Nein, seine Arbeits-Gspändli haut man nicht in die Pfanne. Aber bitzli Schelte sei an dieser Stelle erlaubt. Denn mal im Ernst, liebe Herren Stadtbummel-Kollegen: Wo bleiben eure anerkennenden, bejahenden Stadtkolumnen-Worte? Wo bleiben die Schriften, die ihr Sujet auch mal feiern?

Solothurn verdient verheissungsvolle Texte. Trotz sonnenscheinresistenten Novembernebels, trotz der Tatsache, dass unser Städtli jetzt nicht mal mehr eine Liebesbrücke hat. Trotz des Hauch provinziellen Odeurs, der an unseren traurig wenigen Freinächten hängt. Trotz Laubbläser, trotz fehlender Lotto-Säli. Trotz einfach allem, was als Stein des Anstosses seinen Weg in die letzten Stadtbummel-Kolumnen fand.

Steine des Anstosses kennt diese Stadt nämlich genug. Sprichwörtlich, fuhr doch beim Abbau der Hafebar der Hafebarabbau-Wagen so fest in die Quai-Mauer, dass diese geflickt werden muss. Aber das hatten wir schon. Hier, heute, soll nur Gutes stehen. Darum, liebe Kolumnisten-Kollegen, voilà: der unvollständige, doch längst überfällige «I love Solothurn – trotz allem»-Nachweis. In der November-Edition. 

I love Solothurn trotz allem, weil …

  • … Scharen von krächzenden Krähen über der nebelverhangenen Aare den Weg über die Kreuzackerbrücke zum mystischsten aller Arbeitswege machen.
  • … man sich immer und immer wieder freuen darf, wenn die Sonne den Nebel doch noch besiegt.
  • … man jetzt täglich darauf hoffen kann, dass sich der Weissenstein dann mit einem Häubchen Weiss präsentiert.
  • … es jetzt wieder Glühwein gibt in unseren Beizen. Hilft gegen Nebel. Immer.
  • … sich auf keine Art und Weise die Hände besser wärmen lassen als an einem Päckli heisser Maroni. Egal, von wem sie verkauft werden.
  • … unsere schöne Weihnachtsbeleuchtung auch die dunkelsten Tage erhellt.
  • ...die Wochenmärkte auch im Winter Einzug halten – und man sich voll und ganz ums Kerngeschäft kümmern kann. Kein Gequetsche. Keine unzähligen «Hoi, wie geits? Es muess, merci». Nur noch Kohl, Rüebli und Äpfel.
  • … die Kerzli in der Verenaschlucht jeden noch so stressigen Sonntagseinkauf wieder gut machen.
  • ... morgen, am 11.11., in Solothurn nicht schon die Fasnacht beginnt. Dafür am Valentinstag 2018, wenn der Böögg verbrannt, auch der Nebel fast weg ist.

Übrigens: Auch die Verfasserin freut sich durchaus auf die nächsten Stadtbummel-Kolumnen. Zweckoptimismus war noch nie ihre Stärke.