Still wars morgens vor 5 Uhr rund um das tiefverschneite Solothurn, nur einzelne weisse Schemen huschten stadteinwärts. Für nichtfasnächtlichen Morgenlärm sorgten lediglich die Räum- und Salzfahrzeuge des Werkhofs, die emsig die Folgen des Schneetreibens bekämpften. Doch ein Blick auf den Friedhofplatz oder Söilimäret kurz darauf bestätigte: Es wird doch Fasnacht werden in Solothurn. Oberchessler Reto Stampfli fackelte denn auch nicht lange, und bewegte seine Fangemeinde nach der obligaten St. Urbangasse rasch einmal Richtung Vorstadt. «Ich wollte die Vorstadt und das Thema Aare an dieser Chesslete speziell einbringen.»

Solothurner Chesslete 2013

Videoimpressionen von der Chesslete

Was Stampfi im Flockenwirbel bestens gelang, denn nach der Passage der Wengibrücke offenbarte sich vom Landhausquai aus über die Aare, dass der lange Chesslerzug noch tief in der Vorstadt den Weg an den Kreuzackerquai suchte. Das Trepplein dort beim Standesamt war allerding recht eng für den Tatzelwurm, doch meisterten viele Chessler nebenan das verschneite Bord mit Bravour.

Premiere für die Familie Fluri

Im vorderen Drittel, direkt hinter dem Pulk der Narrenzunft Honolulu, wurde auch Stadtpräsident Kurt Fluri mit Gattin Denise und seinen fünf Kindern gesichtet. «Wir sind extra aus den Ferien zurückgekehrt und nehmen erstmals alle gemeinsam an der Chesslete teil», meinte der Stadtpräsident, tenü- und fachmässig korrekt ausgestattet - als Lärminstrument setzte Fluri einen Schellenring ein. Eine völlige Premiere war das Mitmachen für Kurt Fluri nicht: „Insgesamt habe ich wohl schon 20 Chessleten mitgemacht.»

Und so galt auch für diese Auflage wie für alle andern: Nach dem feuchtweissen Abenteuer muss eine zünftige Mehlsuppe her. Erfreulich: So viele Beizen wie noch selten schenkten diese gratis aus.