Hotellerie
Hotels der Stadt Solothurn profitieren stark von den Filmtagen

Die Hotels der Stadt Solothurn sind über die Filmtage sehr gut besucht. Allein das von der Filmtage-Organisation selbst reservierte Pensum umfasst 455 Nächte. Die Hotels in der Umgebung der Stadt profitieren aber nicht merklich von den Filmtagen.

Andreas Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Die Solothurner Hotellerie ist in den Startlöchern für den Beginn der Filmtage.

Die Solothurner Hotellerie ist in den Startlöchern für den Beginn der Filmtage.

Andreas Kaufmann

Nicht nur vor vielen Kinokassen Solothurns ist in den nächsten Tagen Schlangestehen angesagt. Gerade einige auswärtige Filmtage-Fans mögen ein ähnliches Ritual vor der Hotelrezeption hinter sich haben.

Nach dem letztjährigen Allzeitrekord an Logiernächten (85 223 Übernachtungen in der Stadt; wir berichteten) herrscht in den kommenden Tagen in hiesigen Hotels praktisch Vollbelegung. Mit der Ausnahme natürlicher Fluktuationen: Zimmer werden kurzfristig abgebucht, wonach der nächste Schlangestehende in die Bresche springt.

Dafür sorgt mit vorab reservierten Kontingenten erst einmal die Filmtage-Organisation selbst: Das für Ehrengäste und internationale Gäste gebuchte Quantum umfasst in diesem Jahr gesamthaft 455 Nächte.

Lücken schnell wieder gestopft

Und die befragten Stadthotelliers sind sich einig: Was davon noch übrig bleibt, bleibt nicht lange übrig: «Geringfügige Umbuchungen gibt es immer», findet Markus Stebler, Vizedirektor Hotel Astoria. Doch über die ganze Filmtage-Zeit seien praktisch alle 40 Zimmer vergeben.

Die Auslastung sei somit gleich gut wie in Vorjahren und mache sich gerade bei den Spitzentagen Freitag und Samstag bemerkbar. «Schon fürs nächste Jahr ausgebucht», vermeldet auch Felix Epper, Mitglied der «Kreuz»-Genossenschaft.

«Wir haben jedes Jahr treue Stammgäste und könnten das Hotel in den Haupttagen mehrfach füllen.» Besonders unterstreicht Epper die Nähe vom «Kreuz» zum Filmtagegeschehen und: «Wir stehen mit dem Festival in Symbiose.»

Auf der anderen Seite der Aare zieht auch das «Ramada» ähnlich erfreuliche Bilanz. «Wir sind vollbelegt, und stornierte Zimmer sind meistens schnell wieder weg», sagt Direktor Daniel Siegenthaler. Auch er ortet den Nachfrage-Peak am Wochenende.

Neben dem Kontingent für die Filmtage-Organisation selbst gebe es auch im «Ramada» viele, die nach dem Filmtage-Ende gleich wieder buchen. Und Siegenthaler ergänzt: «Sobald der Vorverkauf der Kinotickets läuft, gibts auch bei uns einen weiteren Buchungsschub.»

Ebenfalls zufrieden zeigen sich Rolf Trechsel und Christian Stampfli in ihrem zweiten Betriebsjahr des Hotels Roter Ochsen. Ihre elf Zimmer sind nahezu durchwegs vergeben. Auch die beiden Betreiber erlebten nach den frühzeitigen Vorreservierungen dann den Ansturm im Herbst.

Neben den obligaten Kontingenten sind es Reservationen für Einzelpersonen oder an Filmgesellschaften. «Unsere 16 Zimmer im Hotel an der Aare sind schnell besetzt», informiert Roland Furrer, der ausserdem auch Geschäftsführer im «Bären» an der Baselstrasse ist.

Dort seien die Buchungen etwas kurzfristiger. Im «Bären» gebe es ausserdem neben der typischen Filmtage-Kundschaft auch Businesskunden, die es gerade über diese Tage etwas schwerer haben, ein Zimmer zu finden.

Filmtage-Peripherie profitiert kaum

Doch wie steht es um die Buchungslage in der «Cineasten-Peripherie», also ausserhalb der Stadtgrenzen? «Filmtage-Publikum kehrt kaum mehr ein, seitdem der Schweizer Filmpreis nicht mehr in Solothurn vergeben wird», meint John Traub vom Airport-Hotel Grenchen.

Früher sei die Kundschaft, die in Solothurn zimmerlos blieb, nach Oensingen oder Grenchen «rausgespült» worden. Als konstant-bescheiden lässt sich der Zulauf im Hotel Sternen Kriegstetten beschreiben. «Man merkt wenig, dass Filmtage sind», so Geschäftsführer Christoph Bohren, und: «Wir haben zu dieser Zeit eher eine ‹normale› Zimmerbelegung.»

Im Vergleich zur Situation vor sechs bis sieben Jahren habe man im Hotel Park Forum Wylihof in Luterbach heute nur noch wenig Filmtage-Gäste, so Rezeptionistin Michele Hafner. Damals hat sich auch ein Shuttleangebot in die Stadt ausbezahlt.

Nicht ganz undreist mutet aber die «Taktik» an, die einige Hotelgäste dort offenbar anwenden: «Es gibt vereinzelt solche, die bei uns kurzfristig stornieren, weil sie in der Stadt dann auf die Schnelle doch noch ein Zimmer gefunden haben.»

Nicht bewährt haben sich die bisher angebotenen Filmtage-Packages (Zimmer und Kinoeintritt), wie die Filmtage-Organisation bestätigt. «Die meisten Leute buchen unabhängig von den Packages», ist auch Walter Imoberstegs Erfahrung.

Als Hotelinhaber des «Ambassador» stellt er zudem fest, dass die Leute im Gegensatz zu früher nicht mehr wochenweise, sondern nur noch tageweise buchen. Und während die Leute aus der Filmindustrie Solothurn vor allem unter der Woche einen Besuch abstatten, dominieren am Wochenende jene Gäste, die zum reinen Filmspass herkommen.