Man könnte den Anlass in die Kategorie «Solothurner Rekorde» einsortieren. Das Projekt «Platz da» unter Trägerschaft des Alten Spitals ist ein generationenübergreifender Aktionsmonat, ein Ereignis, «wie es Solothurn noch nicht kannte».

So kündigt Barbara Kläsi, Bereichleiterin Jugend, den Fächer an Veranstaltungen an, der vom 1. bis 31 Mai den öffentlichen Raum prägen wird. Und genau um den öffentlichen Raum geht es im Grundgedanken der fünfköpfigen Projektleitung.

«Sowohl bei der Sozialen Arbeit als auch bei der Raumplanung nimmt das Thema mittlerweile einen zentralen Stellenwert ein», so Kläsi. Was auch damit zusammenhängt, dass dieser Raum je länger je mehr von unterschiedlichen Gruppen beansprucht wird. Und: Auch das längerfristig wärmere Klima trägt zum Bedürfnis bei, sich gerne draussen aufzuhalten. «Mediterranisierung» lautet das Stichwort.

Öffentlichen Raum kreativ nutzen

«Durch den Anlass wollen wir Möglichkeiten ausloten, im öffentlichen Raum Aktivitäten durchzuführen.» Dabei gehe es auch darum, die Grenzen der eigenen Sichtweise zu sprengen.

«Denn der öffentliche Raum ist nicht nur da, um von A nach B zu gelangen», so Kläsi weiter. Weiter soll sich mit «Platz da» auch ein Gegentrend zu oft kommerziellen öffentlichen Anlässen etablieren.

Niederschwelligkeit ist beim Projekt Trumpf. Für die meisten Anlässe ist keine Anmeldepflicht vorgesehen, und die Kosten für die Teilnahme werden freiwillig über einen Kollektentopf beglichen.

«Gerade junge Menschen werden hier nur dann teilnehmen, wenn sie spontan vorbeischauen können», weiss Kläsi. Durch den Wegfall der Bubenwoche der kantonalen Jugendförderung hat das Alte Spital frei gewordene Kapazitäten erhalten, begründet Kläsi den Hintergrund des Projekts. Hingegen soll «Platz da» - was ebenfalls für die Niederschwelligkeit spricht - beide Geschlechter und alle Altersgruppen ansprechen.

«Spielstadt» als Zentrum

Dreh- und Angelpunkt der einmonatigen Veranstaltungsreihe bildet die «Spielstadt» auf dem Kreuzackerplatz. Diese ist offen, wenn irgendwo «Platz da»-Anlässe stattfinden oder wenn das Wetter nicht verregnet ist. «Die ‹Spielstadt› soll ein Ort zum Spielen und Verweilen sein, ausgerüstet mit Sofas und mit einem wohnlichen Ambiente.»

Insbesondere aber die Anlässe, mit denen im Wonnemonat der öffentliche Raum in der Vor- und Altstadt bespielt werden soll, lassen keine Kreativitätsnische aussen vor. Allen vor an das wohl sichtbarste Indiz von «Platz da»: so genannte Strickgraffitis.

«Ich weiss nicht, wo derzeit überall ‹glismet› wird», gibt Barbara Kläsi zu. Fakt ist, dass derzeit nach Aufrufen des Alten Spitals an vielen Orten Solothurns die Stricknadeln klappern dürften, um Solothurn ab Anfang Mai «einzulismen».

Bäume, Brückengeländer und andere Objekte im öffentlichen Raum sollen, einem Trend folgend, bis Ende des Projekts «bunte Pullover» übergestreift erhalten. «Zum Thema Stricken hat jedermann Assoziationen - ob positiv oder negativ», so Kläsi.

Workshops zum Thema Sport, Textildruck, Spiele, Graffiti, Legobau aber auch jugendpolitische Diskussionen oder Referate prägen weiter das Angebot von «Platz da». Mit «Finde Esmeralda» wird eine virtuelle Schnitzeljagd stattfinden: Dabei treten interessierte, mit Smartphone-App ausgerüstete Jugendliche mit Menschen und mit sozialen Institutionen Solothurns in Kontakt, verpackt in einen spannenden «Kriminalfall».

Auch die Kunst kommt nicht zu kurz: Als «Schau-Kunst» wird das Schaffen junger Künstler in Schaufenstern von Gewerbetreibenden zu sehen sei. Im Fokus steht auch die Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltern in passenden Themenbereichen.

Beispielsweise wird ein Projekt im Schulterschluss mit den Quartierspielplätzen in der «Spielstadt» realisiert. Und der ebenfalls auf dem Kreuzackerplatz stationierte Buechibärger Märet wird eingebunden: mit einer Open-Air-Backstube. Das Blaue Kreuz wird im Zeichen der Suchtprävention kostenlos alkoholfreie Drinks anbieten. Und auch sonst erfahre das Projekt breite Akzeptanz - beispielsweise bei Polizei und bei der Vereinigung Pro Vorstadt, so Kläsi

Pilotprojekt mit Fortsetzung

Die Idee zum Anlass entstand vorigen Sommer, die Planung wurde ab November durch ein fünfköpfiges Team des Alten Spitals an die Hand genommen. Bei der jetzt anlaufenden Detailplanung will man aber auch die Jugendlichen einbinden, die im Umfeld des Alten Spitals tätig sind.

Kläsi spricht von einem enormen Organisationseffort, «was aber bei der erstmaligen Durchführung eines Anlasses üblich ist.» Klar ist aber auch: Der Anlass soll jährlich stattfinden. Die Stricknadeln dürfen also munter weiterklappern...

Daten und Infos www.platzda-so.ch