Lokalradio

Hier darf jeder auf Sendung – «Radiologisch» ist wieder den ganzen Oktober on Air

Informatiker Eniz Ada hilft ehrenamtlich mit, wenn Radiologisch im Oktober sendet. Dank DAB kann man jetzt sogar das ganze Jahr über präsent sein.

Informatiker Eniz Ada hilft ehrenamtlich mit, wenn Radiologisch im Oktober sendet. Dank DAB kann man jetzt sogar das ganze Jahr über präsent sein.

Das Lokalradio «Radiologisch» hat aufgerüstet und sendet wieder den ganzen Oktober über in Solothurn.

Gegründet wurde der Sender bereits 2009. «Wir bieten ein alternatives Radio, wo regionale Musiker und Newcomer gefördert werden – ganz ohne Mainstream», erzählt Eniz Ada von Radiologisch, verantwortlich für die Technik.

Das Radio wird vom gleichnamigen Verein betrieben, der 15 Mitglieder zählt. «Wir arbeiten ehrenamtlich», erläutert Ada, der hauptberuflich als Informatiker tätig ist. Als werbefreies Radio sei man auf Sponsoren und Unterstützer angewiesen wie das Migros Kulturprozent, die Jugendkommission der Stadt Solothurn sowie die Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung.

Das ist auch der Grund, weshalb Radiologisch bis 2017 nur einmal im Jahr während einem Monat über UKW zu hören war. «Wir konnten gar keine Dauerkonzession beantragen», erklärt er, es sei nur eine Veranstaltungskonzession für 30 Tage möglich gewesen.

«Selber stiess ich vor rund drei Jahren auf Radiologisch in der ‹Bar am Quai› (heute: Red John Pub). Ich interessierte mich dafür», erinnert sich der Informatiker. Als er kurz darauf angefragt wurde, bei der Technik zu unterstützen, zögerte er nicht lange. Das Studio in der Bar wurde jeweils für einen Monat eingerichtet. Zusätzlich musste man noch die Antenne auf dem Turm der reformierten Kirche installieren. Das alles war sehr aufwendig.

Im Oktober 2016 zog das Radio einmalig ins Attisholz-Areal. «Seit letztem Jahr sind wir nun dauerhaft im blauen Post-Gebäude», erklärt der Informatiker. Seit diesem Zeitpunkt sendet Radiologisch über DAB. Die Jahresgebühr, um digital zu senden, koste dank der BAKOM-Subventionen etwa gleich viel wie ein Monat UKW.

Auf DAB kann Radiologisch nun ganzjährig senden. Die erhöhte Präsenz ist auch mit Zielen verbunden: «Wir können laufend professioneller werden – auch mit neuem und besserem Equipment.» Jedoch bestehe keine Absicht, kommerziell zu werden. Radiologisch will bekannter werden und mehr Leute erreichen.

Eigene Sendung?

Da der ganzjährige Betrieb mit viel Aufwand verbunden sei, konzentriert man sich weiterhin auf den Herbstmonat. «Unser Ziel ist, dass wir im Oktober alle Sendungsplätze besetzen können», sagt Ada, der in seiner Freizeit unter dem Namen «djeniz» auflegt. Denn Radiologisch hat noch ein ganz besonderes Merkmal: Alle, die wollen können ins Studio kommen und ihre eigene Sendung machen. Dafür sei kein Vorwissen nötig. «Vorher laden wir alle Sendungsmacher ein und erklären alles», informiert der DJ.

Doch Radiologisch ist nicht nur im Oktober aktiv. Man beteilige sich auch an kulturellen Anlässen in Solothurn wie etwa bei «Platz da!», Literatur- und Filmtagen sowie kürzlich bei den Musiktagen. Ein besonderer Erfolg war die Live-Übertragung des Delinquent Habits-Konzert im Kofmehl – das sei bei den Leuten sehr gut angekommen.

Attisholz wird zur Tanzfabrik

Traditionell wird der Radiologisch-Oktober mit einer Kickoff-Party lanciert, die vorher jeweils im Kofmehl stattfand. «Dieses Jahr kehren wir ins Attisholz zurück und machen aus der Cellulosefabrik eine Tanzfabrik – zumindest für diesen Tag. Das ist eine tolle Location», schwärmt Ada. Die Party vom Samstag, 22. September, steht ganz im Zeichen von Techno mit DJ’s aus Berlin, Mailand und lokalen Grössen wie Kellerkind und Antik, die beide aus Solothurn stammen sowie der bekannten DJane Yuko aus Bern.

Zur Unterstützung habe man professionellen Veranstalter für die Organisation hinzu gezogen. Los geht das Tanzfabrik-Festival bereits um 12 Uhr mittags mit dem sogenannten Daydance. Ab 22 Uhr wird im neugebauten Auditorium und der Kantine weitergefeiert und getanzt bis in die frühen Morgenstunden.

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