Solothurn
Im Alten Spital kann man sehen, wie «Shaped Photographies» entstehen

Im Alten Spital arbeitet die deutsche Gastkünstlerin Esther Hagenmaier an ihrer Ausstellung im Künstlerhaus.

Anina Mathivannan
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Die Gastkünstlerin Esther Hagenmaier.

Die Gastkünstlerin Esther Hagenmaier.

Anina Mathivannan

Das Alte Spital ermöglicht jährlich drei Künstlern aus aller Welt einen Atelieraufenthalt. In Solothurn sollen sie sich inspirieren lassen und während eines Quartals Kunst schaffen und neue Kontakte knüpfen. Aktuell haust die deutsche Fotokünstlerin Esther Hagenmaier im Alten Spital — jedoch nicht mehr so lange: Anfang Oktober steht nämlich schon die Präsentation ihrer Arbeit im Künstlerhaus S11 an.

Spiel mit den Dimensionen

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich die Ulmerin mit den abstrakten Fotoarbeiten. «Mir geht es um Raum, Räumlichkeit und unsere Wahrnehmung von Räumlichkeit», so Hagenmaier. Aus den zweidimensionalen Fotografien, die für die Künstlerin spannende und faszinierende Formen enthalten, entstehen im Endeffekt dreidimensionale Werke, die sich auf eine Wandfläche als Träger beziehen. Gerade diese Transformation soll auch vordergründig sein, und nicht Ort oder Objekt, die fotografiert worden sind. Hagenmaier, die freie Kunst, an der Hochschule für bildende Kunst in Saarbrücken studiert hat, weiss auch, dass nicht alle ihre ungegenständliche Kunst mögen.

«Ich liebe die Schlichtheit vom Sichtbeton» (Esther Hagenmaier)
5 Bilder
Hagenmaier fotografiert nicht nur Sichtbetonbauten
Schatten spielt eine zentrale Rolle in Hagenmaiers Fotoarbeiten
Aus einer EInzelausstellung der Künstlerin, welche in München dieses Jahr zu sehen war
Das Kunstwerk mit dem Namen «Sehfeld»

«Ich liebe die Schlichtheit vom Sichtbeton» (Esther Hagenmaier)

Anina Mathivannan

Aufmerksam auf das «Artists-In-Residence»-Angebot in Solothurn wurde die Fotografin, als ihre Arbeiten an der Kunstmesse «Art Karlsruhe» ausgestellt wurden. Ihr Galerist präsentierte und verkaufte dort Werke, deren Ausgangsmotiv die Heiligkreuzkirche in Chur— eine der vielen Bauten des Schweizer Architekten Walter Maria Förderer — war. Ein Schweizer Besucher erwähnte ihr gegenüber dann die St. Klemenz Kirche in Bettlach, die vom selben Architekten stammt.

Drei Monate in Solothurn

In der ersten Augustwoche wurde die deutsche Fotokünstlerin im Alten Spital mit dem traditionellen Apéro begrüsst. Ihr neuseeländischer Vorgänger hat ihr das Studio und die Wohnung überlassen. Während ihrem Aufenthalt arbeitet Hagenmaier nicht nur mit Förderers Bauten, sondern auch mit anderen, auf die sie zufällig gestossen ist oder welche ihr empfohlen wurden. Auffällig dabei ist die Hingabe der Künstlerin zu Sichtbetonbauten. So beschäftigt sie sich nebst der St. Klemenz Kirche auch mit der Industriebrache in Attisholz, dem Kirchenzentrum Langendorf und dem Gebäude der Kebag beim Emmenspitz.

Da ihre Arbeit mit der Aufnahme noch nicht abgeschlossen ist, wird es der Künstlerin nicht möglich sein, alle Fotografien aus Solothurn auch schon am Ende ihres Aufenthaltes als dreidimensionale Werke zu präsentieren. Deshalb wird im Künstlerhaus auch ein Teil ihrer bestehenden Arbeiten zu sehen sein. Hagenmaier hofft aber sehr, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt alle ihre, in Solothurn entsprungenen Werke in der Ambassadorenstadt selbst ausstellen kann.