Mehr heisse als kühle Phasen führten zu einem Monatsmittel von 20,5 Grad in Solothurn –1,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, aber 0,3 Grad «kühler» als der vorausgegangene Juni. Ein massives Starkregen-Ereignis, wie jenes, das am 8. Juli den Raum Zofingen regelrecht flutete, blieb in unserer Region aus.

So kamen in Solothurn nur gerade 69 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, was etwa 60 Prozent der üblichen Juli-Menge entspricht. Im Wallierhof Riedholz wurden immerhin 102 Liter über den ganzen Monat gemessen.

Heiss und kalt

Der Start in den zweiten Sommermonat fiel wenig verheissungsvoll aus: Bei Temperaturen von kaum 20 Grad zeigte sich die Sonne erst wieder am 3. Juli länger. Dann waren aber die Badmeister wieder bis zum besagten 8. Juli bei Tagesmaxima von über 30 Grad gefordert. Erst dann beendete ein Gewitter mit etwas Hagel am Nachmittag diese erste Hitzewelle.

Nun blieb das Wetter bis zur Monatsmitte wechsel- und gewitterhaft bei schwülwarmen 24 bis 26 Grad im Tagesmittel. Nur am 10. Juli gab es allerdings ergiebigeren Regen. Ab dem 15. blieb es trocken, und bald war die 30-Grad-Marke wieder geknackt. Ein etappierter Wetterwechsel setzte dann auf die vierte Juliwoche ein, denn Tag für Tag wurde es nun, mit Schauern durchsetzt, ständig etwas kühler.

Den Höhepunkt erreichte diese «kleine Eiszeit» am 25. Juli mit einer Mittagstemperatur von nur noch 16 Grad. Doch die drei letzten Julitage waren wieder hochsommerlich warm. Und einmal mehr verschonten die schweren Gewitter mit Sturmböen und Hagel am Nationalfeiertag unsere Region.

Der Sommer bleibt

Noch bis (über?) das Wochenende bleibt das Wetter hochdruckbestimmt, und die 30 Grad sowie weitere Tropennächte sind noch keineswegs Geschichte. Wechselhafter bei flacher Druckverteilung dürfte sich die letzte Ferienwoche gestalten. Doch sind die Chancen durchaus intakt, dass es auf die Monatsmitte und das letzte Ferienwochenende hin nochmals richtig schön und heiss werden könnte.

Damit ginge der Sommer 2017 wie zuletzt jener von 2015 als meist schöner und überdurchschnittlich heisser, trockener Jahrgang in die Wetterannalen ein. Aber auch wenn die Hitze sich bis Ende Monat halten würde, käme die 2017er-Ausgabe nicht annähernd an den Jahrtausendsommer 2003 heran – damals waren schon der Juni und Juli im Monatsmittel 2 bis 3 Grad wärmer als die beiden gleichen Monate in diesem Jahr.

Vor allem aber ist ein heisser August keineswegs für alle wünschenswert, denn nach wie vor liegen die Niederschläge der letzten 9 Monate massiv unter der Norm – so ist der Grundwasserspiegel im Wasseramt schon fast auf einem historischen Tiefpunkt angelangt.