Solothurner Fasnacht

«Honolulu» trägt nächsten Februar wieder Plaketten von Peter Henzi

So sieht die Plakette von Peter Henzi zum Sujet "Jo säg au".

So sieht die Plakette von Peter Henzi zum Sujet "Jo säg au".

Von Hilari bis und mit Aschermittwoch, 26. Februar 2020, trägt «Honolulu» wieder Peter Henzi. Er ging als Sieger aus dem Plakat- und Plakettenwettbewerbs der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) hervor.

Der ehemalige Bloosophoniker – er ist beruflich als Illustrator und Zeichnungslehrer in der Fachschaft bildnerisches Gestalten und Werken der Kantonsschule unterwegs – bewies einmal mehr sein ausgesprochenes Flair und feines Gespür für die Umsetzung des Sujets «Jo säg au». Im Plakat spitzt links ein als Till Eulenspiegel verkleideter Narr seine Ohren, rechts zeigt ein Chessler seine Verwunderung über das Vernommene. Das Vernommene bezieht sich auf die Sprechblase mit den närrischen Terminen von der Chinderchesslete bis zum Bööggverbrönne. Die Plakette mit diesen beiden Protagonisten sowie Sujet, Ort und Jahrzahl ist oval gehalten.

Henzi als «Reservist»

Übrigens, eine Henzi-Plakette wurde ungeplant auch am diesjährigen Fasnachtsdienstag getragen. Weil nach dem Fasnachtssonntag alle 18 000 Plaketten ausverkauft waren, musste für den Dienstagsumzug eine Ersatzlösung her. Plakettennarr Toni Armbrust hatte noch genügend Plaketten von 2016 – mit dem Sujet «wieduwotsch» von Henzi eben – im Archiv, weil wegen des schlechten Wetters der Dienstagumzug nur in reduzierter Form und vor wenig Publikum durchgeführt werden konnte. In einer Blitzaktion spritzte er 1500 Stück blaugrünlich um und härtete sie industriell.

Der Seriensieger

Peter Henzi ist ein routinierter Plaketten- und Plakatentwickler. Erstmals gewann er den Wettbewerb auf die Fasnacht 1984 hin. Sein gebogener Sankt-Ursen-Turm mit dem hängenden Böögg zum Thema «lo di lo go» ist legendär.

Nach einem längeren Unterbruch obsiegte der Stadtsolothurner ab 1998 im Zwei-Jahres-Turnus gleich fünf Mal: 1998 mit dem Sujet «Es nochet», 2000 mit «Tempi passati», 2002 dann zu «Comme tü wö», 2004 bei «Chli sy» und 2006 letztmals zu «sixeso». Wieder folgte eine längere Henzi-lose Phase bis 2016. 2020 gewann er somit zum achtes Mal.

Wie die Entscheidung fiel

Von elf Personen gingen 14 Entwürfe ein: Im Vergleich zum Vorjahr mit 21 Vorschlägen ein Rückschlag um einen Drittel. Eine Person glänzte mit vier Eingaben. Dieser Rückgang beweise, so die UNO, dass das Sujet «Jo säg au» von Christine Wagmann sehr herausfordernd war. Die Jury bestand aus neun Vertretern der sechs Stammzünfte, des UNO-Vorstandes und der Ehren-Ober-Ober-Gilde. Nicht mit gestimmt hatten Ober-Ober André Suntinger und Plakettennarr Toni Armbrust.

Nach dem ersten Wahlgang in der Zunfthütte der Weschtstadt-Zunft belegte Henzi noch Platz zwei. Die sieben punkteschwächsten Eingaben fielen aus dem Rennen. Fürs Finale verblieben nach dem zweiten Wahlgang drei Eingaben. Mit 21 Rangpunkten verwies Henzi den Hägendörfer Pierre Bannholzer (18 Punkte) und den Bellacher Ivo Chiarotti (15) auf die weiteren Podestplätze. Bannholzer lässt eine Närrin einem Böögg ins linke Ohr «chüschelen» und bei Chiarotti taucht bei einer Wahrsagerin in der Wunderkugel das Bieltor auf.

Alle Eingaben sind am Märetfescht vom 28. und 29. Juni in der Infothek und am Risottoessen der Weschtstadt-Zunft vom 6. und 7. September zu bestaunen.

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