«Ja, ich hatte erwartet, dass es knapper wird», musste auch Stadtpräsident Kurt Fluri einräumen, dass er nicht mit einer derart breiten Zustimmung für die Doppelturnhalle Hermesbühl gerechnet hatte: Bei einer Stimmbeteiligung von 41 Prozent sprachen sich nämlich 3655 Stimmberechtigte oder 75 Prozent für das 12-Mio.-Projekt aus, nur 1063 legten ein Nein zum noch notwendigen Restkredit von 9,976 Mio. Franken ein.

Wichtig für das deutliche Resultat sei auch gewesen, das bereits 9 Mio. vorfinanziert sind, betonte Fluri weiter. «Das war weitsichtig.»

Mehr Opposition hatte der Stadtpräsident weniger wegen der zuletzt aufgekommenen Kritik durch einen Architekten erwartet, sondern durch «Sportkreise, die sich auch einen Ersatz des Lehrschwimmbeckens und nicht nur der Turnhallen erhofft hatten.» Doch seien die Stimmberechtigten von der Notwendigkeit der neuen Hallen wohl überzeugt gewesen und hätten erkannt, dass «einfach Nein sagen oder Verschieben des Ganzen nichts bringt.»

Kostspielige Vorgeschichte

Die Vorgeschichte des Projekts ist lang. Auf der Basis einer Studie aus dem Jahr 2006 wurde 2007 ein Projektwettbewerb für den Neubau der Doppelturnhalle und des Lehrschwimmbeckens durchgeführt. Im Verlauf der Planung stellte sich dann allerdings heraus, dass die Baukosten des Siegerprojektes weit über den Kostenvorgaben lagen. Auch zeichnete sich eine Veränderung im Betrieb des Schwimmbads der Pädagogischen Hochschule ab und die Stadt musste entscheiden, ob sie nur eines oder zwei Hallen-Schwimmbäder für die Schulen, Vereine und Öffentlichkeit bereitstellen wollte.

Anfang 2011 entschied der Gemeinderat, dass angesichts der anfallenden Kosten im Hermesbühl auf den Bau eines neuen Lehrschwimmbeckens verzichtet wird und die Stadt künftig das Schwimmbad bei der Fachhochschule entweder in Miete oder im Baurecht betreiben werde. Das Bauprojekt, das aus dem ersten Wettbewerb hervorgegangen war, wurde nun abgebrochen und die Stadt musste die Kosten dafür von über 600 000 Franken ans Bein streichen. Das Projekt, das nun mit der Realisierung von nur noch einer Doppelturnhalle umgesetzt werden kann, wurde in der Folge neu gestartet.

Während der Bauzeit wirds eng

2015 beginnt die Bauzeit von rund 17 Monaten. Dann stehen die zwei bisherigen Turnhallen, da sie abgebrochen werden, weder dem Schul- noch dem Vereinssport zur Verfügung. Der Schulsportbetrieb wird während dieser Zeit teilweise in der Turnhalle an der Baselstrasse hinter der Stadtpolizei oder im Freien erfolgen. Beim Vereinssport wird versucht, sofern dies bei der allgemeinen Auslastung der Turnhallen möglich ist, den Vereinen andere Turnhallen zur Verfügung zu stellen.