Für viele Autolenker wirds allmählich zu eng in Solothurns Parkhäusern. Denn die Autos sind seit dem Bau der unterirdischen Einstellhallen massiv breiter geworden. So misst ein heutiger VW Golf in der Breite knapp 1,8 Meter, als Mitte der Siebzigerjahre der erste Golf mit dem Bau des Parkhauses Bieltor vom Fliessband rollte, waren es erst 1,61 Meter. Und die 19 cm Differenz machen halt einiges aus, wenn ein Parkfeld nur 2,15 Meter breit ist, wie beispielsweise die mittleren Parkplätze im «Bieltor».

Vor einem Jahr, als wir die Thematik anstiessen, erklärte Niklaus Studer, Verwaltungsratspräsident der Parking Solothurn AG: «Die Problematik ist bekannt.» Und: Geprüft werde, weniger, aber breitere Parkplätze zu realisieren. Einen Anfang in diese Richtung hat die Parking AG nun unternommen: «Wir haben im vierten Untergeschoss des Parkhauses Baseltor 20 XXL-Parkfelder geschaffen», so Studer. Dies im Zuge einer Belagsanierung.

Mehr ist weniger

Das Realisieren von breiteren Parkplätzen schaffe einen «Rattenschwanz von Problemen», hatte Niklaus Studer schon damals erklärt. Denn wegen der Statik müssen die Stützen der Parkdecks dort stehen bleiben, wo sie sind. Da heisst im Klartext: Eine neue Parkfeldereinteilung ist nur zwischen den Stützen möglich, und so gehen recht viele Parkfelder verloren, weil die XXL-Plätze eigentlich zu breit geraten. Im konkreten Fall musste die Parking AG gleich drei Felder für zwei neue der Kategorie XXL einsetzen. Wir haben also mit den 20 breiteren Plätzen sieben bisherige eingebüsst», rechnet Niklaus Studer vor.

Wenn es dann einschenkt

Mit dem Verlust an Parkfeldern tritt unweigerlich auch einer an Einnahmen ein. Denn würde die Parking AG auf dem gesamten vierten Untergeschoss im Parkhaus Baseltor das System «aus drei mach zwei» anwenden, so gingen von den bisher 115 Parkplätzen ganze 37 verlustig – es blieben nur noch 78. Dies rechnete damals André Daumüller, Betriebsleiter der Parking AG, vor. Wohl auch deshalb entschloss man sich nun erst einmal, nur gerade 20 Parkfelder der Sorte XXL auszuscheiden. Auch wenn bloss das halbe Parkdeck auf XXL umgestellt würde, müssten 20 Parkfelder geopfert werden und nur noch 95 insgesamt wären vorhanden.

«Je nach Bedarf können wir das Angebot immer noch erweitern», betont Niklaus Studer. Kaum jemals nötig werden breitere Parkplätze im jüngsten, 2005 eröffneten Parkhaus Berntor in der Vorstadt: Die dortigen konischen Felder bieten auch breiten Geländewagen genügend Parkierkomfort.