Die Liste ist lang: Schild Mode, Ex Libris, Manor Food, OVS Mode, Boutique Caroll, Chaussures Yvonne, Kinderparadies Bohnenblust, Drogerie Gerber und, bereits angekündigt, wenn auch erst in zwei Monaten geschlossen, von Büren Uhren.

Lauter Namen, die vor einem Jahr noch für funktionierende Geschäfte standen – und inzwischen geschlossen sind oder vor der Schliessung stehen. Die Gründe dafür waren mehrschichtig: falsche Strategie, Online-Konkurrenz, Erreichen des Pensionsalters der Geschäftsinhaber, hohe anstehende Investitionen oder Besitzer- wechsel bei der Liegenschaft.

Der grosse Food-Verlust

Am meisten betroffen ist durch das Online-Shopping das Kleidergeschäft. So meldete im März Globus, dass er im Dezember seinen Schild-Standort an der Gurzelngasse aufgeben würde. OVS dagegen war ein landesweiter Kollaps, der im August auch die Filiale an der Hauptgasse zum Opfer fiel.

Am härtesten traf Solothurn jedoch die Aufgabe von Manor Food in der Schanzmühle. Eine Woche nach Ostern, am 7. April, schloss der beliebte Einkaufsort definitiv seine Türen ohne Ersatz. Ein solcher war zuerst in der Altstadt zwar geplant gewesen, er hatte sich aber wegen der dortigen Anwohner-Opposition gegen den Anlieferungsverkehr nicht realisieren lassen. Im aufgegebenen Standort sollte Lidl als neuer Mieter auftreten, doch blieb es bis Ende Jahr ruhig in der Schanzmühle.

Stockende und neue Pläne

Nicht vorangekommen sind auch die Absichten von Migros, sowohl beim Jumbo-Kreisel auf dem Öufi-Areal als auch in der aufgegebenen Amag-Garage an der Baseltrasse neue Einkaufscenter zu errichten. Coop gab sogar seine Center-Pläne auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal auf.

Einige, auch längere Zeit leerstehende Geschäftsflächen konnten wieder belebt werden. So zog im Sommer das Schuhhaus Walder neben dem Bieltor ein, die aufgegebenen Lokalitäten von Biba und Ex Libris an der Hauptgasse fanden neue Mode-Anbieter, auf Caroll an der gleichen Gasse folgte ein Coiffeur-Salon. Das Baby-Geschäft von Bohnenblust zieht nun auf den Jahreswechsel hin im verlassenen Schild-Geschäft an der Gurzelngasse ein. Doch für etliche Geschäftsflächen wie dem vormaligen OVS-Standort oder auch für kleinere Lokalitäten in Nebengassen zeichnete sich auch bis Ende Jahr keine Lösung ab.

«Türk» und «Dock»

Etwas ruhiger verlief das Jahr in der Beizenszene. Zwar gab schon im Januar das «Biondo» im Bürgerhaus nach nur wenigen Monaten Forfait. Doch nach einem Intermezzo als Fasnachtsbeiz baute im Sommer Markus Moerler das Lokal an der Aare zum Trend-Treff Dock um.

Anfang April übernahm Hanspeter Wüthrich das traditionelle Altstadtbeizli Flora, das allerdings seither durch die Hinterhof-Unterbauung von Manor im Aussenbereich ziemlich handicapiert ist.

Unter unschönen Nebengeräuschen verwaiste im Juni eine weitere bekannte Altstadt- und Fasnachtsbeiz: Im «Türk» an der Schaalgasse sind seither keine neuen Lichter angezündet worden. An derselben Gasse erlosch aber auch ein anderes: Seit dem Sommer ist die Bar Heaven zu.