Solothurner Biertage
Hier gibts himmlisches Bier für Bischof und Pfarrer

Für den Organisator und «Öufi»-Inhaber haben sich die Biertage als «grösster Bier-Event der Schweiz» etabliert. «Am Freitag zählten wir bereits 5000 Leute – so viele wie sonst die ganzen Biertage», beschreibt Alex Künzle die Entwicklung des Events.

Wolfgang Wagmann
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Die 12.Solothurner Biertage

Tina Dauwalder

«Auch wollen immer mehr Frauen keineswegs Frauenbier degustieren», stellt Alex Künzle fest. Alle Aussteller hätten positiv auf den theaterbedingten Verzicht der Reithalle reagiert. «Obwohl die Verlegung in zwei Zelte Mehraufwand bedeutet, möchten wir wenn möglich bei dieser Lösung bleiben. Allenfalls könnten wir nächstes Jahr wieder mit den Bike Days ein Päckli machen und die Infrastruktur gemeinsam nutzen.»

In Sachen Lärm habe es keine Beanstandungen gegeben, und auch sonst seien die Biertage recht friedlich verlaufen. Zudem verweist Künzle auf die wirtschaftliche Bedeutung seines Grossanlasses: «Die Hotels waren mit Ausstellern ziemlich ausgebucht.» Verbesserungspotenzial ortet er aber bei den WC-Anlagen und beim Essensangebot, wo langes Schlangestehen angesagt war.

Aus allen Ecken und Enden

Unter den 30 Kleinbrauereien mit total wohl 180 Biersorten ist das Tramdepot Bern ein Stammgast. Brauer Matthias Koschahre aus dem ostdeutschen Chemnitz ahnt schon früh am Samstagabend: «Das wird die Hölle!» Zumal wie schon am Freitag der Regen den platschvollen Biergarten im Nu leert und alles in die Zelte treibt. Dennoch freut ihn der Wechsel von der Reithalle in die Zelte. «Hier ist es viel angenehmer als drüben.» Unter den Brauereien herrsche auch keine Konkurrenz, rühmt der Wahlberner die Tessiner Brauerei Bad attidude aus Stabio. «Die machen ganz tolle Sachen, die sie weltweit verkaufen.»

Immerhin aus der ganzen Schweiz stammt das typische Grüpplein im Biergarten. Einige Jungs, über Whatsapp vernetzt, haben sich spontan zum Solothurn-Besuch entschlossen. Gianmarco Schnüriger aus Zürich und sein Zuger Kollege Marc Burkhardt deuten auf den hohen Stapel leere Degustationsbecherchen: «Um zwei bei der Türöffnung waren wir da. Wenn schon Biertage, dann richtig.»

«Rosso» und die Schwarzbuben

Solothurner sind am Freitag und Samstag eher rar, doch am letzten Biertageabend drehen gleich beide Ständeräte eine Entdeckungsrunde. Pirmin Bischof, hälftig ein Schwarzbube, weil seine Mutter aus Nunningen stammt, bleibt prompt bei Martin Klotz und seinem Schwarzbuebebier hängen. Aktuell baut dieser in Nuglar die «die schönste Brauerei der Nordwestschweiz» auf. Trotzdem ist er wieder in Solothurn und findet auch passende «Versucherli» für seine prominenten Gäste.

So freut sich Roberto Zanetti besonders über den Biertyp Rosso und wie sein Ratskollege auch über das Schnell-Tattoo der Brauerei auf dem Unterarm. Besonders zugeschnitten aber ist die Biersorte «Himmlisch» mit ausgeprägtem Weihrauchgeruch für Bischof. Ein Biererlebnis, dem sich später dann auch Stadtpfarrer Niklas Raggenbass nicht entziehen kann.