Möglich gemacht haben dies die Stiftungen Enter und Swiss Computer Graphic Association. Letztere kaufte wichtige Exponate der Sammlung Weiss, um sie dann im bestehenden Museum Enter unterzubringen.

Für Robert Weiss geht damit ein Traum in Erfüllung. Der Zürcher Sammler hat bereits in den 1980er-Jahren erste Ausstellungen gemacht. Lange Zeit versuchte er selbst, ein Schweizer Computermuseum aufzubauen. Ein Projekt wurde sogar beim Verkehrshaus geplant und war ziemlich weit, kam schliesslich aber nicht zustande.

Das Museum Enter bezeichnet er als «Erfolgsgeschichte». Es gebe weltweit nur wenig vergleichbare Museen. Besonders an Solothurn ist, dass noch sämtliche Exponate betriebstauglich sind. «Wenn man sieht, was hier ist, lohnt sich der Weg nach Solothurn», sagt Weiss.

Robert Weiss im Computermuseum Enter.

Robert Weiss im Computermuseum Enter.

Grosser Computerfan

Der Chemiker begann schon in den 60er-Jahren, Halbleiter zu sammeln. Diese computerhistorischen Highlights sind heute unter Fachleuten sehr begehrt und zählen zu den wichtigen Exponenten seiner Sammlung. Auf Flohmärkten und Antiquitätenausstellungen hat Weiss die Sammlung über die Jahre laufend ergänzt, anfangs vor allem durch mobile Transistorenradios, später mit mechanischen Rechengeräten.

Der grosse Schub kam dann Mitte der 70er: Die elektromechanischen Rechenmaschinen in den Firmen wurden durch teure elektronische Tischrechner ersetzt und die alten Geräte landeten auf der Halde oder eben in den Kellerräumen von Robert Weiss.

Von 1980 an betrieb Weiss seine eigene Firma und bekam 1982 den Auftrag, eine Ausstellung zum Thema «Mikroelektronik Schweiz» in den Schaufenstern des Bankvereins am Paradeplatz in Zürich zu organisieren. Hier kamen die Sammlerobjekte erstmals öffentlich zum Einsatz.

Bekannt wurde die Sammlung vor allem 1983 mit der Sonderschau «Klein-Computer - Mein Computer» in Basel. Zu diesem Zeitpunkt war nur sehr wenigen bekannt was ein PC überhaupt ist und wozu man ihn einsetzen könnte. Dafür wurden wichtige Exponate aus der ganzen Welt zusammengetragen und die meisten konnten dann in die Sammlung Weiss integriert werden. Die Ausstellung wurde an der Muba 1984 wiederholt.

Das Interesse in der Öffentlichkeit wurde immer grösser und Anfragen nach Ausstellungen häuften sich. Bis heute konnten über 30 Ausstellungen realisiert werden.

Fast 90 Tonnen Computergeschichte

Durch Hunderte von TV- und Radiosendungen sowie Artikeln wurde Robert Weiss als Sammler bekannt. Ihm wurden vermehrt geschichtsträchtige Gegenstände zum Kauf angeboten, um sie vor der Entsorgung zu bewahren. Die Weiss-Sammlung wurde immer umfangreicher und platzte langsam aus allen Nähten. Heute sind gegen 90 Tonnen Material zusammen gekommen.