Dieser Verein steht Modell für vieles, was den Solothurner Kulturmotor am Laufen hält: Ehrenamtlichkeit. Im Kulturm gilt für alle das gleiche Motivationsprinzip: Herzblut statt Lohn. «Anders wäre es unmöglich», betont Rafael Waber vom Vereinsvorstand. Nicht zuletzt die beschränkten Publikumskapazitäten grenzen auch die finanziellen Möglichkeiten ein.

100 Zuschauer passen in den Kuppelsaal, in dem die grossen Anlässe stattfinden. Ungefähr gleich viele Besucher passen stehend in die Lounge. «Dafür schafft diese Einschränkung auch Intimität», so Waber. Ausserdem legt sie fest, mit welchen Aktivitäten im Kulturm gepunktet werden kann. «Wir haben keine Hallenfüller, bei denen 10'000 Zuschauer zuhören. Sondern Leute, die auf den Kleinkunstbühnen erfolgreich sind.» – Kurz: alles, was in den beschaulichen Rahmen der Kulturinstitution hineinpasst.

Weg von der Party

Von Partyformaten, wie man sie vor fünf Jahren noch gepflegt hatte, ist man hingegen eher wieder abgekommen. Und auch die verbliebene Partyreihe «EPD» («Elderly People Dancing») für Tanzfreudige ab 30 macht für diese eine Saison Pause, bedingt durch personelle Wechsel.

Bewährt haben sich die Konzerte und sonstigen Kleinkunstveranstaltungen, der Degustationsanlass «Chargé pour Soleure», ebenso die eher experimentellen audiotextuellen Performances von «Aktionsraum», die regelmässigen Ausstellungen oder sonstigen Darbietungen. Das vorliegende Programm widerspiegle auch ein wenig den Geist des ganzen Teams, erklärt Waber.

Das Team steht im Zentrum

Auch in anderer Hinsicht wird dem Teamgeist gehuldigt: «Hier kommt neu ein Bild unseres rund 30-köpfigen Kernteams hin», erklärt Rafael Waber vom Vereinsvorstand beim Rundgang hinter dem meterdicken Gemäuer. Er zeigt auf die Leuchttafel, wo jetzt noch ein Foto des Burristurms zu sehen ist. Dass dort nun die Macher und Chrampfer des Kulturms einen Platz erhalten und sichtbar gemacht werden, hat seinen Grund: «Wir möchten unser Team ins Zentrum rücken. Denn jeder strahlt Persönlichkeit aus», sagt Rafael Waber.

Und so ist die Zusammensetzung der Ehrenamtlichen entsprechend heterogen, Männer und Frauen zwischen 20 und 60 engagieren sich mit mehreren Tausend Mannstunden im Kulturm, vom Handwerker über den Bürolisten bis hin zum Juristen.

Dank diesem ehrenamtlichen Sondereffort komme man finanziell über die Runden, wie Waber weiter ausführt. Dennoch sind für den Betrieb weitere Geldquellen von Bedeutung: Mit Gönnerbeiträgen – zumeist von Stammgästen – wird ein Teil der Aufwendungen bestritten. Darüber hinaus ist man auch weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Hauptsponsor. Und: «Wir sind derzeit am Aufbau einer Fundraising-Gruppe ‹Freunde des Kulturms›», die mit ihren Beiträgen den Kulturbetrieb zusätzlich sichern soll.