Früher wurden Theaterstücke verfilmt, heute gibt es einen Trend, erfolgreiche Filme auf die Theaterbühne zu bringen. So ist denn diese 1942 von Ernst Lubitsch inszenierte Komödie im Jahre 2008 von Nick Whitby für eine Londoner Bühne eingerichtet worden. Das Bühnenstück erlebte seine deutschsprachige Premiere am Deutschen Theater Berlin ein Jahr später. Reto Sperisen, welcher für die Aufführung in der Mausefalle verantwortlich zeichnet, ist ein Bewunderer des Lubitsch-Filmes und als er von einer Bühnenadaption vernahm, hat er sich sofort dafür interessiert.

Vor ungefähr einem Jahr begann der Entwicklungsprozess für dieses Werk, welches sowohl an die Darsteller als auch die Requisiten, das Bühnenbild und die Technik höchste Ansprüche stellte. Das Resultat darf sich mehr als nur sehen lassen. Die immense Arbeit auf der Bühne und Backstage hat die erhofften Früchte getragen.

Das Stück ist zwar in Warschau kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und nach der Besetzung Polens durch die Deutschen verortet, ist aber gleichsam auf alle Konfliktherde anwendbar, wo Unterdrückung und Verfolgung herrschen. Vordergründig ist das Geschehen äusserst unterhaltsam, aber etwas tiefer geschürft, ist es tragisch. Aber wie beim Kampf zwischen David und Goliath freut man sich, wenn der kleine David den Sieg davonträgt.

Hommage an die Schauspielerei

Ein Theater in Warschau studiert eine Komödie über Adolf Hitler ein, welche letztlich von der polnischen Zensur verboten wird. Also entschliesst man sich, wieder «Hamlet» ins Programm aufzunehmen. Ein Jahr später. Warschau ist besetzt. Fliegeroffizier Sobinsky, Verehrer der Schauspielerin Maria Tura, springt mit dem Fallschirm ab, um den polnischen Widerstand zu unterstützen, wird dabei aber verletzt und schleppt sich ins Theater. 

Er erklärt, dass ein gewisser Professor Silewski ein Nazi-Spion sei und unter falschen Angaben in den Besitz einer Liste von Widerstandskämpfern gekommen sei. Es müsse verhindert werden, dass diese Liste in die Hände der Besatzer gelange.

Katz-und-Maus-Spiel

Das Theaterensemble hat von der abgesetzten Komödie immer noch die Nazi-Uniformen, und nun beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, denn die Schauspieler rücken den Nazis mit theatralischen Mitteln auf den Leib. Selbst der «Führer» tritt in Aktion. Dominique Lysser als Maria Tura ist eine vollendete Salondame, und als ihr Gatte Josef Tura brilliert Leonardo Glutz.

Erstmals im Ensemble des Teatro Mobile dabei sind die vom Jugendkurs her kommende Emilia Adamo als Rebekka und Evan Reoch als Sturmführer Schulz. Beide würde man gerne wieder sehen. Michael Wirz als Sobinsky schafft mühelos den Spagat zwischen schmachtendem Liebhaber und resolutem Offizier. 

Zensor Walowski wird von Michael Weibel entsprechend etwas hölzern gegeben. Jörg Studer als Silewski und Reto Sperisen als Gruppenführer Ehrhardt vermögen ihren unsympathischen Rollen viel Komödiantisches abzugewinnen. An der Premiere spielte Johnny Sollberger den Schauspieldirektor Dowasz souverän. Alternierend wird ihn in späteren Aufführungen Joel Eschmann geben. Die übrigen Theaterleute sind kongenial besetzt und tragen wesentlich zum guten Gesamteindruck bei. Es sind dies David Gnägi, Remo Streit und Sven Witmer als Schauspieler und Bea Lack als Anna, die gute Seele, die in so manchem Theater zu finden ist.

Die mit Musik- und Geräuscheinspielungen sowie Lichteffekten geforderte Technik besorgt Michael Weibel, die neben Daniel Hertig und Michael Wirz auch das Bühnenbild gestaltet hat. Die Plakate und Bühnengemälde steuert David Gnägi bei und die Kostüme besorgt Patrick Schlenker.

Weitere Aufführungen: Freitag, 11., Samstag, 12., Mittwoch, Freitag, 18., Samstag. 19. September je 20 Uhr, Sonntag, 20. September 17 Uhr, Freitag/Samstag, 25./26. September je 20 Uhr