Einsiedelei
Im Kalk der Verenaschlucht haben Krokodile als Fossilien überlebt

Bei einem Spaziergang lüften Geologinnen und Geologen am Samstag Geheimnisse der Verenaschlucht. Für Kinder gibt es einen Abstecher in eine Höhle.

Merken
Drucken
Teilen
Das Gestein der Verenaschlucht hat viel zu erzählen.

Das Gestein der Verenaschlucht hat viel zu erzählen.

Wolfgang Wagmann

Es ist kein Aprilscherz. Aber es gibt Krokodile in der Verenaschlucht. Im sogenannten Solothurner Schildkrötenkalk haben sie als Fossilien überlebt. Solche und andere Überraschungen beleuchtet diesen Samstag ein geologischer Rundgang – etwa die Reise der Findlinge vom Wallis bis zur Martinsfluh. «Man kennt die Schlucht», sagt Silvan Thüring, Geologe im Naturmuseum. «Aber aus diesem Blickwinkel hat man sie noch nicht gesehen.» Thüring verspricht einen «vielseitigen Rundgang», der aus gemütlichem Spazieren und mehreren Stationen besteht. Fast alle aktiven Geologen aus Solothurn und der Umgebung sind am Rundgang beteiligt.

Für Kinder ab zehn Jahren gibt es ein spezielles Programm. Sie erkunden eine Höhle und schauen dabei tief ins Innere der Schlucht. Kinder, die teilnehmen wollen, müssen alte Kleider anziehen und einen Fahrradhelm, Stirn- oder Taschenlampe sowie Ersatzkleider und Ersatzbatterien mitbringen.

Nach dem zweieinhalbstündigen Rundgang gibt es die Möglichkeit, gemeinsam beim Steinbruch St. Niklaus zu grillieren. Das Telefon des Naturmuseums informiert, ob der Rundgang bei schlechtem Wetter stattfindet. «Geologen gehen meistens hinaus», sagt Thüring.

Oft nimmt man sie nicht wahr

Der Anlass in Solothurn ist Teil der Aktionstages «Erlebnis Geologie». 30 Geoevents finden am kommenden Wochenende in der ganzen Schweiz statt und geben vertiefte Einsichten in Gesteine, Gebirge und Gebautes, vom Schutz vor Felsstürzen bis zur Trinkwassergewinnung. Der alle drei Jahre stattfindende Tag soll die Bedeutung der Geologie für einen gut funktionierenden Alltag aufzeigen. «Man nimmt die Arbeit der Geologen oft nicht wirklich wahr», sagt Silvan Thüring – ausser, wenn es etwa um Tunnelbauten gehe. Organisiert wird der Tag in Solothurn vom Naturmuseum, dem Steinmuseum, dem Amt für Umwelt sowie Geologiebüros und die Arbeitsgemeinschaft Nidlenloch.

Allerdings: Geologie hat in der Verenaschlucht bereits Tradition. Dies zeigt der Gedenkstein für Amanz Gressly (1814–1865). Dieser war der bisher wohl berühmteste Solothurner Geologe. Er hat sein Leben lang den Jura erforscht und erstmals festgestellt, dass gleichzeitig die unterschiedlichsten Gesteine abgelagert wurden. (mgt/lfh)

Geologischer Rundgang, Samstag, 8. Juni. Treffpunkt um 14.15 Uhr bei der Bushaltestelle St. Niklaus. Bei schlechtem Wetter informiert Tel. 032 622 78 21 über die Durchführung.