Solothurn
Hydrant umgefahren: In einer Stunde schiessen 500 m3 Wasser aus dem Boden

Am Montagmittag knallte ein Fahrzeug in Solothurn beim Rückwärtsfahren in einen Hydranten. Vom Wasserdruck schoss dieser in die Höhe; das Wasser hinterher. Erst nach einer Stunde konnte es abgestellt werden.

Lea Durrer
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Die Wasserfontäne, die an der Krummturmstrasse emporschiesst, ist mehrere Meter hoch
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Hydrant wird in Solothurn umgefahren – meterhohe Fontäne schiesst in die Luft
Den Hydranten hat es durch den Druck gleich über den Zaun gespickt
Ein Mitarbeiter der Regio Energie schaut sich den Hydranten an
Hier stand einmal der Hydrant
Baustelle: Die Regio Energie muss den Asphalt rund um den Hydranten aufreissen, um ihn reparieren zu können

Die Wasserfontäne, die an der Krummturmstrasse emporschiesst, ist mehrere Meter hoch

Lea Durrer

Tausende Liter Wasser strömen kurz nach dem Mittag die Krummturmstrasse hinab. Schon vom weitem ist der Ursprung des Flusses zu sehen: eine meterhohe Fontäne.

Der Grund dafür steht einige Meter weiter weg auf dem Trottoir: Ein schwarzer Lieferwagen mit Solothurner Kennzeichen.

Sarah Wanner konnte das Geschehen direkt vom Fenster der Firma enerconom Ingenieure für Gebäudetechnik beobachten. «Wir waren beim Mittagessen. Da habe ich gesehen, wie der Lieferwagen rückwärts fährt und es knallt. Dann war der Hydrant plötzlich oberhalb des Autos. Und dann kam das Wasser.» Sie und andere haben gleich die Polizei informiert.

Eine Patrouille kam auch sogleich, befragte die Fahrzeuginsassen zum Unfall. Ein 28-jähriger Ungare hatte die Kurve nicht richtig gekriegt.

Bis aber die alarmierte Regio Energie auftauchte, dauerte es. Erst eine Stunde nach dem Unfall kreuzte ein Fahrzeug mit zwei Mitarbeitern auf. Dann ging alles ganz rasch. Innert einer Minute wurde das Wasser abgedreht, die Fontäne wurde kleiner und kleiner – bis kein Wasser mehr aus dem Loch im Boden strömte.

Fünf Minuten später tauchte dann auch noch die Feuerwehr mit einem kleinen Einsatzfahrzeug auf. Sie hatte aber nichts zu tun und zog wenige Minuten später wieder ab.

Offenbar informierte die Polizei zuerst den Werkhof der Stadt Solothurn. Als aber klar war, dass der Hydrant nicht mehr steht, musste die Regio Energie aufgeboten werden.

Der Schaden beträgt einige Tausend Franken. Vor allem am Hydranten und an der Bodenverankerung sind durch die Kollision Schäden entstanden. Auch der Asphalt wurde leicht beschädigt. Die Schäden am Lieferwagen sind geringfügig. Personen wurden keine verletzt.

Pikett aufgeboten

Insgesamt entströmte in der Stunde nach dem Unfall zirka 500 Kubikmeter Wasser, wie es bei der Regio Energie auf Anfrage heisst. Die normale Reaktionszeit liege zwischen 20 und 40 Minuten. «Je nach Standort des Vorfalls und Aufenthaltsort des Pikettmonteurs», so Sandra Hungerbühler, Leiterin Marketing und Kommunikation. In diesem Fall sei der Pikettmonteur nach 30 Minuten im Einsatz gestanden.

Nicht normal

Normalerweise würde ein Hydrant nicht einfach so in die Luft gehen, weiss Gaudenz Schütz, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Firma enerconom. «Hydranten haben eineinhalb Meter unterhalb der Erdoberfläche einen Schieber, der das Wasser normalerweise abstellt. Wenn ein Fahrzeug in einen Hydranten hineinfährt, gibt es oberhalb der Erdoberfläche eine Sollbruchstelle.» An dieser Stelle sollte dann der Hydrant brechen.

«Offenbar hat das Fahrzeug den Hydranten aber mehr beschädigt, als es im Normalfall geschieht», vermutet Gaudenz Schütz. Wahrscheinlich habe es einen Riss durch die Standleitung gegeben. Er schätzt, dass 7-8 Bar Druck auf der Leitung bestehen. «Dann jagt es den Hydranten halt zum Boden heraus.»

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