«Das ist keine gute Botschaft für die Firma Hess», liess Ueli Bucher, Geschäftsführer des Busbetriebs Solothurn und Umgebung BSU eine lange verborgen gebliebene Katze aus dem Sack: Anfangs April habe er der Hess A›G mitteilen müssen, dass die insgesamt 15 neuen BSU-Busse nicht in Bellach, sondern bei Mercedes-Benz geordert würden. Die Flottenerneuerung – vier Gelenk- und elf Normbusse für die Jahre 2013/14 mit einem Beschaffungsvolumen von rund 5,6 Mio. – sei mit einer Bestellung von weiteren Fahrzeugen für den Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS von diesem abgewickelt worden.

«Hess hat ein sehr gutes Produkt», so der Geschäftsführer weiter. «Aber bei unseren Kriterien Kosten pro Sitz und Lebensdauer konnte Bellach nicht mithalten. Da spielt der Eurokurs eine Rolle, aber auch, dass Normbusse das Geschäft der grossen Anbieter ist. Und wir haben halt keine Spezialität bestellt.» Im weiteren könne man das Submissionsreglement nicht umgehen, «der Auftrag für die neuen Busse war international ausgeschrieben.»

Probleme mit Tempo-30-Zonen

Direktor Fabian Schmid durfte immerhin mitteilen, dass alle neuen Busse nach reiflicher Prüfung eine Klimaanlage erhalten. «Das ist heute eben Standard», rechtfertigte er die 25 000 Franken Mehrkosten pro Fahrzeug. Ohnehin macht aber dem BSU der Kostendruck zu schaffen, sei doch der Fahrpreis pro Kilometer innert weniger Jahre von 5,50 auf 6,50 Franken angestiegen. Zwar hat der BSU mit einem Gesamtbudget von gut 20 Mio. Franken den Betriebsgewinn auf 318 000 Franken steigern können und mit total 6,8 Mio.

Fahrgästen gleich 140 000 Personen (plus 2,1 Prozent) mehr als im Vorjahr transportieren können. «Doch bräuchten wir künftig eine Nachfragesteigerung beim öV.» Dieser wiederum habe aber Mühe, attraktiv zu bleiben, kritisierte Schmid die neuesten Verkehrsberuhigungsmassnahmen in den Tempo-30-Zonen der Weststadt. Der nun überall geltende Rechtsvortritt zwinge zu vermehrten Stopps. Das sei das Hauptproblem, nicht Tempo 30, folgerte der BSU-Direktor.

Positiv würdigte Fabian Schmid dagegen den Erweiterungsbau der BSU-Garage Waldegg in Zuchwil, der «sehr gut auf Kurs ist». Und ebenfalls erfreulich sei die Entwicklung bei der Pensionskasse, die nach Sanierungsmassnahmen mittlerweile einen Deckungsgrad von 112,6 Prozent erreicht habe.