Das Landhaus ist der erste Treffpunkt aller Film- und Medienschaffenden, die nach Solothurn kommen. Ihr erster Gang geht an die Theke. Dort werden den Journalisten und Filmleuten ihre Akkreditierungs-Ausweise ausgehändigt. Die Filmtage-Crew ist topp motiviert und weist jeden Ankommenden an.

Wer aus dem Inland kommt und dessen Nachname mit A bis L beginnt, steht in der ersten Kolonne an, bei M bis Z in der zweiten Kolonne. Wer aus dem Ausland kommt, geht zur Kolonne drei. In Karteikästen sind alle Namensdaten vorhanden. Wer gefunden wird, bekommt den begehrten Filmtagepass, eine extra Filmtage-Tasche, in der sich «the holy bible» - der gedruckte Filmtage-Katalog befindet, sowie erstes Info- und Werbematerial.

Probleme müssen gelöst werden

Einer der ersten, der im Landhaus erscheint ist immer der Dokumentarfilmer Paul Riniker. Man begrüsst sich wie unter Freunden und gibt erste Kommentare ab. «Mein Koffer ist in Genf stecken geblieben», klönt ein älterer Journalist mit italienischem Akzent. Die Filmtage-Mitarbeiterin widmet sich ihm geduldig. Sie wird beim Flughafen nachfragen. Da erscheint Ivo Kummer und will seine Akkreditierung abholen.

Zum ersten Mal steht er dazu vor dem Tresen. Seinen Namen muss er allerdings nicht nennen. Er nimmt Ausweis und Filmtage-Tasche entgegen und bedankt sich brav. «Ein schönes Gefühl, nach Solothurn zu kommen», sagt er und berichtet: «Diese Nacht bin aufgewacht und habe voller Schreck festgestellt: Meine Filmtage-Rede ist noch nicht geschrieben. Doch dann...» Kummer lacht über sich selbst.

«Es hat mir immer sehr viel Spass gemacht»

Doch ganz frei von Nervosität ist der ehemalige Filmtage-Direktor nicht. «Ich komme hierher auch zum Arbeiten. Ich habe einige Sitzungen und Pressekonferenzen, bei denen Förderentscheide des Bundes zur Sprache kommen werden.

Manche Filmemacher werden zufrieden sein, andere enttäuscht. Es ist halt jetzt eine politische Arbeit, die ich mache. Ganz anders, als die Filmtage-Arbeit, die jährlich auf den Peak ‹Filmtage› hinauslief. Es hat mir immer sehr viel Spass gemacht», sagt Kummer zum Schluss fast ein wenig wehmütig. «Auch die Rede zu halten».