Solothurner Böögg
Hier brennt der «Hawaii-Surfer» lichterloh

Zum Abschluss der Solothurner Fasnacht ging auf dem Märetplatz ein «Hawaii-Surfer»-Böögg in Flammen auf. Er brannte in 7,5 Minuten nieder. Das Sujet war in Anlehnung an das Motto der Narrenzunft Honolulu entstanden.

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Der «Hawaii-Surfer» noch unversehrt
18 Bilder
Vor dem Start zum Bööggverbrennen wird noch die Laterne angezündet
Der Böögg beginnt zu brennen
Hilarimusik zieht spielend um den Böögg
Narrenzunft Honolulu
Einige Spezialeffekte waren eingebaut
Viele schauten sich das Bööggverbrennen an
Hilarimusik
Die Tambouren ziehen ihre Runden um den Böögg
Tambouren
Der Böögg brennt
Bööggverbrennen 2015 in Solothurn
Nur noch das Gerüst und ein paar Flämmchen sind zu sehen

Der «Hawaii-Surfer» noch unversehrt

Hanspeter Bärtschi

Die Februarkälte gibt sonst kaum Anlass, an die Strände Hawaiis zu denken. Es sei denn, folgende Bedingungen herrschen vor. Erstens: Solothurn ist Honolulu. Zweitens: Der Böögg ist ein Hawaii-Surfer. Drittens: Besagter Böögg erzeugt mindestens soviel Hitze wie der Vulkan Mauna Kea zu Aktivzeiten. Denn warm und hell wurde es auch beim Bööggverbrennen auf dem Märetplatz.

Und das reinigende und verzehrende Feuer nagte siebeneinhalb Minuten lang am gigantischen Insulaner, bevor es in der Altstadt wieder finster und kühl wurde. Musikalisch lautstark begleitet wurde der närrische Abschied von der Hilarimusik und dem Tambourenverein Solothurn.

Die organisierende Narrenzunft Honolulu hatte mit der Idee des «Hawaii-Surfers» die Absicht, Kontraste zu setzen, wie es eben zum Motto «ungerobsi» gehört. «Schon unser Umzugswagen fuhr verkehrtherum durch die Stadt», erklärt Rolf Grau, «Anzündter» der «Bööggiers». Und so setzte man mit dem hölzernen, leicht entflammbaren Sonny Boy Kontraste in der düsteren Februarnacht.

Weitere Kontraste gingen dem Spektakel voraus: Dank Feuerwerksraketen, die man zur Ouvertüre in den Nachthimmel steigen liess. «Dazu kommt noch das normale Programm: Donnerknaller und Vogelschreck, Vulkane und Sonnen. Hauptsache, es brennt, leuchtet und knallt.»

Prophetische Narrenzunft?

Elf Abende und Samstage lang gingen die «Bööggiers» der Narrenzunft ans Werk, ganze 350 Mannstunden kamen so zusammen. «Die meiste Zeit haben wir gewerkelt – mit gelegentlichen Unterbrüchen, in denen wir es ganz einfach lustig hatten», sagt Grau.

An der Fasnacht 2014 stand der Solothurner Böögg, der gemäss Zweijahresturnus eine Bööggin war, übrigens Kopf. Fast schon prophetisch schien die Narrenzunft damals das heurige Motto vorherzusehen. Sollte die Treffsicherheit auch dieses Mal ebenfalls so hoch sein , so darf man sich auf ein 2016 mit Baströckchen, Hula-Tänzen, Surfbrett und Blumenkette freuen – eventuell unter dem Motto «Aloha Honolulu»? (ak/szr)

Der Umzugswagen der Honolulu-Zunft

Der Umzugswagen der Honolulu-Zunft

Oliver Menge