HESO
Hier gibts Service Public zum Anfassen

Neben vielen Mitstreitern aus der Privatwirtschaft zeigen sich an der Herbstmesse in Solothurn auch die öffentlichen Dienstleister und Institutionen von ihrer besten Seite. Dabei rühren sie mit verschiedenen Angeboten die Werbetrommel.

Andreas Kaufmann
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 Die eidgenössische Zollverwaltung und die Grenzwache stellen sich vor. Denn was viele nicht wissen: Solothurn ist mit 20 Kilometern ebenfalls ein Grenzkanton. (Fotos: Andreas Kaufmann)
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Die öffentlichen Dienstleister an der Herbstmesse Solothurn
 Alfred Fluri, Chef Technik bei der MFK, informiert. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Pädagogische Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz PH FHNW. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Das Stadttheater (Theater und Orchester Biel Solothurn) mit eindrucksvoller Kulisse, die aus dem Stück «Das Sparschwein» stammt. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Am Stand der Regio Energie Solothurn. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Am KAPO-Stand kann jeder an einem (sicher) präparierten Geldautomaten in die Rolle des Skimming-Opfers schlüpfen. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Der heisse Draht beim Energieversorger AEK. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Perspektive Solothurn mit den beiden Co-Geschäftsleitern Roberto Zanetti und Karin Stoop (vorne). (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Pädagogische Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz PH FHNW, mit dem Bibliothekar Pascal Jacomet. (Fotos: Andreas Kaufmann)
 Wohnliche Atmosphäre bei der Gemeinschaftsantenne Weissenstein. (Fotos: Andreas Kaufmann)

Die eidgenössische Zollverwaltung und die Grenzwache stellen sich vor. Denn was viele nicht wissen: Solothurn ist mit 20 Kilometern ebenfalls ein Grenzkanton. (Fotos: Andreas Kaufmann)

Bei diesem Gehversuch schafft es kaum einer, mit den Füssen auf der vorgegebenen Linie zu bleiben: Man torkelt unkontrolliert herum. Dabei werden am HESO-Stand der Perspektive Solothurn nur alkoholfreie Gratisdrinks ausgeschenkt – Prävention ist Trumpf. Es sind denn auch nur «Rauschbrillen», die die Sicht beeinträchtigen.

Damit simulieren Co-Geschäftsleiterin Karin Stoop und ihr Team die Macht der Promille und machen auf entsprechende Gefahren aufmerksam. Insgesamt zeigt sich der Stand der Institution sonst im bekannten Licht: «Die Form der Präsentation und das Angebot haben sich bewährt», findet auch Stoop. Gerade an der HESO stellt sie auch immer wieder fest, dass die Hemmschwelle, über eigene Lebensschwierigkeiten zu sprechen, tief sei: «Hier kommen einige Gespräche zustande.»

Wie viel Tuning ist erlaubt?

Auch beim Stand der Stadtpolizei haben die Besucher kaum Hemmungen, Fragen zu stellen. So wurde heuer als Standpartner die Motorfahrzeugkontrolle MFK an Bord geholt, wie Konrad Müller, Dienstchef Verkehrsinstruktion, ausführt: «Wir zeigen, inwieweit Änderungen am Auto erlaubt sind.

So haben wir für technische Fragen Fachleute der MFK an Bord geholt.» Das halbseitig «getunte» Demoobjekt zeigt, dass man sich mit einem «Bösen Blick» oder einer Unterbodenbeleuchtung Ärger einhandelt. Entsprechend prasseln Fragen auf die Fachleute ein. Für Alfred Fluri, Chef Technik bei der MFK, kaum erstaunlich: «Mit Übernahme der EU-Richtlinien ist vieles komplexer geworden.» Auch herrsche vermehrt die Tendenz, sein Auto zu individualisieren.

Etwas andere Aspekte der Sicherheit greift die Kantonspolizei heraus. Deren Motto lautet «Skimming und Internetkriminalität». Dabei wird den Interessierten am präparierten Geldautomaten gezeigt, wie Bankdaten ausgespäht werden. Weiter ist auch die Privatsphäre im Internet ein Thema.

