Solothurn

Holz ist an der Eigenheim-Messe viel mehr als nur ein Glücksbringer

Bis Sonntag ist der Fächer an Baudienstleistern im und beim CIS an der Eigenheim-Messe zu sehen. Der Schwerpunkt: Holz.

«Houz alänge», sagt Alfred Zurbuchen, Betriebsleiter von gz-parkett aus Oberbipp, als er mit den Fingern über den Boden wandert, der gleichzeitig auch Produkt der Firma ist. Ist es dieses kleine Aussteller-Ritual, das die Eigenheim-Messe an den vergangenen neun Durchführungen und am angelaufenen Zehnten zur «kleinen Erfolgsgeschichte» gemacht hat und macht? So jedenfalls nannte sie Benno Krämer zur Eröffnung mit Behörden, Partnern und Ausstellern.

Doch für die aktuelle Eigenheim-Messe ist Holz viel mehr als nur ein Glücksbringer. Er bildet den thematischen Schwerpunkt, was sich einerseits im Prix Lignum äussert, dem Preis für innovatives Bauen mit Holz, dem eine stattliche Ausstellungsfläche gewidmet ist. Andererseits zeigen auch zahlreiche Aussteller, dass Holz «en vogue» ist – als Huldigung an einen guten alten Werkstoff.

Die Zukunft der Küche

Doch die Messe hat auch ihre futuristischen Seiten: So zeigt Michael Egger von Elektro Zimmermann AG aus Brügglen einem interessierten Besucher, wie er per Tablet-Computer sein Licht dimmen und Lichter ein- und ausschalten kann. Wie von Geisterhand öffnen sich dafür die «Chuchichäschtli» bei Vertor Küchenbau aus Aefligen elektronisch.

Geschäftsführer Markus Jost erkennt die Automatisierung des Haushalts als aufkommenden Trend.

Ein anderer Trend hat seinen Scheitelpunkt – auch wegen der politischen Rahmenbedingungen – wohl schon überschritten: die klassische Photovoltaik. Während vor zwei, drei Jahren Solartechnik noch als Schlagwort galt, gibt es nun zumindest Anzeichen, dass sich das Weiterdenken lohnt, geradezu aufdrängt: Martin Salzmann, Projektleiter der Soleis AG aus FeldbrunnenSt. Niklaus, zeigt einen rezyklierbaren Energiespeicher auf Kalzium-Blei-Basis. «Ziel soll sein, die Sonnenenergie selbst zu speichern, anstatt sie ins Netz einzuspeisen», sagt Salzmann.

Baubranche meistert die Hürden

Bei allen Auf- und Abwärtstrends, die man als Bauherr in spe oder interessierter Besucher der Eigenheim-Messe feststellen kann, sehen die Veranstalter Benno und Monika Krämer dann doch vor allem Chancen für die Baubranche – und damit für ihre Messe. Ermutigende Worte steuerte als Ehrengast Landammann und Bau- und Justizminister Roland Fürst zu diesem Thema bei. «Auch wenn es Wolken am Himmel gibt, erweist sich die Baubranche als sehr krisenresistent.»

So seien trotz des Raumplanungsgesetzes, mit dem der Bund dem Kanton reinrede, genügend Bauzonen für die kommenden Jahre vorhanden. Auch der Kampf gegen die Zersiedelung sei nichts, was die Baufähigkeit per se stark beeinträchtige. «Nach innen verdichten und gehortetes Bauland nutzbar machen», sei immer noch eine Option.

Schleichend altern auch unsere bestehenden Immobilien», fügte er an. So stammten 90 Prozent der Gebäude aus einer Zeit vor 1990, was die Tätigkeit der Sanierung und Optimierung von Liegenschaften begünstige. «Und der energetische Umbau lohnt sich gar aus dreierlei Sicht: für die Umwelt, fürs Portemonnaie des Bauherrn und fürs Baugewerbe», so Fürst weiter. Seine Zuversicht für eine florierende Bauzukunft stützte er auch auf günstige Wirtschaftsfaktoren, wie sie schon das Biotech-Unternehmen Biogen in die Region geholt haben. «Expandierende Firmen suchen Platz», fuhr er fort.

Und bei dieser Gelegenheit wusste er gleich auch eine neue Frohbotschaft fürs Baugewerbe zu vermelden, wenn sie auch nicht den Markt privater Bauherren betrifft: Der Fleischverarbeiter Bell stehe mit der Regierung im Gespräch und wolle in Oensingen 500 Mio. Franken investieren.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1