und durch Diskussionen Geschichten zu schreiben.

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