Solothurner Vorstadt
IG Störenkultur stellt im Kreuzackerpark ein Zirkuszelt auf

Seit dem Ende der Kulturgarage nennt sich das ehemalige Betreiberteam «IG Störenkultur – und geht «auf die Stör». Nächstes Wochenende schlägt die Truppe im Kreuzackerpark Solothurn ein Zirkuszelt auf.

Lucien Fluri
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Doris Schaeren geht auf kulturelle «Stören-Tour».

Doris Schaeren geht auf kulturelle «Stören-Tour».

Lucien Fluri

Neben den Baumaschinen geht es im Kreuzackerpark bald noch etwas hektischer zu. Dafür sorgt Doris Schaeren. Im letzten freien Fleck des Vorstadt-Parks stellt die ehemalige Leiterin der Kulturgarage mit einer neuen Kulturtruppe ein Rundzelt auf. IG Störenkultur heisst die Truppe. In ihrem Zelt wird neben anderen Künstlern auch die ehemalige Kapelle des Circus Theater Federlos auftreten.

2009 schloss die Kulturgarage. Ohne festen Sitz geht das ehemalige Team seither «auf die Stör» und nutzt das Gastrecht an ganz unterschiedlichen Orten – ob Villa, Garage oder Zelt: «Das ergibt ganz neue Möglichkeiten», sagt Schaeren. Drei bis vier Anlässe organisiert die IG pro Jahr. Einziger Fixpunkt ist die «störbar». Die Bar auf Rädern ist quasi die kleinstmögliche Infrastruktur, die die IG für den Kulturbetrieb benötigt.

An der Kulturnacht sind bereits mit der Bar durch die Gassen gezogen. Am nächsten Wochenende steht sie im Kreuzackerpark und danach in Recherswil. In einer Garage werden dort Punk und Rockability gespielt. «Wir sind für viele Stile offen», sagt Schaeren. «Altbekanntes zeigen und Junges fördern», ist ihr ebenso wichtig wie «Kleinkunst, nicht Kommerz.» Eva Geiser, Doris Krieg und Juerg Thommen ergänzen das Team neben Schaeren. Stören, sich einmischen, verstören, auffallen und Langeweile zerstören, das will die IG Störenkultur. Als Logo dient ihr ein Fisch – der Stör. Als Wanderfisch ist er den einen bekannt. Das Störweibchen sorgt jedoch auch für den Kaviar.

«Ethno-Schrott vom Feinsten»

Kulturelle Delikatessen legt die IG jetzt auch im Kreuzackerpark. Am Samstag, 25. August, tritt die Federlosband auf. 15 Jahre lang war sie das Herzstück des ehemaligen Circus Theater Federlos. 2010 haben sich die Mitglieder der alten Zirkuskapelle wieder zusammengetan. Mit dabei ist auch der Solothurner Ben Jeger. Das Sextett mischt Rock, Jazz, Film- und Zirkusmusik mit musikalischen Souvenirs von den Tourneen der Zirkusband, die sie früher unter anderem nach Nigeria und Namibia führten. «Ethno-Schrott vom Feinsten» verspricht die Federlosband.

Der Anlass beginnt mit dem Barbetrieb, «gestört» vom Solothurner Autor Silvano Cerutti. Der diesjährige Träger des kantonalen Förderpreises stellt mit dem Musiker Martin Flückiger alias Count Vlad sein neues Programm vor. Nach der Lesung wird der Film zur Afrika-Tournee des Zirkustheaters Federlos gezeigt. Hundert Plätze gibt es im Zelt. «Viele hat es nicht mehr», sagt Schaeren.

Störzelt im Kreuzackerpark, 24. August ab 20 Uhr Lesung mit Silvano Cerutti und Martin Flückiger (Musik). Am 25. August ab 20 Uhr Konzert der Federlosband. Vorverkauf bei Schmuck Design Aurum.