Solothurn
Hier erhält Grosis Jugendstil-Sessel rotzfrech einen pinkfarbenen Bezug

An der Hauptgasse 2 schaffen Olivier F. Ziegler und sein Team das «Schönheits»-Studio «Botox» fürs Interieur.

Andreas Kaufmann
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«Botox»-Team: Gabriela Hladikova, Olivier F. Ziegler und André J. Weber.

«Botox»-Team: Gabriela Hladikova, Olivier F. Ziegler und André J. Weber.

Andreas Kaufmann

Lange blieb das Geheimnis an der Hauptgasse 2 unter dem Deckel. «Botox» prangte dort schon lange auf zugeklebten Schaufenstern und liess jene aufhorchen, die sich eine schönheitschirurgische «Aufmöblierung» ihres Äusseren versprachen. Seit dieser Woche ist klar, was im Eckhaus des früheren «Bildeli-Hug» wirklich abgeht. Mit der Aufmöblierung liegen diese Hoffnungsvollen nicht ganz falsch: «Botox» wird vom «Schön gepolstert wohnen» begleitet, bezieht sich aber auf innere, nicht äussere Werte, die aufgemöbelt werden. Genauer: Es geht um die Inneneinrichtung, die auf eine Erneuerung wartet. «Wenn ich schon mein Gesicht nicht auffrischen kann, dann doch wenigstens meinen Sessel», meinte eine Dame, die sich im Laden nach einer Preisliste für schönheitschirurgische Behandlungen erkundigte.

Leute setzen Wert auf Qualität

Hier erhält Grosis Jugendstil-Sessel rotzfrech einen pinkfarbenen Bezug, statt in der Mulde zu landen oder auf dem Estrich zu bleiben. Ebenso erblickt das Auge hier Dekorelemente und Designerprodukte aus der Hand von Schweizer Jungdesignern. Auch lassen sich Massprodukte nach eigenen Wünschen im von aussen einsehbaren Nähraum – oder «Operationsraum» – anfertigen. Plastische Chirurgie für die eigenen vier Wände eben.

Hinter der Geschäftsidee steht Olivier F. Ziegler von Ziegler Teppich und Boden AG. Bereits in der Hauptniederlassung an der Kronengasse 8 habe man Vorhänge, Kissen oder Möbelpolster aufgefrischt und repariert, «aber immer nur im Hinterkämmerchen», sagt Ziegler. Im Zuge des Einrichtungswandels habe sich die Idee gefestigt, diesen Zweig auszubauen. Vom Ikea-Standard gelange der Konsument je länger, je mehr zum hochwertigeren Möblierungsanspruch: «Heute wohnt man mehr, setzt mehr auf Qualität.» Oder eben zur Ansicht, dass sich alte Trouvaillen in neuer Verpackung wieder zeigen lassen, und dies «zu moderaten Preisen», wie Ziegler verspricht. Auch der Hausbesuche- und der Abholdienst gehören zum «Botox»-Angebot.

Zur originellen Assoziation mit dem faltenstraffenden Schlangengift Botox kam er an einem Sonntagmorgen im Sommer 2016. zusammen mit dem Werbebüro Bottomblue wurde die Assoziation zum Geschäftskonzept verfeinert. Im Januar stand man mit dem Hauseigentümer in Kontakt. Nach einem baldigen «Handschlag» wurde der Umbau angegangen. Die Leitung des Geschäfts an der Hauptgasse 2 obliegt Gabriela Hladikova, und neben Olivier F. Ziegler wird hier auch André J. Weber als Fachmann anzutreffen sein.