Fasnachtsbeizen

Honolulus «Raststätten» werben um Narren

Eine Beizentour durch Solothurn zeigt: Dieses Jahr buhlen traditionelle und neue Mitstreiter um durstige und hungrige Narren. Ist die Zwischenverpflegung vielleicht im Märlischloss, im Knast oder doch lieber im Honolulu-Style zu geniessen?

Ob man ins Sousaphon pustet, dem Umzugswagen zujubelt oder reihenweise durch die Altstadt hüpft: Die Fasnacht vernichtet Kalorien und macht Durst. Und so gehören gesellige oder kulinarische «Zwipfs» – Zwischenverpflegungen – fraglos zur fünften Jahreszeit dazu. Auf einer kleinen (nicht lückenlosen) Beizentour kommt immerhin eine Auswahl altbewährter oder neuer «Raststätten» zusammen.

Neu und gleichzeitig altbewährt ist die «Krone». Vor drei Jahren hatte die Schnitzelbankgruppe G.O.R.P.S. für eine Wiederbelebung des historischen Fasnachtslokals gesorgt, vorletztes Jahr war die Kofmehl-Crew am Drücker. Und heuer wurde das «blutte» Interieur durch den Verein «P.Rost» reaktiviert, aus deren Reihen im vergangenen Jahr bereits eine «Italo-Bar» im ehemaligen Sportgeschäft Marbach organisiert worden war.

Im «Märlischloss» Krone können Narren in eine zauberhafte Welt eintauchen: «Durch die Wahl dieses Sujets können wir viele Themen visualisieren», erklärt Daniel Wagmann vom fünfköpfigen Verein. Und so trifft man sich in dieser Grimm’schen Welt mit «Dornböschen» an der Prinzenbar, die im Discomodus beschallt wird. Oder man stattet der ruhigeren Märlibeiz einen Besuch ab, wo Schnitzelbänke und Guggen ihre Aufwartung machen. Im Saal schliesslich finden auf Reservation am Sonntag bzw.. Dienstag Soireen statt, wobei lediglich für Dienstag noch Plätze zu haben sind. Und dann versprüht das Märlischloss schon von aussen seinen Zauber: Dank findiger wilder Lichtshow, die sich in den Fassadenfenstern gleichsam einem Hexenfeuer abspielt.

Luxusknast und Logo-Tausch

Irma Bürgi und Heidi Nobs vom altehrwürdigen Restaurant Flora hoffen auf viel Narrenvolk auf kleinem Raum. «Für mich ist es die erste Fasnacht im ‹Flora›», sagt Wirtin Bürgi. Als Sujet fallen die witzigen Cartoon-Spielkarten auf, die das offizielle Motto «Ungerobsi» gekonnt ins Bild setzen. Und nicht nur das: «Eine regelmässige Besucherin unseres Restaurants hat sie für uns gestaltet», freut sich Bürgi. Und da es sich beim «Flora» um eine angesagte Jass-Beiz handelt, passts umso mehr.

Xenia Frey von der «Esubar» – auch bekannt als «BARFuess» – hat ihr Lokal wohl in Anlehnung an den «Schachen« zum (Luxus-)Knast umfunktioniert. Gleichzeitig wird aber auch ein Angebot ausserhalb der «Gefängnismauern» lanciert, namentlich eine Aussenbar «mit Brezen und Glühbier statt Glühwein, denn schliesslich haben wir ja auch sonst 111 verschiedene Biere im Angebot», so Frey.

Altbewährtes wirds in der Honolulu-Bar geben, wie Marco Lupi von der Narrenzunft bekannt gibt. «Am Donnerstag, Samstag, Sonntag und Dienstag gibt es Riesenpartys mit DJ.» Und das Dekor soll ganz im typischen «Honolulu-Style» daherkommen. Ebenso wenig ist der «Chlämmerli-Egge» der Alt-Elisi beim «Söitöri» wegzudenken. Bei diesem Barbetrieb werden sich wie oft vor allem Altfasnächtler finden. Und zu den altbewährten Lokalen zählt heuer auch der Mamfi-Keller mit seiner gemütlichen Bar.

Bereits auf dem UNO-Rundgang zu reden gab der scheinbar neue Standort des «Alten Stephan» am Landhausquai. Was Andy Zaugg in Sachen Aaresicht zugutekäme, würde ihm wohl an Platz mangeln. Denn es handelt sich um Sonja Guzzantis «Mediterrane Leckereien». Sie und ihr Bruder Andy Zaugg haben «Ungerobsi» als Ermutigung erkannt, das Erscheinungsbild während der Narrenzeit einzutauschen. Doch auch wenn «Mediterrane Leckereien» zurzeit am Friedhofplatz zu finden sind: «Wir werden eine fasnächtliche Genussoase bieten, auf die sich die Leute auch sonst immer wieder freuen.»

Neben den Ball-Lokalen und Partystätten haben sich viele Solothurner Beizen fasnächtlich in Schale geworfen – auch ohne Rahmenprogramm, aber mit viel Stimmung. Bei «Ana Capri» halten die «Märchen aus 1001 Nacht» Einzug. Kunterbunt ist die Einrichtung in der «Trattoria di Daniele», wo des Wirten Nachbarin Tamara Steiner mit Versen und Farben mitgewirkt hat. Und auch sonst gibt es – ungeachtet von Appetit und Durst, den die Narrenzeit verursacht, genügend Gründe für eine Tour de Honolulu.

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