schwierigere Rahmenbedingungen
Im Alten Spital wurde über die Energiezukunft sinniert

Zum vierten Mal trafen sich Fachleute, um unter Federführung von Biomasse Suisse über die Bedeutung von Bioenergie zu reflektieren.

Andreas Kaufmann
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Moderatorin Danielle Lalive d’Epinay mit Frank Rutschmann (Bundesamt für Energie), Nationalrat Beat Jans und Arthur Wellinger, Vizepräsident Biomasse Suisse (v. l.)

Moderatorin Danielle Lalive d’Epinay mit Frank Rutschmann (Bundesamt für Energie), Nationalrat Beat Jans und Arthur Wellinger, Vizepräsident Biomasse Suisse (v. l.)

Andreas Kaufmann

Es ist eine Denkwerkstätte für die Zukunft, die jährlich vom Verband Biomasse Suisse lanciert wird. Nachdem Solothurn bereits 2015 Austragungsort der dritten Durchführung war, fand am Mittwoch auch das vierte Bioenergie-Forum statt. Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Forschung, Bildung und aus dem Verbandswesen kamen auf und vor der Bühne im Alten Spital für einen Dialog über die Energiezukunft zusammen – überdies zur Frage, welchen Beitrag dazu Biomasse als Energieträger zu leisten vermag. Vorneweg: Während der Schweizer Energieanteil Biomasse bei 1,2 Prozent liegt, wäre ein Fünffaches davon möglich.

Was kommt nach der KEV?

Arthur Wellinger, Vizepräsident von Biomasse Suisse, betonte den Siegeszug, den Bioenergie global angetreten ist, gleichermassen aber auch die politischen Rahmenbedingungen, die sich in wichtigen Schlüsselländern ändern – oft zuungunsten der Bioenergie. Frank Rutschmann, Leiter Erneuerbare Energien beim Bundesamt für Energie, fokussierte vertieft auf Bedeutung der Bioenergie im politischen Prozess um die Energiestrategie 2050. Die Schlussabstimmung des ersten Massnahmenpakets steht im parlamentarischen Terminkalender in dieser Herbstsession auf dem Programm.

Rutschmann verwies ebenso auf schwieriger gewordene politische Rahmenbedingungen: So könnten Fördergesuche im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV voraussichtlich nur noch bis 2022 positiv beantwortet werden. Auch die Realisierung von Anlagen, die sich der Energieproduktion durch Biomasse auszeichnen, werden aus dem überlasteten KEV-Topf gespeist, viele davon stehen auf der Warteliste. Rutschmann wagte auch den Blick über diesen Zeithorizont hinaus. «Auch in die Bildung und Beratung muss investiert werden.» Ausserdem seien Möglichkeiten zu prüfen, nach der KEV durch landwirtschaftliche Subventionen Bioenergie zu fördern.

Neben weiteren Referenten kam auch Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz, zu Wort. Er warf einen Blick auf die Pariser Klimakonferenz von 2015, die als Ziel eine Netto-Nullemission von Treibhausgasen festlegte. «Darauf reagierten sogar die Aktienmärkte», sagte Hofstetter. Ferner reflektierte er die Rolle der Schweiz, der noch immer eine Zielrichtung für die Festlegung des Anteils erneuerbarer Energien fehle. Hierfür komme als Antwort auf Paris der Klima-Masterplan der Klima-Allianz mit einem umfassenden Massnahmenkatalog zur Geltung.

Lesen Sie hier die ausführliche Medienmitteilung zum Bioenergie Forum:

zvg