Mit der Sicherheit an den Landesgrenzen befasst sich die eidgenössische Zollverwaltung, die zum zweiten Mal dabei ist – und erstmals mit dem Grenzwachtkorps, das für den Reisendenverkehr zuständig ist. «Es ist den Standbesuchern nicht immer geläufig, dass Solothurn auch ein Grenzkanton ist», informiert Patrick Gantenbein, Informationsbeauftragter der Grenzwachtregion Basel.

Es sind immerhin fast 20 Kilometer, mit denen Solothurn an Frankreich grenzt. Die Leute würden sich an der HESO vor allem über Zollvorschriften informieren: «Dies dürfte unter anderem damit zusammenhängen, dass auch im Kanton Solothurn ein Einkaufstourismus in die Nachbarländer existiert.»

Am Stand ein Blick in die Zukunft

Wohnzimmeratmosphäre dafür bei der Gemeinschaftsantenne Weissenstein GAW: «Die Kundschaft soll vor Ort sehen, wie eine Installation bei ihr daheim aussehen könnte», erklärt Susanne Baschnagel, Projektleiterin Marketing. «Auch zeigen wir am Stand die Unterschiede zwischen analogem und digitalem Fernsehen», ergänzt Maria Mazzarisi von der technischen Faktura. So stehen Fragen um das digitale Angebot und natürlich auch um 3-D im Zentrum.

Mit Visualisierungen trumpft auch die Regio Energie, so mit einem uralten Gasofen als Symbol für das 150-Jahr-Jubiläum sowie einer Stirling-Gasheizung, Inbegriff für eine mögliche Zukunft. Letztgenannte Innovation sorge nämlich nicht nur für Wärme, sondere auch für elektrische Energie, wie Daniel Kammermann, Leiter Wärme und Contracting, erklärt. Ein zentrales Thema ist auch Biogas, wie Tanja Züger, Leiterin Vertrieb Energie, informiert: «So ist es mitunter ein Ziel, an der HESO Biogas-Kunden zu gewinnen.»

Spielerisch wird das Thema Strom bei der AEK unter die Lupe genommen. Dort kann man sich kletternd am hohen Mast oder mit Fingerspitzengefühl am Heissen Draht üben. Zudem sucht die Energieversorgerin Freiwillige, die ihren Stromverbrauch per Messgerät überwachen lassen, um bei dieser Erhebung mehr über ihre «Stromfresser» zu erfahren. «Auch bieten wir Beratung und haben ein offenes Ohr für Feedbacks», sagt Michel Gasche, Bereichsleiter Netze.

Blickfänge des Stadttheaters

Ebenso spielerisch lockt der Stand der Pädagogischen Hochschule PH: «Die Geschicklichkeitsspiele, bei denen es ums Vorstellungsvermögen geht, finden Zuspruch», sagt Pascal Jacomet, Bibliothekar bei der Fachhochschule Nordwestschweiz. Eigentlich gehe es hauptsächlich darum, an der Herbstmesse Präsenz zu markieren, vor allem mit der neuen Bezeichnung PH: «Vielerorts ist noch das Lehrersemi in den Köpfen.»

Einen Blickfang an ihrem Stand bietet das Stadttheater Biel Solothurn. Die Kulisse des Stücks «Das Sparschwein» wurde für den HESO-Stand eindrucksvoll rezykliert.

Mit seiner Anwesenheit will das Theater die Werbetrommel rühren, wie Verwaltungsdirektor Marcel Falk sagt: «Für den Umbau des Stadttheaters, fürs Saisonprogramm, aber auch fürs positive Image im Allgemeinen.» Entsprechend kann er schon jetzt ein Kränzchen für die HESO-Besucher winden: «Wir gehen aktiv auf die Leute zu, Desinteresse in Sachen Theater erleben wir dabei kaum.»