«Beruflich hatte ich den Computer zum Fakturieren benutzt. Jetzt möchte ich noch etwas dazulernen», strahlte Christa Tschanz aus Halten und fühlte sich im Saal des Volkshauses sichtlich wohl. Dies traf auch auf Hansruedi Jost zu, denn für ihn war klar: «Die Beschäftigung mit dem Computer in der zweiten Lebenshälfte ist sinnvoll.» Der Unkostenbeitrag von zehn Franken, den er für den Nachmittag in der Computeria entrichten musste, war für den Rentner aus Gerlafingen ein Pappenstiel, denn: «Ich beschäftige mich vorwiegend mit der Bildbearbeitung, und hier bekomme ich sicher wertvolle Tipps.» Solche und ähnliche Absichten hegten auch die anderen rund 30 Seniorinnen und Senioren, die erkannt hatten, dass die Weiterbildung nie aufhört und es wichtig ist, auch im Alter das Gedächtnis zu trainieren, um geistig fit und beweglich zu bleiben.

Dass eine Generation, die nicht mit dem Computer aufgewachsen ist, hie und da Hilfe braucht, hat ein rühriges Projektteam erkannt und nach einem Probelauf im Juni die Computeria Solothurn ins Leben gerufen. Zu ihm gehören Hanspeter Mathys, Urs Boner, René Hürzeler, Anton Stalder, Greti Kaufmann, Urs Klenzi und Fritz Läng. Bestens vorbereitet haben sie bereits am ersten Nachmittag viel Lob geerntet und angeregte Diskussionen entfacht.

Über «Doodle», Spam und Co.

Nach einer Einleitung durch Hanspeter Mathys beantworteten die Experten Fragen, die vorgängig auf der Homepage eingerichtet worden waren. «Wer E-Mails verschickt, will, dass seine Privatsphäre geschützt ist und Spams von ihm ferngehalten werden», erklärte Fritz Läng. «Spams werden oft in Massenmails verbreitet. Damit dies vermieden werden kann, sollte für die Adressierung nicht das ‹An›- oder ‹CC›-, sondern das ‹BCC-Feld› (Blindkopie) verwendet werden.» Urs Boner zeigte, wie Leute, die ein allen passendes Datum für einen Anlass suchen, ein «Doodle» einrichten können, und Urs Klenzi demonstrierte, wie jedermann das Gratisprogramm «OpenOffice» installieren kann.

Merkblätter als Unterstützung

«Wenn einem die eigenen Kinder etwas erklären, geht das meist zu schnell und zudem haben sie oft keine Zeit», äusserte sich Theresia Schwab aus Bettlach in der Kaffeepause begeistert: «Hier nimmt man sich Zeit und gibt Erklärungen, die man versteht.» Das ist genau im Sinn des Computeria-Teams, wie auch Webmaster und Homepage-Betreuer Urs Boner bestätigte. Dank ihm können die Besucherinnen und Besucher, kaum sind sie wieder zu Hause, auf Merkblätter zurückgreifen und jederzeit die Fragen und Antworten auf der Homepage nachlesen oder fürs nächste Treffen, an dem jeweils auch ein Thema vertieft angegangen wird, neue Fragen stellen.

Doch nicht nur die Experten sollen im Vordergrund stehen. Geplant ist, dass sich die Anwenderinnen und Anwender auch untereinander helfen. «Lieber gemeinsam als einsam», steht deshalb auf der Homepage von Computeria Schweiz, die deren Präsident, René Brückner, vorstellte. «Am schönsten wäre es, wenn auch auf dem Land Computerias entstehen würden», rief er zu neuen Taten auf.

Das Alter ist kein Hindernis

Am ersten Treffen anwesend war auch eine Delegation aus Olten, wo bereits vor drei Jahren eine Computeria gegründet wurde. Mit launigen Versen wünschte Heinz Wegner der Schwester in der Kantonshauptstadt viel Glück und versprach, dieser jederzeit hilfreich zur Seite zu stehen.

Darüber, dass das Alter kein Hindernis ist, Freude am Computer zu haben, waren sich am Ende der lehrreichen Veranstaltung alle einig. «Wir werden wiederkommen», tönte es aus allen Ecken. Kein Zweifel besteht auch darüber, dass sich der Kreis vergrössern wird. «Nach der Vorankündigung in der Zeitung haben innert 24 Stunden zahlreiche Leute unsere Homepage besucht», freute sich Hanspeter Mathys.

Nächste Treffen: 28. Oktober und 25. November, jeweils 14 Uhr im Volkshaus Solothurn. Mehr Infos: www.computeria-solothurn.ch