Natürlich im Chloschter

Hier angebotene Köstlichkeiten sind in keinem Warenhaus oder Supermarkt zu finden

An der Messe «Natürlich im Chloschter» mit 84 Ausstellern zeigte auf, was Kleinproduzenten alles zu bieten haben. Die selbst hergestellten kulinarischen Köstlichkeiten und die originellen Handwerke zogen zahlreiche Besucher ins Kapuzinerkloster Solothurn.

Wer am Wochenende das Kapuzinerkloster durch die Klosterkirche betrat, traute vorerst seinen Augen nicht. Statt des früheren Messbuches machten auf dem Altar hochprozentige Spirituosen auf sich aufmerksam. Rundherum stellten namhafte Destillerien ihre Kreationen vor – zur Freude zahlreicher Besucher, die sich von der handwerklichen Kleinproduzentenmesse «Natürlich im Chloschter» begeistern lassen wollten. Die Palette, die Initiant Urs Bucher mit 84 Ausstellern anzubieten hatte, reichte von selbstproduzierten, handwerklichen und kulinarischen Köstlichkeiten, die in keinem Warenhaus und in keinem Supermarkt zu finden sind, bis hin zu herbstlich gefärbten Blumen, noch immer einen betörenden Duft verströmenden Kräutern, und üppig wachsenden Kürbissen, die die Besucher im Klostergarten empfingen.

Auch Marc de Roche, bekannt als «Papa Papillon», war vor Ort

Inmitten dieser klösterlichen Gartenwelt hatte auch der weitherum bekannte Schmetterlings-Lobbyist und «Raupenbauer» Marc de Roche, auch bekannt als «Papa Papillon», seinen Stand – ein Anziehungspunkt, an dem viel Wissenswertes über die beliebten Sommervögel vermittelt wurde. «Es braucht nur eine schmetterlingsfreundliche Futterpflanze im Garten, die blüht, und ein luftig-leichter Netzbehälter mit einer Fenchelpflanze zur Aufzucht der Raupen, um den Fortbestand zu sichern», regte er die Besucher an und zog damit insbesondere auch Kinder in seinen Bann.

Im Klosterinnern stauten sich die Besucher und Besucherinnen vor zahlreichen Ständen mit natürlich hergestellten Nahrungs- und Genussmitteln, darunter selbst gemachtes Olivenöl, unzählige Kräuter- und Teemischungen, Käse- und Fleischprodukte aus eigener Produktion, Sprossen, Chutneys, Essigtinkturen und Nudeln aus der eigenen «Factory». Daneben lockte Textiles wie selbst gefertigte Kleidungsstücke aus Filz, Schals, Pulswärmer und handgefertigte Taschen sowie aparte Schmuckstücke wie eine Halskette aus Steinen vom Weissenstein. In einer Fensternische im Kreuzgang fiel der Blick fast zufällig neben einem Anleitungsbuch zum Nähen auf eine Karte mit der Aufforderung «Männer ran an die Nähmaschine». Haben Männer tatsächlich Lust aufs Nähen? Damenschneiderin Annabella Iannone aus Büren a. d. Aare lachte: «Ja klar, schliesslich war das Schneidern früher ein reiner Männerberuf.» Erfahrung mit Nähkursen für heutige Männer hat sie bereits gesammelt: «Sie kommen meist in Gruppen und lernen das Handwerk in entspannter Atmosphäre bei einem Bier.»

Initiant Urs Bucher ist zufrieden mit der Ausstellung

Am Stand der Papier-Kulturwerkstatt Cartaperbene aus Burgdorf tauchte der Besucher ein in die Welt der Farben und klaren Linien. Ein Setzkasten, Buchhüllen, Agenden, Visitenkartenboxen, alles Unikate, auf Wunsch mit dem Namen oder einer sonstigen Inschrift versehen. «Bei uns findet man alles, was man im Alltagsleben braucht», meinte die Inhaberin Benedicta Feraudi.

Hie und da begegnete man im Gedränge auch dem Unterhalter Roland Fuchs aus dem Bucheggberg, der seiner Gitarre Beatles-Songs und den «Chloschter-Blues» entlockte und mit seinen Stegreifversen den Besuchern ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Kaum Zeit zum Plaudern fand Urs Bucher, der den Anlass mit seinem vorwiegend aus Asylsuchenden bestehenden Team bewältigte und überall gleichzeitig sein musste. Trotzdem: er ist mit dem Gang des zum zweiten Mal durchgeführten Anlasses rundum zufrieden. «Es war nicht leicht, alle 84 Ausstellenden zufriedenzustellen und dafür zu sorgen, dass jeder sich vom anderen unterscheidet.»

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