Solothurner Wetter

Hitzemonat Juli: Zum absoluten Rekord fehlte ein «Mü»

Kontrapunkt im Hitzemonat: Gewitter zum Weissenstein-Schwinget am 18. Juli.

Kontrapunkt im Hitzemonat: Gewitter zum Weissenstein-Schwinget am 18. Juli.

Nein, ganz hat er es nicht zum absoluten Rekord geschafft, der Hitzemonat Juli 2015. Er muss sich zumindest in Solothurn den Ruf als bisher heissesten Monat des Jahrtausends mit dem Juni 2003 teilen.

Die letzte kühle Woche sorgte dafür, dass der Juli bei einem Monatsmittel von 23,7 Grad quasi «steckenblieb» – mit noch ein, zwei Hitzetagen mehr hätte er den Rekord locker gebrochen. Der zweitheisseste Juli seit der Jahrtausendwende ist übrigens jener des Jahres 2006, er steht mit 23,4 Grad Monatsdurchschnitt zu Buche. Trotz des verpassten alleinigen Rekordes war der Wärmeüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittel mit 4,7 Grad sehr massiv. Das Regenmanko fiel mit einer Monatsmenge von nur 39,5 Litern in Solothurn und 50,4 Liter pro Quadratmeter im Wallierhof Riedholz zwar beträchtlich aus. Aber es reichte dann doch nicht zu einem von vielen erhofften absoluten Feuer- und Feuerwerksverbot am 1. August – zumal die auf den Nationalfeiertag prophezeiten Niederschläge exakt eintrafen. Lange hatte es aber nach der seit 1983 nicht mehr verhängten, drastischen Massnahme ausgesehen, denn nach der letzten Juniwoche waren auch die ersten 17 Julitage ohne Regen geblieben.

Laue Nächte, warme Aare

Schon der 1. Juli brachte 31 Grad und in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli wurde die erste von mehreren Tropennächten registriert, in denen das Thermometer nie unter die 20-Grad-Marke sank. In den folgenden Tagen waren Maxima von 33 und 34 Grad die Regel, ehe am 8. Juli eine Gewitterfront genau vor Solothurn schlapp machte und für einige kaum nennenswerten Tröpfchen, aber für eine willkommene Abkühlung sorgte. Starke Winde, teils aus West, teils als Bise, hielten zwar die Temperaturen für einige Tage unter der 30-Grad-Marke, erhöhten aber zusätzlich die Brandgefahr für Feld und Wald – was einige Brandereignisse in der Region prompt bestätigten. Die Aare stieg mittlerweile bis auf 25 Grad an und lockte Hunderte, ja Tausende mit und ohne Gummigefährt in den Fluss.

Der graue Morgen

Ausgerechnet am Samstagmorgen des 18. Juli machte sich eine mächtige Gewitterzelle auf den Weg über die erste Jurakette und setzte vor allem dem Weissenstein-Schwinget zu. Blitzeinschläge in die Masten der Gondelbahn und in die Tribüne blieben zum Glück ohne Folgen. Dafür goss es wie aus Kübeln und 21 Liter pro Quadratmeter in Solothurn ermöglichten es für zwei, drei Tage, die Giesskanne stehen zu lassen. Schon am 21. Juli war mit 32 Grad Tageshöchstspitze wieder alles beim Alten, ehe am 24. Juli eine Gewitterfront dann doch für eine merklichere Zäsur sorgte. Die letzte Juliwoche war zwar mehrheitlich sonnig, aber doch recht kühl mit Höchsttemperaturen von nur noch 23 Grad. Auch steuerte der 26. Juli nochmals 10 Liter Regen bei, etwas weniger der grau verhangene Mittwoch drei Tage später.

Der Sommer bleibt

Auch wenn einer der angeblich führenden Hubel-Meteorologen letzte Woche im Regional-TV schon unkte «der Herbst ist da» – der Mann liegt völlig falsch. Denn diese Woche wirds nochmals richtig heiss mit über 30 Grad und abgesehen von Gewittern sehr schönem Sommerwetter. Zwar dürfte aufs Wochenende diese weitere Hitzewelle abebben, aber ein Ende der hochdruckbestimmten, warmen Witterung ist noch keineswegs absehbar.

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