HESO-Eröffnung
Die 45. HESO ist gestartet: Das sind die ersten Eindrücke von der Herbstmesse Solothurn

Die HESO wurde eröffnet. Bis zum 2. Oktober präsentiert sich das Solothurner Gewerbe auf dem Messegelände.

Fabio Vonarburg und Judith Frei
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Zum letzten Mal schneidet HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner das Band bei der Rythalle durch.

Zum letzten Mal schneidet HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner das Band bei der Rythalle durch.

José R. Martinez

In der Luft liegt der Duft von Bratwürsten und Zuckerwatte, zu hören sind die Klänge der Brass Band Solothurn. «So wie es sein soll», sagte eine HESO-Besucherin. Ihre Worte könnten kaum treffender sein. Am Eröffnungstag der 45. HESO war alles wieder so, wie es eben sein soll. Keine Absperrungen mehr, auch kein Testcenter, wie dies im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie nötig war. Dadurch fühlen sich der untere und der obere Teil der Messe auch wieder als ein Ganzes an.

Das Solothurner Lied.

Judith Frei

Auch sonst ist wieder alles wie gehabt. Und wer schon häufig an der HESO war, wird nicht viele Überraschungen erleben. Das HESO-Bähnli dreht seine Runden, «’s isch immer so gsi»; die frischen Berliner der HESO-Becke gehen weg wie frische Weggli, «’s isch immer so gsi»; die Säuli im Schanzengraben rennen um die Wette, «’s isch immer so gsi».

Wobei: Die Säuli müssen sich noch etwas warmlaufen, wie sich beim ersten Rennen zeigte. Nach der Mitte des Laufes blieben plötzlich alle sechs Tiere stehen, bevor sie sich in die entgegengesetzte Richtung in Bewegung setzten. Mit etwas Nachhilfe ging es wieder in Richtung Ziel, wo «SAU-DAN» als Erstes in den Apfel Biss.

Béatrice Scheurer

Auch dass der HESO-Präsident ganz zu Beginn ein Band vor der Rythalle durchschneidet, gehört zur Herbst­messe dazu, die sich mitunter wie ein mehrtägiges Ritual anfühlt.

Für Urs Unterlerchner war aber das zehnte auch das letzte Mal. Er wird das Präsidium Ende Jahr an Rolf Fröhlicher übergeben. An seiner letzten HESO als Präsident ist ihm noch etwas gelungen, was er seit 2012, also seit Beginn seiner Amtszeit, versucht hat: Er konnte Karin Keller-Sutter als Eröffnungsrednerin gewinnen. «Ich muss mich offiziell als Fan outen», sagte Unterlerchner.

Es ist vollbracht: HESO-Präsident Urs Unterlerchner schneidet zum letzten Mal das Band durch.
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Ansprache von Bundesrätin Karin Keller-Sutter.
Die Rede von OK-Präsident Urs Unterlerchner. Nach der diesjährigen HESO gibt er sein Amt ab.
Gute Stimmung bei Solothurns Stadtpräsidentin Stefanie Ingold und Bundesrätin Karin Keller-Sutter.
Das Öufi-Bier darf natürlich nicht fehlen.
Ebenso gehören die Berliner zum HESO-Programm.
Für Verpflegung ist gesorgt.
Hier lässt es sich gut verweilen.
Das erste Säulirennen.
Hopp, hopp, hopp!
Die Belohnung haben sich die Säuli verdient.
Zahlreiche Familien feuern die Schweinchen an.
Für die Tiere gehts nach getaner Arbeit zurück in den Stall
Mitbringsel sind ausreichend vorhanden.

Es ist vollbracht: HESO-Präsident Urs Unterlerchner schneidet zum letzten Mal das Band durch.

