«Der Kanton hat verlangt, dass wir diesen Abschnitt in den Sommerferien bauen.» Und so herrschte am Montag, pünktlich zu Ferienbeginn, reges Treiben auf der Werkhofstrasse zwischen den Einmündungen Untere Steingrubenstrasse und St. Niklausstrasse: Die Regio Energie Solothurn will die wichtigste Durchgangstrasse von Solothurn in diesem Abschnitt aufreissen und ihr Fernwärmeleitungsnetz von Westen nach Osten weiter bauen.

René Fuhrer, Stv. Projektleiter, im Rückblick: «Zuerst musste noch eine Einsprache behandelt werden, doch dann ging alles sehr schnell.» So hätten sich am 30. Juni alle im «Baulos 40» (vgl. Kasten) Involvierten oder davon Betroffenen zur «Startsitzung» vor Ort getroffen – Vertreter von Stadt und Kanton ebenso wie von den Transportbetrieben BSU oder Aare Seeland Mobil. Am ersten Tag habe es zwar durch die Signalisationsarbeiten für den Bus am Abend fünf bis zehn Minuten Verspätung gegeben. «Aber jetzt läuft alles recht flüssig. Und nächste Woche werden wir hier noch weniger Autos haben», meint Fuhrer.

Die Sicherheit geht vor

René Fuhrer und seine Leute haben diverse Probleme zu lösen. Denn eine weitere Auflage des Kantons besagt: Die Werkhofstrasse muss ständig im Gegenverkehr befahrbar bleiben. Umso heikler, als die neue Leitung ins Strassenbett verlegt werden muss und vorne bei der Konzertsaal-Kreuzung bestehende Werkleitungen kaum eine Einspurstrecke zum Abbiegen erlauben. «Immerhin haben wir die Fahrbahnbreite auf jeweils 3,30 Meter verbreitert. Denn die Sicherheit geht vor», erklärt der stv. Projektleiter.

Der Veloverkehr verfügt allerdings auf der Nordseite der Strasse während der Bauzeit bis am 25. August über keinen Radstreifen mehr. Er wird genauso umgeleitet wie der Fussgängerverkehr, der den Fussgängerstreifen beim Kunstmuseum vorübergehend nicht mehr benutzen kann.

«Doch die Zufahrt zur Kantonspolizei sowie zu den Privatliegenschaften an der Werkhofstrasse ist über Eisenplatten gewährleistet», verspricht Fuhrer. Nicht tangiert ist dagegen die Fussgänger- und Velounterführung beim Soldatendenkmal, wo auf dessen Nordseite beim Müllerhof eine grosse Info-Tafel alles Wissenswerte über das Fernwärme-Projekt vermittelt.

Mit dem Auto an der Baustelle auf der Werkhofstrasse vorbei

Mit dem Auto an der Baustelle auf der Werkhofstrasse vorbei

«Bauen einen Cadillac»

Wer wie schon in der Vorstadt den Einbau von Fernwärmeleitungen verfolgt hat, fragt sich vielleicht, warum die Gräben solange offen liegen. Das Problem laut René Fuhrer: Beim Versschweissen erwärmen sich die Rohre, was sich auf ihre Länge auswirkt. Erst wenn sie die Idealtemperatur erreicht haben, können sie eingedeckt werden. «Wir bauen hier einen Cadillac»; meint deshalb der Fachmann, «und es ist wichtig, dass wir alle Masse einhalten.»

Und so stehen die von Regio Energie beauftragten Unternehmen auch beim zweiten heiklen Abschnitt im Spagat zwischen dem Termin- und Qualitätsdruck: Die Einmündung der St. Niklausstrasse muss ebenfalls noch in den Sommerferien mit dem Leitungseinbau gequert werden. «Dies soll zwischen dem 17. Juli und dem 7. August passieren.»

Dabei wird es laut Fuhrer zwischendurch nur ein einspuriges Regime mit Verkehrsregelung durch die Securitas geben. Allenfalls kann aber nachts ebenfalls mit einer Abdeckung durch Eisenplatten eine zweispurige Verkehrsführung ermöglicht werden. Ansonsten könne die Verzweigung auch umfahren werden.

Ist die Leitung zwischen der Konzertsaal-Kreuzung und der St, Niklausstrasse verlegt, brechen ruhigere Zeiten an: Weitergeführt wird über Wiesland entlang der Klostermauser St. Joseph der Leitungsbau Richtung Pädagogische Hochschule, wo an der Oberen Sternengasse ebenfalls einige Anwohner mit eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten rechnen müssen. Im Spätherbst, oder präziser «Ende Oktober», dürfte der Spuk dann fürs erste vorüber sein. «Bis dann wollen wir das Kloster (St. Joseph) angeschlossen haben», so René Fuhrer.