Architekturforum

Holz am Bau hat eine Zukunft

Die Zukunft des Bauens soll in ganzheitlichem Sinn angegangen werden. Dabei wird beispielsweise in einem zu bauenden Quartier festgestellt, was ein Haus einem anderen anzubieten hat, das heisst ein Haus produziert Strom und gibt davon anderen ab.

Die Zukunft des Bauens soll in ganzheitlichem Sinn angegangen werden. Dabei wird beispielsweise in einem zu bauenden Quartier festgestellt, was ein Haus einem anderen anzubieten hat, das heisst ein Haus produziert Strom und gibt davon anderen ab.

Wie sieht nachhaltiges Bauen in Zukunft aus? Architekt Simone Pretelli gab am Salvisbergtisch vertiefte Einblicke.

Der Solothurner Architekt Simone Pretelli arbeitet derzeit an einem Forschungsprojekt in Dübendorf, das in Verbindung der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs-Anstalt) und der ETH realisiert wird. Über diese Unit Vision Wood referierte er am Salvisbergtisch, was anschliessend zu einer lebhaften Diskussion der Zuhörerschaft führte.

Wie heute fast üblich heisst das Gesamtprojekt auf Englisch NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies). Das Besondere daran ist, dass die Zukunft des Bauens in ganzheitlichem Sinn angegangen wird. Dabei wird beispielsweise in einem zu bauenden Quartier festgestellt, was ein Haus einem anderen anzubieten hat, das heisst ein Haus produziert Strom und gibt davon anderen ab.

Es wird ein gesamthaftes Wasser- und Abwassermanagement entwickelt, für das dann wiederum die auch auf dem Gelände ansässige EAWAG die Federführung übernimmt. Die verschiedenen Projekte müssen sich indessen selber finanzieren. Bei Petrellis Unit Vision Wood geht es ums Wohnen.

Auf 160 Quadratmetern werden drei Schlafräume für die Dauer von drei Jahren eingerichtet. Diese werden durch Studenten dann auch effektiv bewohnt. Durch seine langjährige Tätigkeit in der Firma Renggli Holzbau ist Petrelli mit dem Material Holz vertraut.

Modulare Bauweise

Simone Petrelli hätte gerne Module für diese Wohnräume vorfabriziert, die nur noch hätten hereingestellt werden können. Aus finanziellen Gründen liess sich dies aber nicht machen. Trotzdem «Vision Wood lebt von vielen kleinen Details». Der realisierte Wohnraum wird genutzt, aber zugleich als Experiment gebraucht. Module für Wohnräume herzustellen ist gleich wie Möbelbau auf einem höheren Niveau.

Als Konstruktionsholz eignen sich vor allem Buchen. Holz kann auch so verarbeitet werden, dass es wasserabstossend ist und somit sich auch für die Ausgestaltung von Badzimmern eignet. Holzfaserdämmung für Fassaden spart Energie. Am 23. Mai wird das Projekt abgeschlossen und in Anwesenheit von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann der Öffentlichkeit übergeben. «Wenn aber ein Projekt erforscht ist, muss es weg, um Neuem Platz zu machen.»

Lebhafte Diskussion

Im Mittelpunkt stand die Frage nach der praktischen Anwendung dieser Forschung am realen Bau. Einig war man sich, dass derzeit die am besten ausgebildeten Handwerker auf dem Bau die Zimmerleute sind. Da in der Schweiz genügend Ressourcen an Holz da sind, kann dieses vermehrt zum Zuge kommen.

Teilweise schränken indessen Bauvorschriften den Holzgebrauch ein. Über sein von ihm bevorzugtes modulares Bauen meint Petrelli: «Es ist nicht das, was Brot bringt, aber es macht Spass.» Oder über das integrative Planen: «Wie weit kann ich alles reduzieren und ihm möglichst viele Formen geben.» Zudem wurde darauf hingewiesen, dass «nachhaltiges Bauen» keine heutige Erfindung ist, sondern dass es dies schon immer gegeben hat.

Weitere Infos www.ruumarchitekten.ch

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