(H)aarewelle 2013
Im Landhaus vollziehen sich faszinierende Verwandlungen

Das Solothurner Landhaus präsentierte sich am Sonntag ziemlich haarig: Am kantonalen Wettbewerb (H)aarewelle 2013 sind um die 90 Lehrlinge, verteilt über drei Lehrjahre, angetreten.

Daniela Zimmermann
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Impressionen von der (H)Aarewelle
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Impressionen von der (H)Aarewelle
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Impressionen von der (H)Aarewelle
Impressionen von der (H)Aarewelle
Lehrlingswettbewerb (H)aarewelle im Landhaus Solothurn
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Impressionen von der (H)Aarewelle
Impressionen von der (H)Aarewelle

Impressionen von der (H)Aarewelle

Solothurner Zeitung

Über dem Laufsteg hängt eine Wolke Haarspray, angehende Coiffeusen wirbeln um die auf Stühlen aufgereihten Modelle und zaubern ihnen innert Kürze kunstvolle Frisuren auf den Kopf.

Rhythmische Popmusik übertönt das Summen der Föhne. Es ist Sonntagnachmittag und im grossen Landhaussaal in Solothurn findet die 44. (H)Aarewelle, ein kantonaler Wettbewerb für angehende Coiffeusen und einige, wenn auch eher spärlich vertretene, Coiffeure, statt.

Lockenfrisuren und Politprominenz

«Leider bekamen auch wir die Grippewelle zu spüren», bedauert Peter Kräuchi, Mitglied des Organisationskomitees, «einige haben sich noch heute Morgen krankheitshalber abgemeldet.» Trotzdem sind es beinahe dreissig Teilnehmer pro Lehrjahr, also gegen neunzig gesamthaft.

«Es ist die einzige öffentliche Leistungsschau für Lernende», erklärt er weiter. «Hier können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen, denn an den Abschlussprüfungen sind die Vorgaben um einiges strenger.» Trotzdem sei der Event eine gute Vorbereitung und nebenbei die einzige Möglichkeit, Hochsteckfrisuren zu üben, die nicht Teil der Abschlussprüfungen sind.

«An der Haarewelle wird bewertet, ob die Frisuren kreativ und modisch sind und ob sie zum Typ passen», so Kräuchi, «im Vordergrund steht jedoch das Handwerk, das die Lernenden beherrschen müssen.» So schreiten die Juroren über den Laufsteg und begutachten die Werke aus nächster Nähe.

Den Auftakt geben die Lernenden im 1. Lehrjahr, die ihre Modellen ein modisches Brushing (Föhnen) verpassen. Im 2. Lehrjahr kommt der Schnitt hinzu, worauf erst einmal der Laufsteg gefegt werden muss. Aufgelockert werden die praktischen Teile durch die Präsentation der Kreationen und Auftritte zweiter Tanzschulen.

Am spannendsten sind die Verwandlungen im 3. Lehrjahr: Keine Stunde haben sie Zeit, um kunstvolle Geflechte, pompöse Toupier- und verspielte Lockenfrisuren aus der Frisierkiste zu zaubern. Make-up und Kleider sind auf die Frisur abgestimmt und bilden eine harmonische Einheit.

«Was einmal ein reines Männermetier war, hat sich zu einem Frauenberuf entwickelt, der in der Gesellschaft keinen hohen Stellenwert mehr hat», erklärt Kathrin Unsaldi-Westhauser, Mitglied des OK. «Eigentlich verwunderlich, sind doch die Ansprüche der Kunden sehr hoch.» Nichtsdestotrotz geniesst der Anlass ein hohes Ansehen in der Region und am VIP-Tisch hat sich die Politprominenz der Region versammelt. Auch sie scheinen fasziniert vom Geschehen und diskutieren für einmal keine politischen Themen, sondern ausgefallene Haartrachten.

Ohne Fleiss kein Preis

Auf dem Laufsteg hantieren die Lernenden gekonnt und höchst konzentriert mit Kamm und Bürste. Die Modelle scheinen das Prozedere zu kennen: Routiniert reichen sie ihren Friseurinnen Haarspangen und Haarsprays und halten geduldig den Spiegel, was am Tag darauf bestimmt mit Muskelkater belohnt werden wird.

Ein Stock höher sieht das Bild anders aus: Frauen mit farbigen Lockenwicklern im Haar stolzieren umher, nervöse Coiffeusen suchen ihre Utensilien zusammen, kichern aufgeregt und zupfen hier und da ein Haar zurecht, an sich selbst oder ihren Modellen.

«Ich habe letzte Nacht nicht viel geschlafen», gibt Vanessa Romero, Lernende im 1. Jahr, zu. Rinata Laski ist im 3. Lehrjahr und routinierter, was den Wettbewerb anbelangt. «Ich wusste schon im Herbst, welche Frisur ich machen möchte und habe nur noch kleine Änderungen vorgenommen.» Damit heute auch jedes Detail stimmt, hat sie fleissig geübt: zweimal täglich am Puppenkopf und einmal wöchentlich am Modell.

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