Die Einsiedlerin Verena Dubacher hat erst kürzlich die Verenaschlucht verlassen - nach knapp fünf Jahren im Dienst der Bürgergemeinde Solothurn. Auch mit Hundehaltern und ihren vierbeinigen Lieblingen hatte die heute 68-Jährige in den Jahren vermehrt zu tun. 

Diese Arbeit sei nicht zu unterschätzen, kommentierte Walter Morgenthaler auf der Facebook-Seite der Solothurner Zeitung. Die Halter würden ihre «Lieblinge» einfach «frei laufen und irgendwo hinscheissen» lassen. «Wenn dann ‹jemand› etwas sagt, erhält man zur Antwort: ‹Wosch eis uf d'Schnurre?›.» Das sei ihm in der Verenaschlucht passiert, als er mit seinem angeleinten Hund unterwegs gewesen sei. «Ich verstehe nicht, warum da nicht rigoros durchgegriffen wird?»

Recht hat er, denn...

Gesetzlich gesehen müssten alle Hunde in der Einsiedelei - eine Schutzzone (siehe Kasten) - an der Leine geführt werden.

Die generelle Leinenpflicht gilt laut Artikel 4 der Hundeverordnung für alle Hunde im Wald im Mai und Juni und im bezeichneten öffentlichen Raum. Einzelne Hunde müssen an die Leine genommen werden, wenn sie unter ständiger Kontrolle gehalten werden müssen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie unberechtigterweise jagen oder wildern. Auch gilt die Leinenpficht, wenn das Oberamt oder der Veterinärdienst dies so verordnen.

Leinenpflicht bei Quarantäne-Fällen

Der Veterinärdienst greift nur in den seltensten Fällen ein. Er beordert eine Leinenpflicht, «wenn zum Beispiel ein Hund importiert wird und unter Quarantäne steht», erklärt Kantonstierärztin Doris Bürgi. In diesem Fall müsste zuerst sichergestellt werden, dass der Hund nicht an Tollwut erkrankt ist, bevor er mit anderen Tieren in Kontakt kommt.

Wenn eine Gefährdung bestehe, würde stets das Oberamt eingreifen, so Bürgi.

Bussen ab 50 Franken

Wird der Leinenpflicht nicht nachgekommen, hat das kaum Auswirkungen, denn gezielte Jagd auf «Sünder» wird nicht gemacht. «Wenn wir etwas feststellen, machen wir die Person darauf aufmerksam oder zeigen sie an», sagt Thalia Schweizer, Mediensprecherin der Kantonspolizei. Am meisten würden die Hundehalter aber durch die Jagdvorsteher angehalten.

Diese können die Halter dann per Formular an die Polizei melden. Die Anzeige wird dann an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Vorgesehen für diese Art des Verstosses ist eine Busse. Wie hoch sie ausfällt, hängt «vom konkreten Einzelfall ab», sagt Cony Zubler. Die Busse beginnt laut der Mediensprecherin der Solothurner Staatsanwaltschaft «im Normalfall bei 50 Franken».

Da Anzeigen aber oft mit einem Vorfall mit diesem Hund einhergehen (z.B. Angriff auf einen Menschen), kann die Strafe durchaus rasch höher ausfallen.

Gesetzlich gesehen wäre eigentlich alles klar, was die Leinenpflicht betrifft. Die Zonen, in denen Hunde nicht frei herum laufen dürfen, sind aufgelistet. Dennoch halten sich nur die wenigsten Hündeler an die Leinenpflicht - es fehlt wohl auch einfach der Überblick.