Jahresrückblick
Im 2018 gingen im Solothurner Gewerbe viele Lichter aus

Im Jahr 2018 tat sich einiges bezüglich der Läden und Beizen in der Stadt Solothurn.

Wolfgang Wagmann
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Läden und Beizen, die 2018 in Solothurn geschlossen wurden Im Januar 2018 schloss das Medien-Geschäft Ex Libris an der Hauptgasse 33.
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Bar und Bistro Biondo im «Bürgerhaus» gab schon im Januar nach nur wenigen Monaten Forfait
«Chaussures Yvonne» an der Schmiedengasse schloss im März.
Am 7. April 2018 hat der letzte Kunde Manor Food verlassen.
Das Restaurant Türk an der Schaalgasse schloss im Juni – und wurde seither nicht wieder eröffnet
OVS schloss im Juli die Filiale
Läden und Beizen, die 2018 in der Stadt Solothurn geschlossen wurden
Das Modehaus Schild an der Gurzelngasse war 60 Jahre präsent Die Migros-Tochter Globus übernahm Schild 2013, und entschied sich, die Solothurner Filiale auf Ende 2018 zu schliessen.
Das Kinderparadies Bohnenblustan der Hauptgasse 18 wird auf Ende 2018 geschlossen. Der Baby-Shop zieht als «Kinderladen ELF.» auf Anfang 2019 in den verlassenen Schild.

Läden und Beizen, die 2018 in Solothurn geschlossen wurden Im Januar 2018 schloss das Medien-Geschäft Ex Libris an der Hauptgasse 33.

Hanspeter Bärtschi

Die Liste ist lang: Schild Mode, Ex Libris, Manor Food, OVS Mode, Boutique Caroll, Chaussures Yvonne, Kinderparadies Bohnenblust, Drogerie Gerber und, bereits angekündigt, wenn auch erst in zwei Monaten geschlossen, von Büren Uhren.

Lauter Namen, die vor einem Jahr noch für funktionierende Geschäfte standen – und inzwischen geschlossen sind oder vor der Schliessung stehen. Die Gründe dafür waren mehrschichtig: falsche Strategie, Online-Konkurrenz, Erreichen des Pensionsalters der Geschäftsinhaber, hohe anstehende Investitionen oder Besitzer- wechsel bei der Liegenschaft.

Der grosse Food-Verlust

Am meisten betroffen ist durch das Online-Shopping das Kleidergeschäft. So meldete im März Globus, dass er im Dezember seinen Schild-Standort an der Gurzelngasse aufgeben würde. OVS dagegen war ein landesweiter Kollaps, der im August auch die Filiale an der Hauptgasse zum Opfer fiel.

Am härtesten traf Solothurn jedoch die Aufgabe von Manor Food in der Schanzmühle. Eine Woche nach Ostern, am 7. April, schloss der beliebte Einkaufsort definitiv seine Türen ohne Ersatz. Ein solcher war zuerst in der Altstadt zwar geplant gewesen, er hatte sich aber wegen der dortigen Anwohner-Opposition gegen den Anlieferungsverkehr nicht realisieren lassen. Im aufgegebenen Standort sollte Lidl als neuer Mieter auftreten, doch blieb es bis Ende Jahr ruhig in der Schanzmühle.

Stockende und neue Pläne

Nicht vorangekommen sind auch die Absichten von Migros, sowohl beim Jumbo-Kreisel auf dem Öufi-Areal als auch in der aufgegebenen Amag-Garage an der Baseltrasse neue Einkaufscenter zu errichten. Coop gab sogar seine Center-Pläne auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal auf.

Einige, auch längere Zeit leerstehende Geschäftsflächen konnten wieder belebt werden. So zog im Sommer das Schuhhaus Walder neben dem Bieltor ein, die aufgegebenen Lokalitäten von Biba und Ex Libris an der Hauptgasse fanden neue Mode-Anbieter, auf Caroll an der gleichen Gasse folgte ein Coiffeur-Salon. Das Baby-Geschäft von Bohnenblust zieht nun auf den Jahreswechsel hin im verlassenen Schild-Geschäft an der Gurzelngasse ein. Doch für etliche Geschäftsflächen wie dem vormaligen OVS-Standort oder auch für kleinere Lokalitäten in Nebengassen zeichnete sich auch bis Ende Jahr keine Lösung ab.