José R. Martinez

Karin Keller-Sutter bedankte sich für die herzliche Begrüssung und fügte an, sie sei sich gar nicht bewusst gewesen, dass es zehn Jahre gedauert habe, bis es geklappt habe. «Normalerweise bin ich schneller.» Danach kam die Bundes­rätin auf die Herbstmesse zu sprechen. «Wenn ich das Programm der HESO studiere, dann überkommen mich heimatliche Gefühle», sagte die St. Gallerin. Solothurn sei zwar ihrem Heimatkanton in Sachen Bratwürste weit unterlegen. «Tut mir leid, dass ich das in dieser Schärfe – und das ganz ohne Senf – feststellen muss.» Aber wenn sie sehe, dass Säulirennen auf dem Programm stehen, dann fühle sie sich fast wie zu Hause an der Olma.

Gute Stimmung bei Stadtpräsidentin Stefanie Ingold (links) und Bundesrätin Karin Keller-Sutter.

Gute Stimmung bei Stadtpräsidentin Stefanie Ingold (links) und Bundesrätin Karin Keller-Sutter.

José R. Martinez

Danach schlug sie ernste Töne an. «In einer idealen Welt könnten wir jetzt noch ein wenig länger über Bratwürste und Säuli plaudern. Aber es gibt natürlich deutlich wichtigere Themen, die unsere volle Aufmerksamkeit verdienen.» Die Bundesrätin kam auf den Krieg in der Ukraine zu sprechen und die derzeit vielen Herausforderungen. Sie nannte die europäische Sicherheitskrise, die bedrohlich hohe Inflation, Herausforderungen im Migrations­bereich, die Coronapandemie sowie die Frage der Versorgungssicherheit – insbesondere im Energiebereich.

«Jetzt habe ich bestimmt ziemlich die Festlaune verdorben», sagte Keller-Sutter. Sie versuche, es wieder gutzumachen. «Und zwar mit viel Zuversicht. Ich bin nämlich überzeugt, dass wir grundsätzlich gut gerüstet sind, um Herausforderungen zu meistern und die vielfältigen Krisen zu überwinden.»

Dass die Festlaune zurückkommt, dafür sorgten auch The Ladybirds, wobei sich die Frauen noch Unterstützung auf die Bühne holten. Nicht irgendwen setzten sie ans Keyboard, sondern ­Vize-Stadtpräsident Pascal Walter. ­Gemeinsam gaben sie das Solothurner Lied zum Besten, «’s isch immer so gsi».

Stadtpräsidentin Stefanie Ingold dankte anschliessend Urs Unterlerchner und seinem Team, dass sie die Herbstmesse Solothurn über die Coronazeit gerettet haben. «Die HESO gehört zu Solothurn», betonte sie und fügte an:

«Es ist nicht selbstverständlich, dass dies so bleibt.»

Dabei verwies sie auf das Märetfescht, das just an diesem Tag das Zeitliche segnete. «Bei der HESO sieht es zum Glück ganz anders aus.»

Tatsächlich war Urs Unterlerchner mit dem ersten Messe-Tag sehr zufrieden. Er schätzte, dass es mehr Besucherinnen und Besucher hatte als vor einem Jahr, «wenn auch noch nicht ganz so viele wie vor der Pandemie». Was aber auch wichtig sei: «Die Stimmung ist wieder eine ganz andere, eine viel lockerere.»

Zum letzten Mal bei der Eröffnungsrede der HESO - Noch-HESO-Präsident Urs Unterlerchner.

Zum letzten Mal bei der Eröffnungsrede der HESO - Noch-HESO-Präsident Urs Unterlerchner.

José R. Martinez

Für den HESO-Präsidenten war der Eröffnungsanlass emotional. «Es ist mir bewusst geworden, dass dies wirklich das letzte Mal ist, dass ich als Präsident hier vorne stehe.» Dass seine sowie die Arbeit seiner ebenfalls abtretenden OK-Kollegen – Michèle Müller und Thomas Zindel – geschätzt wurde, sieht man auch an einer besonderen Geste: Dieses Jahr laufen drei weitere Säuli mit um den Sieg. Mischi, Zindu und Ursli.

Urs Unterlerchner stellt das Team hinter der HESO vor.

Judith Frei