HESO-Sonderschau

HESO-Sonderschau: Die Energiewende als Chance sehen

Sonderschau: «Solothurn erneuert sich»

Sonderschau: «Solothurn erneuert sich»

Die Energiestrategie 2050 des Bundes, die auf erneuerbare Energien setzt, ist auch eine Chance für die Gemeinden. Gemeindevertreter aus der Region liessen sich in Solothurn von Fachleuten darüber informieren.

Im Rahmen der HESO-Sonderschau «Solothurn erneuert sich» konnten sich Gemeindevertreter über den letzten Stand der Politik und der Technologie informieren.

Weg vom Atomstrom

Frank Rutschmann vom Bundesamt für Energie stellte jene Bereiche der Energiestrategie 2050 des Bundes vor, die in groben Zügen bereits vorliegen.

Als wichtigsten Punkt nannte Rutschmann die Gebäudesanierung. «Sie bietet das grösste Einsparungspotenzial.» Der Ausstieg aus der Atomkraft soll zudem mit folgenden Massnahmen gemeistert werden:

Ausbau der Ökostromproduktion im Inland, Zukauf von grünem Strom aus dem Ausland und Überbrückung mit Gaskraftwerken mit Wärme-Kraft-Kopplung; zudem werde ein Ausbau der Netzinfrastruktur nötig sein . Weitere Details der Energiestrategie, die im Detail am Freitag vorgestellt werden soll, wurden von dieser Zeitung bereits enthüllt (vgl. gestrige Ausgabe).

Kanton mit Energievision

Martin Würsten, Leiter des kantonalen Amtes für Umwelt informierte über das kantonale Energiekonzept sowie die «Energievision» des Kantons.

«Wir möchten den Verbrauch an fossiler Energie bis ins Jahr 2050 auf 500 Watt pro Person senken und den Rest durch erneuerbare Energien decken», so das ehrgeizige Ziel. Schon heute baue der Kanton seine Gebäude nach Minergie-Standard und habe einen Richtplan für Windanlagen.

Auch werden erste Solaranlagen auf Gebäuden des Kantons erstellt, so auf dem Dach der Fachhochschule Olten, auf dem Parkhaus des Kantonsspitals Olten oder auf dem Wallierhof (vgl. Kasten). Insgesamt hat die Kantonsbevölkerung laut Würsten einen Gesamtenergieverbrauch von 9900 Gigawattstunden pro Jahr (inkl. fossile Energie).

Dies entspreche der Jahresproduktion des KKW Gösgen. Über Möglichkeiten zu vorbildlichem Umgang von Gemeinden mit Energie informierte Philipp Grob, Berater 2000-Watt-Gesellschaft bei Regio Energie Solothurn (RES).

Als Beispiel nannte er das Energiestadt-Label und erläuterte, was es dazu braucht, es zu erlangen Auch einzelne Quartiere können neuerdings an einem Zertifizierungsprogramm teilnehmen.

Solardorf Hessigkofen

Erfahrungsberichte aus der Praxis von Solaranwendern gabs von Solarplaner Daniel Lehmann, Genos Energiebüro: «So wurde Hessigkofen zum Solardorf», lautete der Titel seines Referates.

«Nur schon die Ausschöpfung von 5 Prozent der Dachfläche für Solarenergie hat uns diesen Titel eingebracht», meinte Lehmann. Über das wirtschaftliche Potenzial von Energieeffizienz und Solartechnik informierte Thomas Jäggi von der Firma EES Jäggi Bigler AG.

Dies anhand einer Potenzialanalyse samt Umsetzung im Gebäude der Raiffeisenbank Derendingen & Wasseramt Mitte. Fazit: 33 Prozent Wärme und 30 Prozent Strom können eingespart werden.

Solarkataster ist online

Das Tool Solargis.ch – ein Solarkataster für den ganzen Kanton – hilft bei der Ermittlung des Solarpotenzials für Gemeinden und Private. Es wurde von Peter Dietschi, BSB Partner Biberist, vorgestellt.

Roger Scheidegger, AEK Energie AG, sprach über erneuerbare Energie für Gemeinden und zeigte Beispiele von verschiedenen Anlagengrössen von der Pelletheizung fürs Schulhaus bis zur Fernwärmezentrale für ganze Quartiere.

Die Förderprogramme und Beratungsangebote im Kanton Solothurn stellte schliesslich Andrea Baumgartner von der Regio Energie Solothurn vor. Einen guten Überblick über den «Förderdschungel» biete die Site www.energiefranken.ch.

Meistgesehen

Artboard 1