Spendenaktion
«HESO zeigt Herz» für Insieme

Im diesjährigen Fokus der Spendenaktion «HESO zeigt Herz» steht die 50-jährige «Insieme Solothurn».

Andreas Kaufmann
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Elsbeth Rösch, Sonja von Allmen und Jacqueline Liechti am «Insieme»-Stand an der HESO.

Elsbeth Rösch, Sonja von Allmen und Jacqueline Liechti am «Insieme»-Stand an der HESO.

Andreas Kaufmann

Die ein Vierteljahrhundert alte Stofftasche mit der Aufschrift «25 Jahre Vereinigung zur Förderung geistiger Behinderter Solothurn und Umgebung» trägt Elsbeth Rösch bei vielen Gelegenheiten mit sich. Sie hat gehalten und hat sich gut gehalten; ebenso wie die Vereinigung, die sie repräsentiert und die heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert.

Die als Verein organisierte Gruppe, die mittlerweile als «Insieme Solothurn» bekannt ist, setzt sich für Menschen mit einer geistigen Behinderung ein und macht sich für deren Anliegen stark. Das 50-Jährige war denn auch Anlass, «Insieme» ins Rampenlicht der Spendenaktion «HESO zeigt Herz» zu rücken. Und so lernt man den Verein und seine Köpfe derzeit auch am Stand 521 kennen.

Einer davon gehört nun eben Elsbeth Rösch. Lange Zeit war sie Vorstandsmitglied und Delegierte von «Insieme Solothurn», und auch heute scheut sie die Vereinsarbeit nicht. So hilft sie am Jubiläumsstand an der Herbstmesse mit, um die Besucher auf Leistungsangebot und Unterstützungsstruktur von Insieme aufmerksam zu machen.

Viel Freude dank Aktivitäten

«Mir hat es vor 20 Jahren den Ärmel reingenommen», erinnert sie sich an einen von Procap organisierten Sporttag in Magglingen, an dem ihre heute 41-jährige, geistig beeinträchtige Tochter teilnahm. «Mit ihrer Gruppe holte sie eine Medaille – und die Freude, die sie dabei ausstrahlte, war unglaublich.» Ähnlich sei die Freude, die Betroffene bis heute bei «Insieme» erleben: beispielsweise beim jährlichen Töffausflug, bei dem die beeinträchtigten Menschen im Sozius oder hinten mitfahren dürfen, oder beim Kinderfest im Frühling, unterm «Insieme»-Zelt am Märetfescht, diverser Ausflüge, Ferien oder andere Aktivitäten, die von «Insieme» lanciert werden. Auch die monatlichen Treffs für Jugendliche und Erwachsene bilden einen wichtigen Angebotspfeiler.

So gehört eben auch die Präsenz an der Herbstmesse dazu. «Der Stand gibt uns die Möglichkeit, uns vorzustellen», sagt Sonja von Allmen, die zusammen mit Claudia Rüegsegger das Präsidium des fünfköpfigen Vorstands innehat.

«Sehr gute Begegnungen»

An der HESO reagieren Besucher ebenso unterschiedlich, wie sie es auch überall dort tun, wo «Insieme» in Erscheinung tritt: Es gibt vereinzelt jene, die durch Berührungsängste eher einen Bogen um den Stand machen, oder solche, die lediglich den Wettbewerb ausfüllen oder Giveaways abstauben. «Darüber hinaus beziehen viele aber Infomaterial oder stellen Fragen zur Vereinigung», so von Allmen. Und dann gibt es jene, die sich direkt mit den beeinträchtigten Menschen austauschen: «Man merkt gar nicht, dass Sie behindert sind», meinte eine Besucherin, worauf die Antwort kam: «Doch, ich bin behindert.» Von Allmen dazu: «Insgesamt haben wir sehr gute Begegnungen.»

Viele fleissige Hände haben beim Aufbau und Betrieb des Standes mitgeholfen, darunter auch der Freizeitklub von «Insieme», der parallel sein 40-Jähriges feiert, sowie Ehepartner und Kinder im Umkreis des Vereins. «Auch die Beeinträchtigten helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei den Aktivitäten mit.» Wie Rösch hat auch von Allmen ein behindertes erwachsenes Kind – vielfach ergibt sich nämlich das eigene Engagement aus der persönlichen Betroffenheit. «Ich war schon früher angefragt worden, mitzuhelfen, musste aber zuerst innerhalb der Familie den Weg gehen.»

Erst nach Ende der Schulzeit ihres heute 35-jährigen Sohnes sei sie eingestiegen, bevor sie vor sechs Jahren das Co-Präsidium übernahm. «Nun ist es wichtig, auch anderen Eltern in bestimmten Lebensfragen eine Hilfestellung zu bieten.»

Und dann geht es bei «Insieme» um Netzwerkarbeit und den Austausch mit Organisationen und Unterstützungsstrukturen. Jacqueline Liechti ist neu im Vorstand und nicht zuletzt als Bindeglied zum Heilpädagogischen Schulzentrum Solothurn eingesetzt, wo sie selbst arbeitet. Sie stieg erst vor kurzem in diesen Beruf ein und findet es «etwas vom Schönsten: Man kann von den Beeinträchtigten so viel lernen – ihre Offenheit und erfrischende Art.»