So ungefähr alle zwei Sekunden tauchen die Ruder eines Achters ins Wasser – aber es scheint fast so, als ob der Solothurner Ruderclub seine Schlagzahl deutlich erhöht hat: Nach dem Neubau des Bootshauses intensivierte der SRC-Vorstand die Nachwuchsarbeit und auch das Projekt eines Frauenachters hat sich in kurzer Zeit zu einer festen Institution entwickelt. So starteten die Solothurner Ruderer am Samstag erstmals seit sehr langer Zeit wieder mit vier eigenen Booten. Mit mit 34 klassierten Achtern im Ziel gab es für die Regatta zudem einen neuen Teilnehmerrekord.

OK-Präsident Thomas Christen hatte die befreundeten Ruderclubs speziell aufgerufen, diesmal ihre Juniorenboote zu melden. Das hatte beim Nachwuchs mit sechs Booten ein erfreuliches Starterfeld zur Folge. Belvoir Zürich stellte ein reines Juniorinnen-Team. Mit dabei war erstmals auch ein Solothurner Achter mit fünf Jungs und drei Mädchen, die erst vor einem Jahr begonnen hatten, ernsthaft zu trainieren.

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«Otto Grappa» gibt Stabilität

Einen schmalen Rennachter im Gleichgewicht zu halten, das ist anspruchsvoll. Das deutlich breitere und schwerere Wanderboot «Otto Grappa» (technisch C-Gig genannt) ist zwar nicht so schnell, aber dafür bietet es den Anfängern etwas mehr Stabilität. Die Zeit stand also beim ersten Rennen für die Debütanten im Hintergrund. Aber das könnte sich schon im kommenden Jahr ändern. Den Namen «Otto Grappa» erklären die SRC-Veteranen übrigens mit einer Legende – an deren Details sich keiner mehr so genau erinnern kann oder will: Auf der Reise an ein Rennen in Norditalien soll einst bei einem Zwischenhalt so viel Grappa geflossen sein, dass schliesslich der SRC mit dem schönen Holzboot den Start verpasste.

Ein fruchtbares Boot

Auch der Solothurner Frauenachter hat sich in kürzester Zeit von einem fruchtbaren Projekt zu einer festen Institution entwickelt. Fruchtbar, das ist in diesem Fall ganz wörtlich zu nehmen: Innert kürzester Zeit bekamen die Ruderinnen nicht weniger als fünf Babys. Die Schwangerschaften konnten jeweils kompensiert werden, da sich nun bereits 14 Frauen in wechselnder Zusammensetzung zu regelmässigen Achtertrainings treffen.

Den Baby-Anfang hatte Beatrice Held gemacht, die bereits wieder als Schlagfrau ins Boot zurückgekehrt ist. «Wir haben ein gutes Rennen gezeigt, wir haben keine Fehler gemacht und unsere beste Leistung gezeigt», kommentierte sie den zweiten Platz bei den Seniorinnen, was gleichzeitig den vierten Platz unter den acht reinen Frauenachtern bedeutete.

Auch Männer fanden Ersatz

Bei den Männern musste der SRC kurzfristig wegen Verletzungen umstellen. Mit zwei Ersatzleuten, von denen einer nur einmal im Training mit dabei war und der andere sein erstes Ruderrennen bestritt, fehlte etwas die Harmonie. Schlagmann Patrick von Däniken war froh, dass es für den Start gereicht hat und er war mit dem 13. Gesamtrang am Ende zufrieden – obwohl das interne Duell durch die Solothurner Senioren gewonnen wurde, die auf den guten achten Gesamtrang fuhren. Gewonnen wurde die Regatta vom favorisierten Boot mit der Nummer 1, dem RC Blau Weiss Basel, knapp vor dem Seeclub Stansstaad. Die Junioren des Seeclubs Zug kamen auf den dritten Gesamtrang und lassen auf eine grosse Zukunft hoffen.