Novemberwetter
Im November gab es nur einen «vernünftigen» Regentag

Die 30 Tage des letzten Herbstmonats erschienen in Solothurn vor allem grau, grau und nochmals grau. Dies hängt mit der beständigen Hochdrucklage zusammen, die uns insgesamt 14 Nebeltage ohne Auflösung bescherte.

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Morgendliche Herbststimmung in der Grenchner Witi.

Morgendliche Herbststimmung in der Grenchner Witi.

Oliver Menge

Die gute Nachricht: An fünf Tagen bildete sich überhaupt kein Nebel und an weiteren elf löste er sich immerhin irgendwann im Tagesverlauf auf. Doch sorgte die Nebeldecke auch für halbwegs kühle Temperaturen; das in Solothurn erreichte Monatsmittel von 6,3 Grad liegt nur ungefähr ein Grad über dem langjährigen November-Durchschnitt.

Wesentlich wärmer war es auf der ersten Jurakette, da die Nebelobergrenze meist zwischen 700 und 1100 Metern pendelte. Damit ist auch die Wettergeschichte des Monats schon fast erzählt, denn auch über Niederschlag gibts kaum etwas zu berichten.

Trocken wie noch selten

Abgesehen vom «Auströpfeln» des Novembers am 30. gab es nur einen halbwegs «vernünftigen» Regentag: Am 7. November sorgte ein schmales Niederschlagsband, das am Jurasüdfuss stationär verharrte, für jene 7 Liter Nass pro Quadratmeter in Solothurn und 9 Liter im Wallierhof Riedholz, die den üblicherweise feuchten November 2011 zum absoluten Dürre-Rekordhalter gemacht hätten.

So teilt er sich die geringste Regenmenge der letzten Jahre mit dem April 2007, der gleich trocken ausgefallen war. Immerhin sind wir wohl noch ein gutes Stück vom Horrorjahr 1540 entfernt, das der Berner Klimaforscher Christian Pfister in seiner «Wetternachhersage» wie folgt zusammenfasst: «Insgesamt dürfte in jenem Jahr wohl kaum ein Drittel der üblichen Regenmenge gefallen sein.»

Wird es weiss werden?

1540 waren die Wälder im Mittelland im Sommer flächendeckend verbrannt, die Mühlen standen still, und die Bevölkerung musste täglich weite Strecken zu Fuss zurücklegen, um - wie heute in Afrika - an Wasser zu kommen. Im Dezember konnte man bei Schaffhausen im Rhein noch baden, bei Basel den Fluss sogar trockenen Fusses queren, und Reben wie Obstbäume blühten nochmals.

1540 wiederholt sich jedoch nicht: Ab nächster Woche wird alles ganz anders. Ein Frontensystem, das wechselnd von Grossbritannien oder gar Skandinavien her auf die Schweiz einwirkt, wird uns eine drastische Wetterumstellung bescheren.

Das Szenario könnte etwa so aussehen: Am Montag ziemlich nass und eher mild, am Dienstag, dem Chlausetag, wirds kälter und damit eher trockener. Trotzdem könnte es auf den Mittwoch für einige Flocken bis in tiefere Lagen reichen, ehe es dann wieder milder, aber leicht labil weitergeht. In den Bergen dürfte Skifahren vielleicht doch noch ein Thema werden. (ww)