12. Solothurner Biertage
Im «Öufi» werden jährlich 27 verschiedene Biersorten gebraut

Anlässlich der der 12. Solothurner Biertage beantwortet «Öufi»-Macher und Organisator Alex Künzle elf Fragen rund um den Hopfensaft und eine über den Whisky der «Öufi»-Brauerei.

Wolfgang Wagmann
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Alex Künzle setzt auf Biervielfalt – das ganze Jahr über.

Alex Künzle setzt auf Biervielfalt – das ganze Jahr über.

Wolfgang Wagmann

Bier ist nicht einfach Bier. Was macht ein gutes Bier aus?

Alex Künzle: Bester Hopfen, bestes Malz, ein guter Braumeister und - die Frische.

Im «Öufi» werden jährlich wieviele verschiedene Biersorten gebraut?

Drei permanent - das Lager hell, Orbi Dunkel und das Weissbier (Weizen). Dazu haben wir jeweils zwei Saisonbiere im Ausschank. Pro Sorte einen Monat ergibt 24 Sorten im Jahr plus die drei, die immer verfügbar sind. Also 27 Sorten.

Welches ist Dein Favorit, was gibt's dazu als Leibspeise?

Weissbier mit Weisswurst, Nicht nur, weil beide das Wort «weiss» beinhalten. Das ist wie Spaghetti in Italien.

30 Kleinbrauereien sind an den Solothurner Biertagen präsent. Darunter auch rechte Exoten. Welches sind die krassesten Biere, die uns erwarten?

Der wildeste Brauer ist natürlich ein Welscher und natürlich ein Jurassier. Jerome Rebetez von der Brasserie Franche-Montagne BFM in Saignelégier braut Biere mit einem Winemaler-Knowhow. Viele schüttelt es, wenn er seine sauren Kreationen mit einem süssen Lächeln kredenzt. Aber er bedient eine um den ganzen Globus verteilte Klientel. Die eisern zu ihm und damit zu den belgischen und amerikanischen «Obergärigen» hält. Er ist erfolgreich, und wir können erahnen, wie das Bier früher geschmeckt hat.

Biertage im Zelt statt in der Reithalle. Feiern wir ein Oktoberfest im Frühling?

Genau, auf der Chantier-Wiesn. Nein, wir sind auch eine Werkschau, eine Fachausstellung. Wir packen die Möglichkeiten, die uns die Zelte bieten. Wir verlagern das Essen und die Musik ins sogenannte «Fresszelt». Das bringt dort im kleineren Zelt mehr Wiesn-Stimmung und im grossen Bierzelt den 30 Brauereien eine gewisse Ruhe, um mit den interessierten Besuchern über ihre Bierkultur reden und die Biere geniessen zu können.

«Ein Glas ist genug.» Ein staatlicher Slogan, der die Brauer nicht gerade freut.

Nein, das stimmt auch nur, wenn man fahren muss. Sonst ist ja bekanntlich eines keines. Unsere Biertage sind auch deshalb mitten in der Stadt, damit alle zu Fuss, wenns geht noch mit dem Velo oder dem öV kommen und wieder nach Hause können. Von wegen nur ein Glas: Kann man Leuten trauen, die nie unvernünftig sind?

Frauen und Bier - nicht immer eine Liebe auf den ersten Blick.

Uii! Das ist wie alle Frauenthemen für Männer ein Minenfeld. Meine zwei Thesen: Erstens haben Frauen ganz offenbar ein anderes Geschmacksempfinden als Männer. Der Beweis ist die Geschlechteraufteilung in Konditoreien. Zweitens fehlen den Frauen gute Vorbilder in der Gestalt von Bier trinkenden Frauen. Wir Männer können uns da bei unseren Vätern nicht beklagen. Sie haben viel mehr Bier getrunken als wir.

Heineken, Carlsberg, Feldschlösschen gegen Öufi. Was kann David gegen Goliath ausrichten?

Frische, lebendige, handwerklich gemachte Biere brauen. Unsere KMU-Brauereien regional verankern. Die Kundschaft soll sich selbst belohnen können - mit einem feinen Bierchen aus ihrer eigenen Heimat. Dazu müssen wir einen guten Service bieten.

Bier und Schnaps, geht das?

Jedes Mal, wenn mir das passiert, gibt es am Morgen danach ein hartes Aufstehen.

Es gibt auch einen «Öufi-Whisky». Kenner loben ihn. Ein Geschäftszweig mit Zukunft?

Das glaube ich nicht. Der Whisky wird immer ein Hobby bleiben, doch ist er für uns ein wunderbares Nischenprodukt.

In welches Bierland würdest Du auswandern, wenn Du müsstest?

Zuerst nach Bayern, dann nach Franken. Drittens nach Irland.

Franken?

Ja, Franken. In der Gegend zwischen Bayreuth und Bamberg hat eine Bierkultur überlebt, wie sie vor über 100 Jahren bei uns noch vorhanden war. Fast jeder Ort hat dort noch seine eigene Brauerei.