Die letzte der neuen Linden ist gepflanzt, das Fest verrauscht. Die jungen Frauen widmen sich wieder ihrer Ausbildung und die Ausbildner werden versuchen, den Stürmen des Alltags ins Gesicht zu schauen. «Als Volkswirtschaftsdirektorin weiss ich den Wert dieser wichtigen und wertvollen Institution zu schätzen», liess Regierungsrätin Esther Gassler die zahlreich zum Festakt erschienenen Gäste wissen.

Sie gab schmunzelnd bekannt, weshalb sie für die Festansprache die richtige Regierungsperson sei: «Es wäre wahrscheinlich schwierig gewesen, ein anderes Mitglied in der Regierung zu finden, das die Arbeiten rund um die Hauswirtschaft nicht nur vom Hörensagen kennt.» Sie stimmte damit dem wohl berühmtesten Hausmann der Nation, Bänz Friedli, zu, der als Moderator humorvoll und überzeugend aufzeigte, was diesem Berufsbild noch immer an Unerhörtem anhaftet.

Bedeutung ist gestiegen

Als Betroffene und Mutter wusste Gassler, dass eine Nähmaschine nicht mehr zur Grundausstattung eines Haushaltes gehört und «die Kompetenz bei der Reparatur eines kleinen Loches im Pullover (bei Männern und Frauen) gleich null ist». Die Volkswirtschaftsdirektorin bekannte aber auch, dass die Bedeutung der Hauswirtschaft im professionellen Bereich gestiegen sei und Fachkräfte in diesem Bereich bei Tagesschulen, Kinderkrippen und in der Altersbetreuung unentbehrlich sind.

Und dass selbst die modernste Küche «kein Essen auf den Tisch zaubert». Stadtpräsident Kurt Fluri erinnerte an den Kauf der herrschaftlichen Villa im Jahre 1961 und die Suche nach einer geeigneten Nutzung. Schliesslich habe man sich entschlossen, die städtische Haushaltungsschule mit 13 Schülerinnen im markanten Gebäude einzuquartieren. Umbauten in den Jahren 1963, 1983 und 1997 haben das Innere im Laufe der Zeit verändert, nicht aber das Äussere des neubarocken Prunkbaus mit bester Aussicht.

Als sechste Institutionsleiterin in Folge schaute auch Brigitte Kober auf die Vergangenheit zurück und sah in der Neupflanzung der Linden «ein Symbol fürs Leben und die Zukunft».