Solothurn

Heute setzt man auf Lifte statt altmodische Flaschenzüge

Aufzuggiebel sind das bestimmende Charakteristikum so mancher Solothurner Altstadt-Häuserzeile. Früher wurde mit den altmodischen Flaschenzüge einfach alles hinaufgezogen, heute braucht es sie nicht mehr.

Zur Fasnachtszeit ziehen sich die Solothurner auf. Früher zogen sie auf – kaum ein Haus, das nicht über einen Aufziehgiebel mit einem Flaschenzug verfügte.

Statt Möbel, Lebensmittel oder allerhand Waren mühsam über die engen Treppenhäuser hoch zu «fuge», wurde alles einfach an einen Haken gehängt und per Seil sanft hochgehievt.

Das sparte Kraft und Nerven. Heute setzt man in vielen Altstadthäusern auf den Lift, in den früheren Estrichen wurden Wohnungen eingebaut und überhaupt – die altmodischen Flaschenzüge brauchts nicht mehr.

Nur das Stadttheater machte lange Zeit noch eine Ausnahme: Kulissen und anderes Material wurde massenhaft aufgezogen – jetzt wird auch dort der Warenlift das Seil ersetzen.

Die Norm und Abnormes

Besonders schöne Zeilen von Aufzugsgiebeln finden sich in den früheren Hintersässen-Häusern der damaligen Zweitklass-Stadtbürger in der Schmiedengasse und der St. Urbangasse oder Hinderen Gasse. Im Altstadtkern dagegen ist manch monströs Abnormes zu entdecken, wenns um den Hausabschluss gegen oben geht.

Holzverkleidete Giebellauben oder gar kleine Terrassen sorgen für jene Stilbrüche, die auch ein noch so aktiver Heimatschutz, eine noch so eifrige Altstadtkommission und auch die Gralshüterin der reinen Dachlehre vom gotischen Aufzugsgiebel, die Denkmalpflege, nie ganz aus dem Stadtbild tilgen konnten. Und erst recht nicht, dass dort oben an der Fasnacht noch Weihnachten oder auch im Hochsommer noch Fasnacht ist.

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