Fasnachtspresse
Hilarius sucht Fluri-Nachfolger

«Postheiri», «Hudibras» und «Amzblatt» drehen das Jahr durch die Mangel.

Andreas Kaufmann
Drucken
Teilen
Ein bunter Themenstrauss wartet auf die Narrenblätter-Leserschaft.

Ein bunter Themenstrauss wartet auf die Narrenblätter-Leserschaft.

Montage/AK

Sie waren wieder fleissig am Werk: die Geschichtsschreiber des «Postheiris» und des «Hudibras». Und wieder haben die Monumente im närrischen Blätterwald – zusammen mit «11 Minuten» (wir berichteten) und unterstützt vom «Amzblatt» – das Jahr zwischen Aschermittwoch 2018 und Hilari 2019 zu einer pikant gewürzten Gigelisuppe destilliert. Diese Fasnachtszeitungs-Suppe ist hiesigen A- bis F-Promis gewidmet, sowie anderen Themen, die urbi et orbi zu reden gaben.

Der «Hudibras» widmet sich bereits auf der ersten Seite Frontman Kurt Fluri und dessen Heilbronner Doppelgänger Anton Knittel, während die Gegenüberstellung im «Postheiri» als Rorschachtest zur Lebenshilfe für die närrische Leserschaft wird. Eben hier zerbrechen sich Hilarius Immergrün und Tochter Elisi den Kopf darüber, wer als Stadthäuptling auf Fluri folgt. Auf ihrem Stadtrundgang als Headhunter werden sie aber nur bedingt fündig. Auch sonst wird Lokalprominenz grosszügig durch die Mangel gedreht. Der «Postheiri» stimmt zur Ode auf Pirmin Bischofs «Karriereende» an. Und der «Hudibras» stellt fest, dass er als Bundesrats-Langzeitaspirant Viola Amherd das Feld überlassen hat, und selbst als Familien-Politiker am Herd steht. Wirtschaftsspionage wittert man zwischen den Blättern, wenn beide unter dem Stichwort «Inder Discount» von Susan von Sury berichten und die im Sari abgebildete «Baroness du Chateau Waldegg» für einen errungenen Sozialengagement-Preis ehren.

Hudibras» und «Postheiri» werden morgen Samstag auf dem Märet feilgeboten, sind darüber hinaus auch beim Cherzejeger, im Chuchilade oder an den Kiosks erhältlich.

Schnöder Mammon beschäftigt

Deftiges Kanonenfutter im vergangenen Jahr lieferten dem «Postheiri» die Löhne der Solothurner Chefärzte, die das «Herz auf dem richtigen Scheck» haben sollen. «Hippokratischer Neid» sei da fehl am Platz. Ums Geldmachen gehts auch bei «Scheinsiedler Daum», der für Gruppenempfänge Geld einzieht und beim Konkurrenzblatt «Hudibras» als ausgefuchster Marketingstratege mit Weihrauchgeneratoren und anderen Erlebnishighlights auftrumpft. Wer mehr wissen will, braucht aber das «Waldbruder Plus Abo». Darüber hinaus schiesst vor allem der «Hudibras» in alle Himmelsrichtungen über die Stadtgrenzen hinaus, beispielsweise in die Millionärs-Enklave Feldbrunnen oder – natürlich – nach Grenchen. Auf dem beinahe spielbaren «Honopoly»-Brett schickt Oberstadtpolizist Fedeli den glücklosen Spieler «Ab nach Grenchen», wo er eine Fasnacht lang aussetzen muss. Und Schulwissen wird doppelseitig im «Postheiri» aufgefrischt: Asterix und Co. befassen sich in freiem Latein damit, dass «Salodurum das iubilaeum verpennet habet». Na also! Man lernt auch heuer was beim Durchblättern.

Kurt-Fluri-Nachfolge – Auch das «Amzblatt» hilft mit beim Suchen

Gewohnt nüchtern, spärlich illustriert, doch nicht minder pikant gewürzt kommt das gratis verteilte «Amzblatt» daher. Auch hier wird das 2000-Jahr-Jubiläum der Stadt Solothurn doppelseitenwürdig abgehandelt. Eine digitale Stadtführung in 5D-Qualität führt an den Hot- und anderen Spots vorbei, so am derzeit geschlossenen Kunstmuseum, an der prosperierenden Coiffeurmeile, an der Ausgehmeile mit gemütlichem Feierabend-Tschoint oder an der Manor-Baustelle, die in der Nachbarschaft für seismische Erschütterungen sorgt. Bekanntes Element des «Amzblattes» ist jeweils auch der Beneidungsregisterauszug. Olten blickt neidvoll auf Solothurn, wo die Gemeindeversammlung nicht abgeschafft wurde, Franziska Roth beneidet Susan von Sury-Thomas für die indische Ehrung und der Grenchenberg den Weissenstein für seine vier (normalerweise drei) weissen Lichter, während man im Westen bloss ein rotes hat. Und natürlich hilft auch das «Amzblatt» kräftig mit bei der Suche nach einem Fluri-Nachfolger. Gesucht wird «ein/e Stadtpräsident/e», mit Erfahrung im Umgang mit Chefbeamten, mit Saat- und sonstigen Krähen. Geboten wird ein Büro mit Penndüle, Heizung, Warmwasser, Diensthund und Bipperlisi-Anschluss. (ak)