Stadt Solothurn
Hotel Krone: Das, was die Denkmalpflege will, wird gemacht

Neuer Anlauf, um doch endlich den Umbau des Traditionshauses beginnen zu können: Das Dach des Leisttrakts wurde nochmals überarbeitet. Die Architekten setzen nun auf die in der Solothurner Dachlandschaft üblichen Biberschwanzziegel.

Wolfgang Wagmann
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Das jetzige Dach des Leisttrakts noch mit dem alten Baugespann
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Und so sieht das überarbeitete Projekt aus
Kronendach Solothurn
So würde sich das neue Leistdach im Stadtbild von der Vorstadt aus zeigen
So ist das angebaute Treppenhaus im Hinterhof geplant

Das jetzige Dach des Leisttrakts noch mit dem alten Baugespann

Wolfgang Wagmann

Im Mai 2012 hatten Kanton und Stadt Solothurn das Hotel für 9 Mio. Franken erworben, vor zwei Jahren schloss der Betrieb seine Türen, und seither versucht die Baurechtsnehmerin, ein Immobilienfonds der Credit Suisse, eine Baubewilligung für den Umbau des gesamten Ensembles zu erlangen. Während das Hauptgebäude mit künftig 28 Hotelzimmern, Restaurant und Saal, betrieben durch die Genossenschaft Baseltor, keine Knackpunkte sah, gestaltete sich die Projektierung des südlichen Leisttrakts schwieriger. Vorgesehen sind Wohnungen und Geschäftslokalitäten, welche die Baurechtsnehmerin selbst vermieten will. Auf Opposition auch beim Heimatschutz stiess jedoch die Neugestaltung des Leistdachs, das in seiner jetzigen Form aus den Dreissigerjahren stammt und neu eine Aufstockung um ein Geschoss erfahren soll.

Tiefer und mit Ziegeln

«Wir haben die Überarbeitung wieder mit der Denkmalpflege zusammen vorgenommen», erklärt Benedikt Graf für das mit dem Umbau beauftragte Solothurner Architekturbüro Graf Jenni Stampfli. Die Denkmalpflege hatte zwar im April der Aufstockung im Grundsatz zugestimmt, aber eine bessere Proportionierung und Materialisierung verlangt. Darauf hin habe man, so Graf, «die äussere Kante des Mansardendachs um 60 cm gesenkt und 15 cm nach innen verschoben.» Damit werde das Mansardengeschoss auf die geringst mögliche Höhe reduziert, um darin immer noch eine Wohnnutzung zu ermöglichen. Der obere Teil des Daches werde dadurch aber deutlich steiler. «Durch das Zusammenwirken der vorgeschlagenen Massnahmen erhält das Dach eine gute Proportionierung und Formgebung», ist der Architekt überzeugt. Statt der von Denkmalpfleger Stefan Blank abgelehnten Kupferblechverschalung des Mansardengeschosses setzen nun die Architekten auf die in der Solothurner Dachlandschaft üblichen Biberschwanzziegel.

Treppenhaus in Beton

Ebenfalls mit der Denkmalpflege erarbeitet wurde das hofseitige Treppenhaus, das auch Bestandteil des nochmaligen, zweiten Baugesuchs ist. «Treppenhäuser und Laubengänge wurden früher offen aus Holz konstruiert. Das ist heute aber aus Gründen des Brandschutzes nicht mehr möglich», so Benedikt Graf. Darum schlage man eine Konstruktion aus Beton vor, auf dem das Holz mittels einer sägerohen Bretterschalung abgebildet sein wird. Mit der Materialisierung in Sichtbeton auf der Westfassade werde das Treppenhaus «als eigenständiges Element ablesbar».

Auch wenn die Baukommission die Überarbeitung bejahen sollte – gebaut werden kann noch nicht. Neben der Denkmalpflege hatte sich ein Privateinsprecher gegen das Mansardendach gewehrt. Vor Verwaltungsgericht hängig sind noch Beschwerden zur Hofgestaltung und Anzahl Parkplätze sowie eine der Bauherrschaft, die eigentlich den ersten Dachentwurf realisieren möchte, und darauf pocht. So ist auch für Graf ein Baubeginn noch 2014 unrealistisch.