Henzihof

Ideen, aber auch erste Begehrlichkeiten wären da

Der von der Stadt gesprochene Kredit für die Zwischennutzung ist eher bescheiden.

Der von der Stadt gesprochene Kredit für die Zwischennutzung ist eher bescheiden.

Im Hinblick auf die Zwischennutzung eines Teils des Henzihofes organisierte die Quartierarbeit Solothurn zusammen mit dem Stadtbauamt am Sonntag Besichtigungen und einen Ideenaustausch.

Es war kein Tag, an dem man sich gerne draussen aufhielt, es sei denn, in der Nähe sorgte genügend Wasser für eine wirksame Abkühlung. Doch das konnte der bis 2021 zur Zwischennutzung freigegebene, sich auf dem Baufeld 2 der Weitblick-Entwicklung befindliche Ökonomieteil des Henzihofs an diesem Sonntag nicht bieten, obwohl das alte Gemäuer am schmalen Wasserlauf des Brühlgrabens steht. Doch vor allem am Vormittag waren gegen 100 Interessierten die Besichtigung der entrümpelten Scheunen samt Stallungen und die Zukunft des Henzihofs ein paar Schweissperlen wert.

Wie der Hof innen aussieht

Nachdem sich der Gemeinderat im vergangenen Januar mehrheitlich dafür entschieden hatte, diesen Teil und die angrenzende Umgebung des in die Jahre gekommenen patrizischen Lehnhofes der Bevölkerung befristet zur Verfügung zu stellen, trieben die Quartierarbeit Solothurn und das Stadtbauamt die Räumung zügig voran. So konnten sich die mehrheitlich aus dem Quartier stammenden Besucher nach nur sechs Monaten ein Bild vom unerwarteten Ausmass des Bauvolumens und dem mächtigen Holzgebälk des früher auch Mutten- oder Brühlhof genannten Gebäudes machen.

An Wünschen mangelt es nicht

Bei der Besichtigung oder dem auch «Brunch der Ideen» genannten Anlass hatten Jung und Alt die Möglichkeit, ihre Wünsche und Vorstellungen für eine mögliche Nutzung des Aussen- und Innenbereichs anzubringen. Beim Blick auf die an die Mauer angebrachten Wunschzettel erkannte man rasch, dass dies nicht wenige sind. Vom Chillen bis zum Tischtennis- oder Pétanquespielen, von der Natureisbahn bis zur Reparatur- oder Künstlerwerkstatt, von Konzerten und Theateraufführungen, Flohmärkten und selbst dem Anbringen von Graffitis war da alles hübsch aneinandergereiht.

Vernetzung ist wichtig

Für die Quartierarbeiterin Regula Aepli, die sich massgebend für das Gelingen des Projekts einsetzt, ist klar: Die von der Denkstatt Sàrl und dem Baubüro In Situ begleitete Zwischennutzung soll sich stets weiterentwickeln und Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen ansprechen: «Es ist völlig offen, welche Form das Projekt annimmt, wichtig ist, dass eine Vernetzung stattfindet.» Klar ist bereits jetzt, dass sich der Betrieb auf die Sommermonate konzentrieren wird, denn eine Heizung gibt es im Henzihof nicht, und wer sich dort im Winter aufhalten will, muss sich warm anziehen und tut gut daran, eine Wolldecke mitzunehmen.

Das vor allem, weil die in grosse und kleine Nutzungseinheiten aufgeteilten Räume in ihrem ursprünglichen Zustand belassen werden müssen. Das heisst, es dürfen weder zusätzliche Fenster angebracht werden, noch darf irgendetwas abgebrochen werden. Kleinere Veränderungen müssen mit der sich im August formierenden, aus Anwohnern, interessierten Quartierbewohnern, Nutzern, Kulturschaffenden und Vertretern der Stadtverwaltung besetzten Betriebsgruppe abgesprochen werden. In die Gruppe aufgenommen werden, wenn gewünscht auch Bewohner von anderen Quartieren oder umliegenden Gemeinden.

Kreativität ist gefragt

Immerhin: Ganz wie anno dazumal, als in den Stallungen die Kühe einander warm gaben, müssen die Benutzer nicht leben: es gibt Elektrizität, Wasser, WC-Anlagen und Waschstationen. Selbst das Brünnchen vor dem Hof wird wieder plätschern, wenn der Anbau rückgebaut ist.

Der von der Stadt gesprochene Kredit für die Zwischennutzung ist eher bescheiden. Der Gemeinderat hatte im Januar 170 000 Franken für die Reparaturkosten und eine minimale Zwischennutzung, sowie 160000 Franken für den Betrieb gesprochen. So wurden vorsorglich bereits 200 Stühle aus einem Abbruch zwischengelagert. Kreativität sei, so Regula Aepli, somit auch bei der Einrichtung gefragt.

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