Jetzt drehen die Partylöwen Markus Moerler und Olcay Sahin Solothurn definitiv den Rücken zu. So kündigte Moerler gestern an, dem «Club Eleven» in Langendorf ein neues Zuhause einzurichten.

Zuvor war die Suche wenig erfolgreich: «Obwohl zehntausende Quadratmeter Industrie- und Gewerbefläche rund um Solothurn leer stehen, ist der Kauf oder die Miete fast unmöglich», so die Medienmitteilung.

Dies liege weniger daran, dass ein Club ein ungeeigneter Anwärter sei, sondern daran, dass die Liegenschaften Konzernen gehörten, die nicht primär interessiert seien, diese zu vermieten oder zu verkaufen. Auf der Suche nach einem Standort sind die Veranstalter seit der Kündigung am derzeitigen Standort im Sauser-Areal (Vorgeschichte s. Kasten).

Nicht nur Party machen wollen sie

Diese Woche haben Moerler und Sahin ein Umbau- und Umnutzungsgesuch eingereicht - nach entsprechenden Vorabklärungen bei den Langendörfer Behörden. «Was nützt es, wenn der Standort ideal ist, aber bereits im Gemeinderat oder in den Kommissionen Widerstände spürbar sind?», kommentieren sie resigniert in der Medienmitteilung nicht ohne Anspielung auf ihre Solothurner Vergangenheit.

Das «neue Eleven» soll südlich des «Ladendorfs» im leerstehenden roten Gebäude von Bucher Hydraulics in Bahnhofsnähe in Betrieb gehen. Die über zehn Meter hohe Halle an der Industriestrasse 9 könnte sich neben Partys auch für Konzerte, Theater oder Filmabende eignen, finden die Initianten.

Über die finanzielle Umsetzung des Vorhabens schweigen sie sich zurzeit aus, auch darüber, ob sie Käufer oder bloss Mieter der Liegenschaft sind. Im Vorfeld hatte Moerler die Möglichkeit erwähnt, zusammen mit einem anderen Käufer eine Halle zu teilen.

Zumindest weisen sie darauf hin, dass der Umbau der Halle und die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen kostenintensiv seien. Entsprechend sind sie auf der Suche nach Investoren.

Starten wollen die Partyveranstalter bereits nach der Sommerpause - «wenn alles nach Plan läuft.» Gemeindepräsident Hans-Peter Berger gibt sich vorsichtig zuversichtlich: «Für die Nachtschwärmer aus der Region ist das eine gute Nachricht. Und der Standort in der Industriezone ergibt Sinn.» Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass südlich direkt eine Wohnzone angrenzt.

Minuziöse Vorbereitungen, doch...

Offenbar haben Moerler und Sahin in den vergangenen Monaten Verkehrs- und Parkplatzkonzepte gewälzt, Lärmgutachten erstellt und sicherheitstechnische Abklärungen vorgenommen, um ein möglichst sattelfestes Baugesuch vorzulegen.

Auch mit Nachbarn habe man gesprochen, was beispielsweise Ferdinand Schneider von Schneider Reisen bestätigt. Dieser weist aber auf den eigenen hohen Parkplatzbedarf hin und kündigt an: «Wir haben hier einen 24-Stunden-Betrieb und wollen nicht blockiert werden. Ich werde allenfalls ein Parkverbot einrichten.» Vor den Kopf gestossen fühlt sich

Daniel Stirnimann: «Stand heute gab es zu keinem Zeitpunkt Kontakte zwischen mir und den Herren Moerler und Sahin, obwohl ich wohl einer der nächsten Anwohner bin.» Sensibilisiert dürfte die Nachbarschaft ohnehin sein: Stirnimann erinnert an den vergangenen Fall eines Privatclubs an der Industriestrasse 6, in dessen Umfeld es zu polizeilichen Ausschreitungen gekommen sei. Die bis 29. Mai laufende Einsprachefrist wird allemal zeigen, wie willkommen das «Eleven» in Langendorf ist.