Solothurner Fasnacht
Im «11 Minuten» fehlen die ganz grossen Brüller

Nur zehn Tage nach Hilari ist in Solothurn bereits die erste Fasnachtszeitung auf dem Markt erhältlich, das Gratisblatt «11 Minuten». Es wird auf die arrivierte Konkurrenz geschossen und auch Kurt Fluri bekommt sein Fett weg. Aber irgendwie fehlen die ganz grossen Brüller.

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So sieht Zeichner Rolf Imbach in der diesjährigen Ausgabe von «11 Minuten» Solothurn als «Solodürüm». zvg

So sieht Zeichner Rolf Imbach in der diesjährigen Ausgabe von «11 Minuten» Solothurn als «Solodürüm». zvg

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Die Narren stehen in den Startlöchern für die extrem früh angesetzte Fasnacht 2016: Nur zehn Tage nach Hilari ist bereits die erste Fasnachtszeitung auf dem Markt erhältlich, das Gratisblatt «11 Minuten». Die nicht ganz so billige Konkurrenz, der «Postheiri» sowie der «Hudibras», erscheint am nächsten Donnerstag, ergänzt dann durch das kleine, aber feine Gratisformat «Amzblatt».

Zuerst aber einmal schiessen die «Elfminüteler» in ihrer Standardrubrik «11 Sekunden» auf die arrivierte Konkurrenz: Unter dem Titel «Zwei Leser mehr» wird suggeriert, «Hudibras und Postheiri fusionieren». Natürlich eine Ente, aber wenigstens eine gute.

Was ein bisschen fehlt

Nun, «11 Minuten» ist zwar solide gemacht, aber irgendwie fehlen die ganz grossen Brüller. Jene typischen Fotomontagen mit einer witzigen Legende, die den spontanen Lacher generieren, sonst ein Markenzeichen des Gratisblatts. Ein Gruppenbild des UNO-Vorstandes bei einer «Vollversammlung» ist etwas gar insiderisch und wird einer Frontpage kaum gerecht. Noch am hinreissendsten wirkt da der Foto-Viererblock über den gewordenen Papi Pirmin, dessen bischöflicher Nachwuchs schon einmal als «Stedtlischiiisser» gehandelt wird.

Was insofern nur bedingt lustig ist – weil es stimmt. Und wenn wir schon beim Baby-Boom sind: Dessen Versiegen in der Privatklinik Obach scheint dem eher jüngeren Redaktionsteam fast total entgangen zu sein, obwohl sich darunter durchaus auch Väter befinden. Ein verschenktes Riesenthema, dessen sich die Narrenzunft Honolulu schon am Hilari mit enormem Erfolg angenommen hat.

Spekulationen um Kurt Fluri

Den breitesten Raum nimmt das Umfeld von Stadtpräsident Kurt Fluri ein: Einerseits wird die Verweiblichung des Chefbeamtenstabes – betitelt mit «da fraut sich was zusammen» – unter die Lupe genommen, andererseits werden mögliche Nachfolger von «KuFlu» schon einmal ausgesiebt und gleich verabschiedet.

Auch Andy Zauggs Exodus aus dem Koch-Olymp wird gleich mehrfach und breit angerichtet, und zwar mit ebenfalls einigen stadtbekannten Demissionären – oder auch solchen, die es bald sein werden.

Fremd in der Fasnachtslandschaft steht ein Abgesang auf Dino Arici und ein reichlich unsolothurnischer Dialog zwischen einem VW-Ledersitz und -Reifen. Wie immer subtil gezeichnet ist die ganzseitige Betrachtung von «Solodürüm» durch Illustrator Rolf Imbach.

Dennoch das Fazit: die Pointendichte dieses Jahrgangs liegt halt schon eher bei «Top 2» als bei den früher noch gültigen «Top 5».

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