Ein enttäuschtes Raunen geht durch den Raum, denn die Fortsetzung des Märchens vom Funklerwald wird den Güggi-Kindern erst am Nachmittag verraten. Nach der morgendlichen Märchenstunde nehmen die Kinder begeistert Rassel und Trommel in die Hand und stimmen an: «Wir sind anders als ihr. Ihr seid anders als wir. Na und? Das macht das Leben eben bunt.» Ganz im Zeichen der Toleranz steht die Herbstferienaktion im Güggi-Spielplatz. Denn wenn im Wald der Waschbären ein heftiger Sturm tobt, nehmen die Füchse, Luchse und Wildschweine des Funklerwaldes sie gerne auf.

Die Fuchs-, Luchs- und Wildschwein- Gruppen machen sich nun ans Bohren, Hämmern und Schleifen der Wilkommensbäume für die Waschbären. Und sind die Maschinen und Arbeitstische gerade besetzt, werden schöne Muster aus Granulat gefertigt oder Bücher für schöne Gedanken gebunden. Abgerundet wird die Wilkommensbotschaft mit der Pflanzung eines Nussbaumes.

Tun tut gut

Natürlich finden auch diesen Herbst die Ferienaktionen des Vereins Quartierspielplätze Solothurn statt. Die rund 90 Kinder, die nicht in die Ferien gefahren sind, haben diese Woche Zeit zu basteln, zu spielen, zu lernen und zu erleben. Unterstützt werden die Leiterinnen der Spielplätze von Kindercoaches. «Tun tut gut», wie es Lis Dreier, Leiterin der Villa 41, treffend formuliert. Unter dem Motto: «Jäger und Sammler» werden hier Pfeilbögen gebaut, Apfelsaft gepresst und diverse Dinge aus Leder gefertigt.

Auch ein Lehmofen wird gebrannt, und es wird jeden Tag über dem Feuer gekocht. «Wichtig ist, dass die Kinder ihre Kreativität ausleben können», sagt eine Helferin und wendet sich den Kindern zu um sie in mexikanischer Stickerei zu unterrichten. Am Feuer steht der Kindercoach und möglicherweise zukünftiger Koch Moriz und gibt Anweisungen. Was gibt es heute? Popcorn und Gemüse im Salzteig. «Man kann auch Spass haben ohne elektronische Geräte», sagt der 13-jährige Moriz und spielt damit auf seine Altersgenossen an. Diese seien ständig am Handy.

Das Miteinander lernen

Der Pfeilbogen darf bei den Indianern am Tannenweg natürlich auch nicht fehlen. Im Zentrum des Spielplatzes thront themengemäss ein mächtiger Marterpfahl, welcher von den Kindern sorgfältig und farbenfroh bemalt wurde. Das Hauptbauprojekt der kleinen Indianer: Ein grosses Tipi-Zelt. «Sie lernen das Miteinander», sagt die Leiterin Monika Szalai. Besonders hier in der Weststadt treffen viele Nationalitäten aufeinander. Die Kinder lernen, miteinander zu spielen und Konflikte zu lösen. Abgeschlossen wird die Woche mit einem Ausflug an die Aare, wo ein echtes Lagerfeuer entfacht werden wird.

Mit viel Bewegung, handwerklichen Tätigkeiten und wertvollen Botschaften konnten die Kinder auch diesen Herbst die Ferienaktionen der Quartierspielplätze erleben, begleitet von viel Sonnenschein. Und so können sie sich schon auf die Frühlingsferien freuen, wenn die nächste Ferienaktion stattfinden wird.