Solothurn

«Ich bin froh, dass ich es mit Ruderern zu tun habe»: Achterrennen findet zum 32. Mal statt

Auch dieser Jahr fand das Acherrennen auf der Aare statt. Bei Wind und Wetter traten aber an dem diesjährigen Rennen nur 22 Boote gegeneinander an.

Es gibt schöne Anlässe, die muss man nicht jedes Jahr neu erfinden. Das traditionsreiche Achterrennen des Ruderclubs ist eines dieser schönen Feste, die bestens in diese Kategorie passen. So trafen sich die Freunde des Rudersports, wie jedes Jahr am ersten Samstag im November, wieder beim Bootshafen neben der Badi, um dieser Regatta der Königsklasse zuzuschauen und die Athleten anzufeuern.

Die Rennstrecke auf der Aare führte wie immer vom Bootshafen aufwärts um den Wendepunkt, das Inseli Länggrien herum, und dann wieder zurück nach Solothurn. Während die Athletinnen und Athleten ihr Bestes gaben, wurden die vielen Zuschauer im Regattabeizli – zum Glück vor dem Regen geschützt – mit Suppe, Grilladen, Kuchen und Kaffee verwöhnt. Immer gleich und trotzdem jedes Mal etwas anders: Auch das trifft auf die Solothurner Regatta zu. Vor vier Jahren war es spätsommerlich warm, und einige der Ruderer – die sind ja bekannt dafür, wetterfest zu sein – genossen sogar ein Bad in der Aare. Dann blies eine zügige Bise, einmal war es eisig kalt und 2017 musste der Start wegen des stockdicken Nebels verschoben werden. Diesmal machte der Wetterwind den Ruderern zu schaffen. Die erste Staffel, die um 12 Uhr startete, profitierte bei der Rückfahrt von einem strammen Rückenwind, während die zweite Staffel um 13.30 Uhr bereits bei kräftigem Regen starten musste.

«Die Bise ist für uns am schwierigsten, weil sie auf der Aare recht grosse Wellen produziert», weiss Thomas Christen, Leiter Breitensport des Ruderclubs und Präsident des Organisationskomitees der Regatta. «Ich bin froh, dass ich es mit Ruderern zu tun habe. Die sind wetterfest und hart im Nehmen. Da hat man als Organisator keine Probleme. Selbst wenn der Westwind so wechselhaft ist wie heute, was im Ziel doch ein paar Sekunden mehr oder weniger ausmachen kann, akzeptieren das die Ruderer, ohne zu reklamieren.»

Die Solothurner Boote hatten diesmal keine Chance auf den Sieg – aber der Wind war daran nicht schuld. Deutlich am schnellsten war Blauweiss Basel mit einer Zeit von 36 Minuten und 33 Sekunden. Die Solothurner Männer belegten in der Kategorie Masters Rang vier. Die Solothurner Frauen und die Junioren belegten die beiden letzten Plätze, wofür es aber sehr gute Erklärungen gibt: Bei den Frauen hatten wiederum Schwangerschaften einige Umstellungen zur Folge. In den drei vergangenen Jahren sass nur eine der acht Ruderinnen jedes Mal im Boot. Der mit Juniorinnen und Junioren gemischt besetzte Solothurner Achter gingen mit dem altehrwürdigen Holzboot an den Start, das deutlich breiter, schwerer und somit langsamer ist.

«Mehr Qualität statt Quantität»

Nach dem Rekord mit 35 Booten 2017 und deren 34 im vergangenen Jahr waren diesmal, also bei der 32. Austragung der Regatta, nur 22 Bote am Start. Das bedeutet eine Rückkehr zu den früheren Dimensionen und das Achterrennen befindet sich somit in einer Konsolidierungsphase. «Die jetzige Grösse kann unser Verein besser bewältigen», erklärt OK-Präsident Thomas Christen, weshalb er diesmal darauf verzichtet hat, persönlich bei den Rudervereinen anzufragen und zusätzliche Boote anzuwerben. Zudem haben die Romands gefehlt, die vor zwei Wochen auf dem Schiffenensee ihren «Roesticup» durchführten, und am vergangenen Wochenende lockte das «Bern Boat Race» 150 Athletinnen und Athleten auf den Wohlensee. Das Solothurner Achterrennen sei trotz dieser wachsenden Konkurrenz nicht gefährdet, meint Thomas Christen. «Wir sind nicht böse, wir haben weniger Quantität, dafür mehr Qualität am Start.» Man darf sich also bereits den ersten Samstag im November des nächsten Jahres in der Agenda rot anstreichen. Dann wird die Regatta zum 33. Mal durchgeführt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1