«Türk» und «Dock»

Etwas ruhiger verlief das Jahr in der Beizenszene. Zwar gab schon im Januar das «Biondo» im Bürgerhaus nach nur wenigen Monaten Forfait. Doch nach einem Intermezzo als Fasnachtsbeiz baute im Sommer Markus Moerler das Lokal an der Aare zum Trend-Treff Dock um.

Anfang April übernahm Hanspeter Wüthrich das traditionelle Altstadtbeizli Flora, das allerdings seither durch die Hinterhof-Unterbauung von Manor im Aussenbereich ziemlich handicapiert ist.

Unter unschönen Nebengeräuschen verwaiste im Juni eine weitere bekannte Altstadt- und Fasnachtsbeiz: Im «Türk» an der Schaalgasse sind seither keine neuen Lichter angezündet worden. An derselben Gasse erlosch aber auch ein anderes: Seit dem Sommer ist die Bar Heaven zu.

Was wann in Solothurn geschah

3. Januar Sturm Burglind richtet auch in Solothurn hohe Sachschäden an. Umgestürzte Bäume beschädigen ein Haus an der Bergstrasse schwer und begraben beim Konzertsaal ein parkiertes Auto.

17. Januar Der Gemeinderat beschliesst Tempo 30 im Loretoquartier trotz heftiger Opposition der FDP.

17. Februar Überraschend verstirbt mit 68 Jahren Investor Markus Graf, der hinter Projekten wie der Seminarmeile, Perron 1 und dem Umbau der «Couronne» stand.

22. Februar Das Bundesgericht entscheidet, dass das Verfahren um den Fernwärme-Anschlusszwang neu aufzugleisen ist.

1. März Der neue Leiter Rechts- und Personaldienst, Urs F. Meyer, tritt sein Amt an.

21. März Die Stadt schliesst einen Vergleich mit den Inhabern alter Wasserrechte. Sie verzichten auf diese gegen Entschädigung.

24. März Coop verzichtete nach einem jahrelangen Rechtsstreit auf die Realisierung eines Einkaufscenters auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal.

31. März Nach 25 Jahren als Direktor der Privatklinik Obach geht André Bourquin in Pension.

6. April Erneut weist die Stadt einen hohen Rechnungsüberschuss von fast 9 Mio. Franken aus.

13. April Der ehemalige Stadtpräsident Urs Scheidegger verstirbt 75-jährig nach langer Krankheit.

4./5. Mai Schwarze Bike Days: Am ersten Tag wird ein 16-jähriger Fahrer bei einer Kollision mit einem Zuschauer schwer verletzt, tags darauf stirbt ein 38-jähriger Biker nach einem Sturz.

26./27. Mai Statt der «Authentica» wird erstmals die zweitägige Ausstellung «Natürlich im Chloschter» im Kapuzinerkloster durchgeführt.

14. Juni Die Stadt weist eine Anzeige wegen kommerzieller Veranstaltungen im Kapuzinerkloster ab.

26. Juni Der Gemeinderat bejaht zehn Tage Vaterschaftsurlaub für Stadtangestellte.

15. Juli Mit dem Finale der Fussball-WM haben 40'000 Fans die Public Viewings in der Reithalle und am Dornacherplatz besucht und das Scheitern der Schweiz am 3. Juli gesehen.

1. August Wegen der Hitze und Trockenheit muss auch die Stadt auf ihr Feuerwerk verzichten.

23. August Der sanierte Schluchtweg durch die Einsiedelei wird eröffnet.

15. September Nach 20 Jahren hört Badi-Wirt Ernst Schär auf. Zur Nachfolgerin wird die Suteria erkoren.

23. Oktober Die Stadt verzichtet auf das Vorkaufsrecht für das CIS-Center, Es wird infolge Konkurses versteigert.

16. November Nachdem schwere Sicherheitsmängel festgestellt worden sind, schliesst die Stadt den Kinderspielplatz im Chantier.

20. November Der Gemeinderat genehmigt das Budget mit fast einer Million Ertragsüberschuss und streicht die Elternbeiträge für Schullager.

11. Dezember Das CIS-Center wird durch die Berner Ammann Globalbau AG ersteigert.

18. Dezember Die Gemeindeversammlung tritt mit 256 zu 247 Stimmen knapp auf die Einführung der ausserordentlichen Gemeindeorganisation ein und beschliesst, den Steuerfuss bei 110 Punkten zu belassen. Christian Baurs Motion zur Unterstützung von Flüchtlingen wird abgelehnt. (ww)

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